Neuerdings gibts Penalty, wenn der Rasen foult

Manchester City bekommt gegen Schachtar Donezk einen Elfmeter geschenkt. Profiteur Raheem Sterling entschuldigt sich.

Sterling fällt ohne gegnerische Einwirkung. (Video: Tamedia/SRF)

Raheem Sterling hat eine Idee. Als er nach gut 20 Minuten von links in den gegnerischen Strafraum eindringt und Donezk-Goalie Andrej Pjatow hinauseilend den Winkel verkürzt, sagt ihm sein fussballerischer Instinkt: Probiers mit einem Lupfer. Sterling setzt zum gefühlvollen Chip an, doch sein Fuss bleibt hängen. Der Angreifer von Manchester City fällt, Schiedsrichter Viktor Kassai pfeift Penalty, Pjatow lacht ungläubig, seine Kollegen raufen sich die Haare, nachvollziehen kann den Entscheid des Unparteiischen kaum jemand. Gabriel Jesus verwandelt sicher zum 2:0.

Spätestens in der Zeitlupe wird deutlich, was wirklich passiert ist. Sterling hat mit der linken Fussspitze in den Boden getreten und nur deshalb das Gleichgewicht verloren. Eine Schwalbe muss sich der englische Nationalspieler nicht vorwerfen lassen, er hätte allerdings gegenüber Kassai zugeben dürfen, dass nicht Schachtars Mykola Matwijenko, der ihm nachgejagt ist, sondern der Rasen das Foul begangen hat.

Guardiola fordert Videobeweis

Sterling entschuldigt sich stattdessen nach dem Spiel, das der englische Meister 6:0 gewonnen hat: «Ich habe keinen Kontakt gespürt. Ich habe in den Rasen getreten und bin hingefallen. Sorry an den Schiedsrichter und an Schachtar.» Pep Guardiola hat von der Seitenlinie aus und ohne Wiederholung erkannt, dass es ein Fehlentscheid war. Der City-Trainer nutzt die Gelegenheit, um sich einmal mehr für den Videobeweis auszusprechen: «Den Schiedsrichtern muss geholfen werden. Das Spiel ist heutzutage so schnell, und die Spieler haben bessere technische Fähigkeiten. Mit dem VAR hätte man innert zehn Sekunden gesehen, dass das kein Elfmeter war.»

Ab nächster Saison sollten Pfiffe wie jener von Kassai korrigiert werden. Das Exekutivkomitee der Uefa hat Ende September die Einführung des Video-Referees in der Champions League beschlossen.

kai

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