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Alberto Contador als Dopingsünder bestraft

Der spanische Radprofi wurde vom CAS wegen Dopingvergehens mit einer zweijährigen Sperre bestraft. Auch sein Triumph an der Tour de France 2010 wurde aberkannt.

Vor dem Internationalen Sportgerichtshof: Der spanische Radprofi Alberto Contador. (23.11.2011)
Vor dem Internationalen Sportgerichtshof: Der spanische Radprofi Alberto Contador. (23.11.2011)
Keystone
Berge von Beweismitteln: Ein Angestellter des spanischen Radsportverbands verlässt den CAS. (24.11.2011)
Berge von Beweismitteln: Ein Angestellter des spanischen Radsportverbands verlässt den CAS. (24.11.2011)
Keystone
Der spanische Landesverband sprach ihn frei: Alberto Contador feiert seinen Tour-de-France-Sieg 2010 in Paris. (25.7.2010)
Der spanische Landesverband sprach ihn frei: Alberto Contador feiert seinen Tour-de-France-Sieg 2010 in Paris. (25.7.2010)
Keystone
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Contador verliert nicht nur den Sieg der Frankreich-Rundfahrt 2010. Der Spanier wurde vom Sportgerichtshof in Lausanne wegen Clenbuterol-Dopings nachträglich für zwei Jahre gesperrt. Alle Resultate von Contador seit der Tour 2010 wurden gestrichen. Er ist ab dem 6. August 2012 wieder startberechtigt. Der Erfolg in der Tour de France vor zwei Jahren geht damit an den damaligen Zweiten Andy Schleck (Lux). Contador verliert auch den Giro-Gesamtsieg 2011. Jener Erfolg geht nun an Michele Scarponi (It).

Contador war am zweiten Ruhetag der Tour de France 2010 positiv getestet worden. Der Befund ergab eine geringfügige Menge von Clenbuterol, die Contador auf den Verzehr von kontaminiertem Fleisch zurückführte. Nach dem Freispruch durch die Disziplinarkommission des spanischen Radsportverbandes verlangten sowohl der internationale Radsport-Verband (UCI) wie auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) eine Beurteilung durch das Internationale Sportgericht in Lausanne. Weil Contadors Anwälte ein 600 Seiten starkes Werk zur Verteidigung ihres Mandanten zusammentrugen, zog sich das Verfahren in Lausanne über Wochen und Monate hin. Die Verteidiger des Spaniers können gegen das Urteil innert 30 Tagen vor einem Schweizer Zivilgericht rekurrieren.

Schiedsgericht liess sich nicht beirren

Bei ihrem Rekurs gegen den Freispruch durch die Disziplinarkommission des spanischen Radsportverbandes hatten der internationale Radsport-Verband (UCI) wie auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) darauf verwiesen, das im Körper von Contador nachgewiesene Clenbuterol sei eher auf eine Bluttransfusion oder den Genuss eines Nahrungsergänzungsmittels zurückzuführen. Das Schiedsgericht schloss sich der Auffassung an, es sei sehr unwahrscheinlich, dass kontaminiertes Fleisch zum positiven Dopingbefund geführt habe. In Spanien seien keine Fälle bekannt geworden, denen zufolge bei der Tierhaltung Produkte mit Clenbuterol verwendet würden. Im Weiteren gebe es auch keine Fälle von anderen Sportlern, die nach dem Verzehr von Fleisch in Spanien positiv getestet wurden.

Das Schiedsgericht erachtet sowohl die Bluttransfusion als auch den Verzehr von verseuchtem Fleisch zwar für möglich, aber unwahrscheinlich. Nach Ansicht der drei Richter war das Clenbuterol in Contadors Körper auf die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels zurückzuführen.

UCI spürt keine Befriedigung

Die UCI erklärte, dass sie zwar froh über das Ende dieser lang anhaltenden Affäre sei. Diese sei aber sehr schmerzhaft für den Radsport gewesen. Sie spüre deshalb keine Befriedigung. Verbandspräsident Pat McQuaid sprach von einem «traurigen Tag für unseren Sport. Einige mögen dies als Sieg werten, aber das ist nicht der Fall. Wenn es um Doping geht, gibt es keine Gewinner.»

Der Fall ist ohnehin noch nicht ganz abgeschlossen. Das Sporttribunal muss sich noch mit der Forderung der UCI auseinandersetzen, gegen Contador eine Busse in der Höhe von mindestens 2,45 Millionen Euro zu verhängen.

si/fal

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