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Wawrinka nach Wutausbruch im Viertelfinal

Stan Wawrinka gewinnt gegen den Ukrainer Ilja Martschenko 6:4, 6:1, 6:7, 6:3. In der Runde der letzten acht trifft der Romand auf den ehemaligen US-Open-Champion Juan Martin del Potro.

Einmal tief durchatmen bitte: Stan Wawrinka zertrümmert nach einem Durchhänger sein Racket. (SRF / 5. September, 2016)

Stan Wawrinka gewinnt gegen den Ukrainer Ilja Martschenko 6:4, 6:1, 6:7, 6:3. In der Runde der letzten acht trifft der Romand auf den ehemaligen US-Open-Champion Juan Martin del Potro.

Ohne Drama geht es bei Stan Wawrinka aber offensichtlich nicht. Nach der Abwehr eines Matchballs beim Fünfsatz-Sieg gegen Daniel Evans am Samstag verpasste der Schweizer am Montag die Chance auf einen wesentlich kürzeren Arbeitstag. Gegen Ilja Martschenko (ATP 63), der erstmals in einem Grand-Slam-Achtelfinal stand, hatte er bis zum 5:4 und 30:0 im dritten Satz alles im Griff. Im mittlerweile vertrauten Louis Armstrong Stadium – Wawrinka spielte zum dritten Mal hintereinander in der zweitgrössten Arena in Flushing Meadows – sorgte eine unerklärliche Schwächephase Wawrinkas für unverhoffte Spannung.

Auf Umwegen: Obwohl Stan Wawrinka am Ende die Arme in die Höhe streckt, kann der Romand aufgrund eines unnötigen Satzverlustes nicht restlos zufrieden sein.
Auf Umwegen: Obwohl Stan Wawrinka am Ende die Arme in die Höhe streckt, kann der Romand aufgrund eines unnötigen Satzverlustes nicht restlos zufrieden sein.
Timothy A. Clary, AFP
Nach dem Verlust des dritten Satzes kommt es beim Lausanner zu einem Wutausbruch, wobei er seinen Schläger in jähzorniger Manier zertrümmert.
Nach dem Verlust des dritten Satzes kommt es beim Lausanner zu einem Wutausbruch, wobei er seinen Schläger in jähzorniger Manier zertrümmert.
Jason DeCrow/AP Photo
Dort wartet nun der ehemalige US-Open-Champion Juan Martin del Potro, welcher von der Aufgabe des aufstrebenden Österreichers Dominic Thiem profitierte.
Dort wartet nun der ehemalige US-Open-Champion Juan Martin del Potro, welcher von der Aufgabe des aufstrebenden Österreichers Dominic Thiem profitierte.
Michael Reaves/Getty Images
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Als er zum Match aufschlug, musste der 31-jährige Lausanner zum zweiten Mal seinen Aufschlag abgeben. Nachdem er auch noch das wenig später folgende Tiebreak mit einer eigentlichen Fehlerorgie abgegeben hatte, war die Zusatzschlaufe mit einem vierten Satz perfekt. Dort geriet Wawrinka zunächst mit einem Break zum 1:2 weiter ins Hintertreffen, dann drehte er den Spiess aber mit vier gewonnenen Games in Folge wieder um. Und als er bei 5:3 erneut zum Match aufschlug, machte er mit dem dritten Matchball den Sack doch noch zu. Nach gut zweidreiviertel Stunden stand der 6:4, 6:1, 6:7 (5:7), 6:3-Sieg doch noch fest.

Martschenko, der in der 3. Runde von der Aufgabe des als Nummer 14 gesetzten Nick Kyrgios profitiert hatte, hatte sich im zweiten Satz selber am Knie behandeln lassen. Und da Konstanz, Geduld und Laufarbeit die stärksten Pfeiler im Spiel des zähen, aber doch limitierten Ukrainers sind, wurde seine Aufgabe scheinbar erst recht unmöglich. Doch der 28-Jährige aus Donezk blieb hartnäckig und machte dem Schweizer das Leben noch unerwartet schwer.

Die Form des 31-jährigen Lausanners ist nach wie vor schwierig zu beurteilen. Er musste auf dem Weg in den Viertelfinal keinen Spieler aus den Top 45 der Weltrangliste bezwingen und verriet gegen Evans und Martschenko einige Konzentrationslücken, die gegen stärkere Gegner schwer wiegen würden.

Ehemaliger US-Open-Champion

Am Mittwoch wird die Aufgabe für Wawrinka deutlich anspruchsvoller. Mit Juan Martin Del Potro, dann sicher wieder im gigantischen Arthur Ashe Stadium, erwartet ihn nicht nur ein Gegner im Hoch, sondern auch einer, der den Grossteil der Fans hinter sich haben wird. Der 27-jährige Argentinier ist als Nummer 142 der Welt der schlechtestklassierte US-Open-Viertelfinalist seit Jimmy Connors 1991. Der Champion von 2009 und Olympiazweite von Rio hat aber nach der dritten Handgelenksverletzung schon fast wieder zu alter Stärke gefunden.

Del Potro musste in seinen ersten vier Spielen in New York als einziger Spieler neben Gaël Monfils keinen Satz abgeben. Am Montag profitierte er allerdings von der Aufgabe des aufstrebenden Österreichers Dominic Thiem. Der French-Open-Halbfinalist spürte seit einigen Tagen Schmerzen im Knie, die nach dem verlorenen Startsatz gegen Del Potro zu stark wurden.

Der 1,98 m grosse «Turm von Tandil» überzeugte aber unabhängig davon mit seiner krachenden Vorhand, dem imposanten Aufschlag und der nötigen Geduld. Zudem ist er mit seiner Vorgeschichte mit den vielen Verletzungen der Liebling des amerikanischen Publikums. Für Wawrinka also ein wahrlich "gigantisches" Hindernis auf dem Weg in seinen dritten US-Open-Halbfinal nach 2013 und vor einem Jahr (Niederlagen gegen Novak Djokovic respektive Roger Federer). (nos/sda)

SDA/nos

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