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«Mit diesem Titel sieht alles viel besser aus»

Roger Federer über seinen Sieg beim US Open, eine gute Saison mit raren Triumphen und den Kampf um die Nummer 1.

«Alles sieht nun viel besser aus»: Roger Federer mit der Trophäe auf dem Empire State Building.
«Alles sieht nun viel besser aus»: Roger Federer mit der Trophäe auf dem Empire State Building.
Keystone

«Nach dem Final habe ich es genossen, Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen. Wir haben uns die Highlights der Partie angeschaut», erzählte der Baselbieter. Am späteren Vormittag folgte im Empire State Building ein Fotoshooting mit der Trophäe. Am Donnerstag kehrt er erstmals seit den Olympischen Spielen in Peking und dem Gewinn der Goldmedaille im Doppel in die Schweiz zurück, wo am Nachmittag in Basel eine Feier organisiert ist. Noch in New York nahm er sich die Zeit, über die vergangenen Monate und die Zukunft zu sprechen.

Roger Federer, ist dieser Sieg nach den Enttäuschungen in diesem Jahr eine Art Erlösung? Ich hatte nie das Gefühl hier gewinnen zu müssen, um etwas zu beweisen. Hätte ich viermal in Folge in der ersten Runde eines Major-Turniers verloren, dann hätte ich etwas beweisen müssen. Aber ich stand in diesem Jahr so oft vor grossen Siegen, dass ich zu keinem Zeitpunkt wirklich besorgt war. Eine Erlösung ist es also nicht wirklich. Ich bin glücklich darüber, gezeigt zu haben, dass die Dinge für mich nicht so schlecht stehen, wie einige dachten. Immer mehr Personen, Psychiater und andere Experten wollten mir ihre Hilfe anbieten. Das war nicht lustig. Ich hoffe, dass sich diese Leute nun beruhigen werden.

Sie haben während den letzten beiden Wochen mehr Emotionen gezeigt als üblich. Gibt es dafür einen speziellen Grund? Ich war sehr glücklich nach dem Olympiasieg mit Stan (Stanislas Wawrinka – Red.). Wir hatten in Peking eine unglaubliche, sehr emotionale Zeit. Ich denke, ich bin in diesem Gemütszustand geblieben. Hier habe ich einige sehr gute Spieler unter schweren Umständen geschlagen, dies führte zu meinen Gefühlsausbrüchen. Gegen Ende des Turniers und speziell im Final hatte ich alles unter Kontrolle und musste nicht mehr so stark aus mir herausgehen. Das war gut, ich konnte Energie sparen und konzentriert bleiben.

Sie hatten vor dem Turnier auf die Unterstützung der Tennis-Fans in New York gehofft. Sie wurden nicht enttäuscht. Die Eröffnungszeremonie am ersten Montag mit dem Einmarsch der früheren Turniersieger war unglaublich. Der Empfang, der mir bereitet wurde, hat mich wirklich berührt. Danach wurde ich in jedem Match unterstützt. Das bedeutet mir sehr viel, weil ich nicht der Typ bin, der das wirklich sucht. Wenn es auf natürlichem Weg kommt, ist dies das grösste Kompliment, das ein Spieler bekommen kann.»

Jetzt, wo sie das US Open gewonnen haben, wie fällt ihre Jahresbilanz aus? Ich wäre sehr entäuscht gewesen, wenn ich erneut im Final verloren hätte. Für mich wäre es ein verlorenes Jahr gewesen, weil Halbfinals und Finals mir nicht mehr viel bringen. Es geht nur noch ums gewinnen. Mit diesem Titel sieht alles viel besser aus. Obwohl ich in diesem Jahr weniger Turniere gewonnen habe, bin ich zufrieden. Und es folgen noch einige Highlights, auf die ich mich freue, wie der Davis Cup, Basel und das Masters in Shanghai.

Wie schätzten sie ihre Chancen ein, in der Weltrangliste wieder die Nummer 1 zu werden? Rafael Nadal spielt eine unglaubliche Saison. Er hat in den letzten Monaten fast alles gewonnen – Olympische Spiele, Wimbledon, French Open, Toronto. Ich weiss, dass es sehr schwierig wird, wieder die Nummer 1 zu werden, aber der US-Open-Titel war sicherlich ein wichtiger Schritt dorthin. Mein Fokus richtet sich vorläufig darauf, die Saison gut zu Ende zu bringen. Ich werde dann im nächsten Jahr mehr Möglichkeiten haben, Punkte gutzumachen, speziell bei den Masters-Series-Turnieren, aber auch bei den Grand Slams.

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