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Wimbledon-Sieger schiesst Schiedsrichter ab

Das ging ins Auge! Der Kanadier Denis Shapovalov wurde im entscheidenden Davis-Cup-Spiel disqualifiziert, nachdem er den Schiedsrichter verletzt hatte.

Schiedsrichter Arnaud Gabas kühlt sein linkes Auge, nachdem er von Denis Shapovalov getroffen wurde.
Schiedsrichter Arnaud Gabas kühlt sein linkes Auge, nachdem er von Denis Shapovalov getroffen wurde.
Keystone

Die Frustration wurde immer grösser. Denis Shapovalov lag gegen Kyle Edmund mit 0:2 Sätzen hinten und hatte gerade ein weiteres Break zum 1:2 kassiert. Da nahm er einen Ball aus der Hosentasche und wollte ihn voller Wucht ins Publikum schiessen. Der Ball traf aber den französischen Stuhlschiedsrichter Arnaud Gabas am linken Auge. Stille senkte sich über das Stadion in Ottawa, Shapovalov erkundigte sich sofort nach dem Befinden des Franzosen und nahm dann wie versteinert auf seinem Stuhl Platz. Dem Oberschiedsrichter blieb keine andere Wahl, als die Disqualifikation zu verkünden. «Game, Set and Match, Great Britain!» Die Briten, ohne Andy Murray angetreten, stehen damit als nächster Gegner von Frankreich fest.

Shapovalov war anschliessend untröstlich: «Ich möchte mich zuerst beim Schiedsrichter, beim Referee und bei allen ITF-Offiziellen entschuldigen. Das war unakzeptabel von mir. Ich schäme mich, dass ich mein Team und mein Land im Stich gelassen habe. Ich werde so etwas nie mehr machen. Ich werde daraus lernen.»

17 Jahre alt ist Denis Shapovalov und spätestens seit er im letzten Juli mit dem Gewinn des Junioren-Titels in Wimbledon in die Fussstapfen vieler Grössen wie Roger Federer trat, gilt er als eine der Zukunftshoffnungen des Welttennis. In Abwesenheit von Teamleader Milos Raonic wurde er nun zum erst zweiten Mal fürs Davis-Cup-Team aufgeboten und Martin Laurendeau vertraute ihm für das entscheidende fünfte Spiel.

Der Captain sagte, er werde Shapovalov auch künftig aufbieten, forderte aber von ihm ein Umdenken: «Wenn er auf diesem Niveau spielen will, dann muss er sich im Griff haben. Emotionale Kontrolle ist das Wichtigste im Tennis. Er muss die Lektion lernen und ich hoffe, es hilft ihm für den Rest seiner Karriere.»

Teamkollege Vasek Pospisil nahm den Jungstar in Schutz: «Kein 17-Jähriger verhält sich grundsätzlich so gut wie Shapovalov. Jeder konnte sehen, dass es ein Unfall war. Das kann jedem passieren.»

Disqualifikationen sind im Tennis auf höchstem Niveau selten. 2012 wurde David Nalbandian im Final im Londoner Queens'Club disqualifiziert, nachdem er einen Linienrichter touchiert hatte und sogar von Tim Henman gibt es eine solche Episode. «Gentleman Tim» hatte einst in Wimbledon ein Ballgirl getroffen.

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