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Wawrinkas grosser Triumph in Paris

Stan Wawrinka bezwingt im French-Open-Final Novak Djokovic in vier Sätzen und feiert damit seinen zweiten Grand-Slam-Titel.

Triumph: Stan Wawrinka stemmt die Coupe des Mousquetaires in die Pariser Abendluft.
Triumph: Stan Wawrinka stemmt die Coupe des Mousquetaires in die Pariser Abendluft.
Reuters
Zweifacher Grand-Slam-Sieger: Stan Wawrinka bezwingt im Final in Paris Novak Djokovic.
Zweifacher Grand-Slam-Sieger: Stan Wawrinka bezwingt im Final in Paris Novak Djokovic.
Keystone
Fussball oder Tennis? Roger Federer konnte sich im St.-Jakob-Park trotz des Cup-Finals zwischen seinem FC Basel und dem FC Sion nicht restlos auf den Fussball konzentrieren.
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Mit einer aussergewöhnlichen Leistung beendete Stan Wawrinka die seit 28 Partien anhaltende Siegesserie von Novak Djokovic und sicherte sich die Coupe des Mousquetaires als zweiter Schweizer nach Roger Federer. Dieser hatte selbiges 2009 geschafft, ebenfalls an einem 7. Juni. Als erst 30. Spieler seit der 1969 eingeläuteten Open Era hat der Australian-Open-Champion von 2014 nun mindestens zwei Grand-Slam-Turniere gewonnen.

Obwohl als Aussenseiter in den Final gestiegen, trat Wawrinka im Final sehr selbstbewusst auf. Er war der Spieler, der den Ton angab, der den Punkt suchte. Davon zeugen auch die 60 Winner, die ihm in der drei Stunden und 12 Minuten dauernden Partie gelangen.

Im ersten Satz hatte Djokovic, der mit einem Sieg seinen Karriere-Grand-Slam hätte perfekt machen können, die Partie noch im Griff gehabt. Der Weltranglisten-Erste machte einen sehr abgeklärten Eindruck, liess Wawrinka kaum mal eine Möglichkeit, zum Gewinnschlag anzusetzen. Das Break zum 4:3 war die logische Folge der Geschehnisse im mit 15'000 Zuschauern besetzten Stadion Philippe Chatrier. Erst im letzten Game geriet er unter Druck. Wawrinka wehrte zwei Satzbälle ab und kam sogar zu einer Möglichkeit, auf 5:5 auszugleichen – Djokovic antwortete mit einem Aufschlag-Winner.

Djokovic dauernd unter Druck

Die Abgeklärtheit von Djokovic war dann aber im zweiten Satz rasch dahin. Wawrinka spielte brillant auf. Alles stimmte in seinem Spiel. Er war geduldig, wenn er es sein musste, und aggressiv, wenn es von Nutzen war. Djokovic stand dauernd unter Druck. Im zweiten Umgang konnte er die ersten vier Breakbälle abwehren, den fünften, der gleichzeitig ein Satzball war, verwertete der Schweizer nach einem Rückhand-Fehler von Djokovic.

Immer wieder blickte Djokovic mit hochgezogenen Schultern zu seinen Coaches, Boris Becker und Marian Vajda. Nach dem verlorenen zweiten Satz knallte er sein Racket auf den Boden und traf dabei beinahe einen Balljungen. Der achtfache Grand-Slam-Sieger war nicht nur nervös, sondern auch entnervt. Bis zum 1:1 im dritten Satz musste er bei fünf Servicegames in Folge seinem Gegner jeweils Breakbälle zugestehen. Bei 4:3 legte der ohnehin überragende Wawrinka ein Returnspiel der Extraklasse hin: Mit drei Gewinnschlägen kam er zum 5:3. Etwas später wehrte er den Breakball von Djokovic mit einem Vorhand-Winner ab. Es war ein Schweizer Spektakel, an dem zumindest die Fans von Wawrinka und die neutralen Zuschauer ihre Freude hatten.

Wawrinkas Comeback im vierten Satz

Djokovic wurde regelrecht überfahren. Daran änderte eine 3:0-Führung des Favoriten im vierten Satz nichts. Die Antwort von Wawrinka kam prompt. Er kam auf 3:3 zurück und war danach im Nervenspiel der Schlussphase der mental stärkere. Beim Stand von 4:4 wehrte Wawrinka drei Breakbälle am Stück ab und schaffte den Servicedurchbruch zum 5:4 mit einer herrlichen Rückhand der Linie entlang. Mit dem gleichen Schlag sicherte er sich wenige Minuten später auch den Titel.

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