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«Ich war schon den ganzen Tag nervös»

Der Schlüssel zum 20. Major-Titel war, dass Roger Federer ruhig blieb. Doch danach übermannten ihn die Emotionen.

Nach seinem Sieg gegen Marin Cilic im Final des Australian Open kämpft Federer mit den Tränen. (Video: Tamedia/Australian Open TV)

Lange hielt sich Roger Federer tapfer. Doch als er auf die Zielgerade seiner Siegerrede einbog und begann, sich bei seinen Nächsten zu bedanken, war es um ihn geschehen. Der Mann, der auf dem Court sonst ein Pokerface aufzusetzen pflegt, weinte hemmungslos. Und mit ihm Tausende in der Rod Laver Arena. Der Namensgeber des Stadions, inzwischen 79 und mit Federer freundschaftlich verbunden, nahm die berührenden Szenen mit seinem Mobiltelefon auf.

Über drei Stunden hatte Federer in diesem Fünfsatz-Krimi gegen Marin Cilic kämpfen müssen, und auch wenn man es ihm nicht ansah: Es war auch ein Kampf mit sich selbst, mit den Gedanken, die durch seinen Kopf schwirrten. «Ich dachte konstant daran, dass ich den 20. Grand-Slam-Titel erreichen könnte, war schon den ganzen Tag nervös», verriet er im Interview danach. «Immer wieder schwirrte mir durch den Kopf: Was, wenn ich gewinne? Was, wenn ich verliere? Im ersten Satz, im zweiten, dritten, vierten. Und plötzlich war es vorbei, hatte ich gewonnen. Es war fast surreal. Und die Erleichterung war riesig.»

«Das Märchen geht weiter»

Es sei quälend gewesen, den ganzen Tag auf das grosse Spiel warten zu müssen. «Ich hatte so viel Zeit, um über den Final nachzudenken. Ich bin froh, ist er vorbei und habe ich ihn erst noch gewonnen. Das Märchen geht weiter. Nach dem fantastischen 2017. Es ist unglaublich!» Federer gratulierte natürlich auch Cilic, der ihn über fünf Sätze gezwungen hatte und neu die Weltnummer 3 wird: «Das ist eine starke Leistung! Mach weiter so!»

Video: So holte Federer seinen 20. Grand-Slam-Titel

Die Highlights des Finalspiels gegen Cilic.

Zudem blickte der Sieger zurück auf seine lange Australien-Reise: «Wir kamen ja schon letztes Jahr hier an, hatten eine wunderbare Zeit als Familie und als Team. Es ist ein fantastisches Land. In Sydney 2000 merkte ich, wie sehr die Leute hier den Sport lieben.» Damals begann, nebenbei bemerkt, auch seine Beziehung mit Mirka, heute seine Frau und Mutter der vier Kinder. Auch ihr, der ganzen Famile und seinem Team dankte der nun 20-fache Grand-Slam-Champion.

Cilic bitter enttäuscht

Finalverlierer Cilic war bitter enttäuscht. In seiner Platzrede sagte er: «Zuerst einmal: Glückwunsch Roger! Es ist unglaublich, was du Jahr für Jahr schaffst! Es hätten die schönsten zwei Wochen meines Lebens werden können. Leider hat es heute nicht sein sollen. Ich hatte eine kleine Chance zu Beginn des fünften Satzes, doch Roger spielte am Schluss unglaublich.» Der Schlüssel war, dass der Schweizer, nachdem er den vierten Satz aus den Händen gegeben hatte, ruhig blieb, seine Emotionen kontrollierte. Erst als alles vorbei war, liess er ihnen freien Lauf.

Bilder: Federers 20 Grand Slam Titel

Australian Open 2004 (2)FEDERER s. Marat Safin (Russland) 7:6, 6:4, 6:2
Australian Open 2004 (2)FEDERER s. Marat Safin (Russland) 7:6, 6:4, 6:2
Tony Feder, Keystone
Wimbledon 2004 (3)FEDERER s. Andy Roddick (USA) 4:6, 7:5, 7:6, 6:4
Wimbledon 2004 (3)FEDERER s. Andy Roddick (USA) 4:6, 7:5, 7:6, 6:4
Eddy Risch, Keystone
Wimbledon 2017 (19)FEDERER s. Marin Cilic (Kroatien) 6:3, 6:1, 6:4.
Wimbledon 2017 (19)FEDERER s. Marin Cilic (Kroatien) 6:3, 6:1, 6:4.
Peter Klaunzer, Keystone
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