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«...sonst wird Nadal dich töten»

Wer das French Open gewinnen will, kommt nicht an Rafael Nadal vorbei. Experten und Legenden streiten sich in Roland Garros darüber, wie der spanische Sandkönig zu schlagen ist.

«Gegen Nadal musst du die Mitte des Platzes kontrollieren, du musst nahe der Grundlinie stehen und nicht zu weit hinten verteidigen»: Boris Becker über Rafael Nadal.
«Gegen Nadal musst du die Mitte des Platzes kontrollieren, du musst nahe der Grundlinie stehen und nicht zu weit hinten verteidigen»: Boris Becker über Rafael Nadal.

Rafael Nadal ist in Paris das Mass aller Dinge; und das seit sieben Jahren. Auch 2012 ist der Spanier, der am Sonntag seinen 26. Geburtstag feiert, der unbestrittene Titelfavorit. Die Statistik und die jüngsten Ergebnisse untermauern diese Behauptung. Seit seinem ersten Grand-Slam-Sieg 2005 hat er am French Open nur einmal verloren, 2009 im Achtelfinal gegen Robin Söderling. Der Schwede kämpfte sich damals bis ins Endspiel, unterlag dann aber Roger Federer. Es war der bisher einzige Triumph des Schweizers in Roland Garros – viermal scheiterte Federer am unbestrittenen Sandkönig. Trotzdem hält Boris Becker den Baselbieter für den grösseren Spieler als den Mallorquiner. «Der Mann, der das Tennis verändert hat, ist Federer – mit Schönheit, Technik, Koordination und Beinarbeit», sagte der sechsfache Grand-Slam-Sieger der spanischen Tageszeitung «El Pais».

Auch dass Nadal der erste Spieler seit Mats Wilander (1982) war, der gleich bei seinem Debüt in Paris gewinnen konnte, liess Becker schon damals kalt: «Sein Aufschlag war Mist. Er war defensiv, keine Waffe. Auch seine Technik war schlecht.» Becker riet dem aufstrebenden Sandhasen bei einer ihrer ersten Begegnungen, sich etwas von den besten Aufschlägern abzuschauen. Acht Jahre später kann Nadal in der französischen Hauptstadt zum Rekordhalter werden und Björn Borg mit seinen sechs Siegen ablösen. Borg zieht heute den Hut vor Nadal und erinnert sich an seine Erfolge: «Tennis ist derzeit sehr anders verglichen mit der Zeit, als ich gespielt habe. Die Jungs schlagen den Ball jetzt so viel härter», sagt Borg und gibt Roger Federer und Novak Djokovic einen kleinen Tipp: «Die beste Weise, gegen Nadal zu spielen, ist es, Nadals gewöhnliches Spiel zu spielen. Das bedeutet, die Bälle im Spiel zu halten, dass er immer einen Schlag mehr machen muss.»

Becker kann der Theorie von Borg nichts abgewinnen: «Gegen Nadal musst du die Mitte des Platzes kontrollieren, du musst nahe der Grundlinie stehen und nicht zu weit hinten verteidigen.» Goran Ivanisevic, der Wimbledon-Champion 2001, kann Becker nur beipflichten: «Du darfst gegen Nadal nicht hinten rumstehen, sonst wird er dich töten.» Für Becker ist entscheidend, dass man gegen Nadal das Zepter sofort in die Hand nimmt. «Harte Schläge spielen und lange Ballwechsel vermeiden.» Einer, der das eindrucksvoll unter Beweis stellte, war John Isner im vergangenen Jahr, als er Nadal in der ersten Runde über fünf Sätze hinweg forderte. Am Ende musste auch der US-Amerikaner klein beigeben.

Der heutige Auftakt gegen den Italiener Simone Bolelli (ATP 111) dürfte für Nadal weit weniger Energie kosten – Redaktion Tamedia berichtet ab ca. 14 Uhr live.

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