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Vierkampf um die Nummer 1

Das gabs noch nie: Am US Open der Frauen können alle vier Halbfinalistinnen die Nummer 1 werden. Der Heimvorteil spricht für Serena Williams.

«Will denn niemand die Nummer 1 werden?», fragte die «New York Times» in ihrer Vorschau des Frauenturniers zynisch. Der oberste Platz im Weltranking sei wie ein heisser Stab, den jede sofort fallen lasse, die ihn zu halten bekomme, spöttelte das Blatt. Tatsächlich hatte der abrupte Rücktritt von Justine Henin ein Vakuum an der Spitze des Frauentennis hinterlassen. Dies wurde für eine Vielzahl von Topspielerinnen zur Chance, ihre Karriere zu krönen oder neu zu lancieren. Tatsächlich stehen heute Freitag vier der fünf Kandidatinnen in den Halbfinals, die die verletzungsbedingt schlecht vorbereitete und früh ausgeschiedene Serbin Ana Ivanovic am Montag als Nummer 1 ablösen können.

Serena Williams ohne Mitleid

Im ersten Match mit Endspielcharakter verlor die fünffache Wimbledon-Siegerin Venus Williams gegen ihre Schwester Serena in 2:25 Stunden 6:7 (6:8), 6:7 (7:9) - wobei sie am Mittwochabend im ersten Satz zwei und im zweiten acht Satzbälle ausliess. Die meisten mit unerzwungenen Fehlern, von denen sie 45 schlug, 17 mehr als die Schwester. «Normalerweise habe ich keine Mühe, Partien zu beenden. Das ist mir zum ersten Mal passiert», sagte die ältere Williams mit finsterem Blick nach der verlorenen Wimbledon-Revanche.

Die Ausgangslage im Kampf um die Nummer 1 ist relativ einfach: Serena Williams, Jelena Jankovic und Jelena Dementjewa würden mit einem US-Open-Titel die Spitze übernehmen. Dinara Safina kann nur die Nummer 1 werden, wenn sie das Turnier gewinnt und Jankovic im Halbfinal ausscheidet.

Am stärksten ist aufgrund des Heimvorteils Serena Williams einzuschätzen. Sie fand nach dem 9. Sieg im 17. Sister Act nette Worte für ihre Schwester: «Das fühlte sich an wie ein Final des US Open. Ich vermied es, Venus anzuschauen, sonst hätte ich noch Mitleid mit ihr gehabt. Denn ich liebe sie sehr, sie ist mein bester Freund.» Serena Williams war 2002/03 während 57 Wochen die Nummer 1. Seit ihrem zweiten US-Open-Titel (02) kam sie in Flushing Meadows nun zum ersten Mal wieder über die Viertelfinals hinaus. Ihr Halbfinal gegen die auf ihrem Karrierehoch stehende Dinara Safina dürfte aber kein Spaziergang werden. Williams hat zwar drei der vier Duelle gegen die Schwester von Marat Safin, des US-Open-Siegers 2000, für sich entschieden, den letzten Vergleich in Berlin aber 6:2, 1:6, 6:7 verloren. Williams gewann heuer schon drei Turniere - aber keinen der vier bisher wichtigsten Titel, genau wie Safina, die dafür 20 ihrer letzten 21 Partien für sich entschied.

Dementjewa wie Graf und Williams?

Der Kampf um den zweiten Platz im Final, der in der Nachtsession des Samstags angesetzt ist, kündet sich noch ausgeglichener an: Schnyder-Bezwingerin Jelena Dementjewa ist seit elf Partien ungeschlagen, während Jelena Jankovic im Viertelfinal gegen Sybille Bammer ihre bisher beste Leistung in New York zeigte. Während die Serbin dieses Jahr schon einmal die Nummer 1 besetzen konnte, ist für Dementjewa der vierte Platz die Bestmarke. Die Russin versucht, als dritte Spielerin im gleichen Jahr Olympiagold und das US Open zu gewinnen, nach Steffi Graf (1988) und Venus Williams (2000). Im Duell mit Jankovic liegt sie 3:4 zurück.

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