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Grandioser Federer gewinnt das US Open zum fünften Mal

Der Baselbieter bezwang den Schotten Andy Murray in drei Sätzen und sicherte sich mit seinem ersten Hartplatz-Titel seit einem Jahr gleich seinen 13. Grand-Slam-Titel.

Das lange Warten auf den wegen Tropensturm Hanna um einen Tag verschobenen Final lohnte sich für Roger Federer. Der 27-jährige Baselbieter schlug in der Nacht auf heute Dienstag in New York auch den schottischen Emporkömmling Andy Murray, die neue Nummer 4 der Welt, und konnte nach einem 6:2, 7:5, 6:2. seinen fünften US-Open-Titel in Serie feiern. Sein 34. Sieg in Folge in Flushing Meadows machte ihn zum ersten Spieler der Tennisgeschichte, der zwei verschiedene Majorturniere mindestens fünf Mal gewinnen konnte. Er hat damit seine Saison 2008 schlagartig gerettet.

Federer mit voller Selbstvertrauen

Murray hatte die Chance, als erster Brite seit 1936 (Fred Perry) einen Grand-Slam-Titel zu holen. Er sei etwas nervös, sagte der Nadal-Bezwinger vor der Partie – und das zeigte sich auch. Federer dominierte den ersten Satz mit 5:0 Breakbällen und gewann ihn dank Breaks zum 4:2 und 6:2 in nur 27 Minuten. Der Weltranglistenzweite fuhr dort fort, wo er gegen Novak Djokovic am «Super Saturday» aufgehört hatte, er wirkte spritzig, motiviert und voller Selbstvertrauen und dominierte die Ballwechsel mit seiner Vorhand.

Federer holte vom 2:2 zum 6:2, 2:0 sechs Games in Folge – ehe er unverhofft in eine kleine Krise rutschte. Er verlor seinen Aufschlag ohne Punktgewinn zum 2:2 und fiel auch im sechsten Game als Rückschläger 0:40 zurück. Doch er konnte alle drei Breakbälle abwehren – wobei, wie Wiederholungen später zeigte, einer seiner Bälle im Aus gelandet war, Murray aber nicht den Videobeweis aufgerufen hatte. So konnte sich Federer wieder fangen, und als er 6:5 in Führung lag, schlug er eiskalt zu: Mit einem begeisternden Returnspiel erzwang er sich drei Satzbälle, von denen er gleich den ersten verwertete. Nach 1:20 Stunden führte er vorentscheidend mit 2:0 Sätzen. Und er nutzte den Schwung, um dem Schotten auch im dritten Durchgang das erste Aufschlagspiel abzunehmen, worauf er nicht mehr zurückblickte. Für Federer war es im 17. Grand-Slam-Final der 13. Triumph, womit er Roy Emerson überholt hat und in der «ewigen Rangliste» nun alleiniger Zweiter ist hinter Pete Sampras (14).

Nadal zurück auf der Erde

Obwohl Murray am Sonntag verhinderte hatte, dass Rafael Nadal in seiner besten Saison drei Grand-Slam-Titel holen würde, zählte sich auch der Spanier zu den Gewinnern dieses Turniers. Er zeigte keine Spur von Bitternis, nachdem er die bei 3:2 im dritten Satz fortgesetzte Partie und das 2:6, 6:7, 6:4, 4:6 analysierte. Dabei hatte schon alles nach einem fünften Satz ausgesehen, als er im vierten Durchgang sieben Breakbälle abgewehrt hatte und 3:1 und 30:0 in Führung ging. Doch dann kam das schnelle Ende, er verlor fünf der folgenden sechs Games und die Partie nach dreieinhalb Stunden.

Dabei hätte der neue Weltranglistenerste mit einem weiteren Triumph in New York dank des Bonus für seinen Sieg in der US-Open-Serie 2,5 Millionen Preisgeld erhalten – mehr denn je ein Tennisspieler zuvor. So musste sich Nadal mit 570'000 Dollar begnügen, inklusive 250'000 Dollar Bonus. Er habe einfach zu viel gespielt in dieser Saison, sagte Nadal auf die Frage, was sein Problem bei der ersten Niederlage an einem Grand-Slam-Turnier nach 19 Siegen gewesen sei. «Es ist hart, jeden Tag frisch zu sein, und ich wusste, dass so etwas passieren würde.» Dabei habe er am Sonntag deutlich mehr Energie gespürt als am Samstag. «Ich hatte Glück, dass die Partie abgebrochen wurde. Ich war am Sonntag locker und ruhig, kam zu meiner Chance, aber nützte sie nicht. Er schlug mich, und ich kann ihm nur gratulieren.»

Er sei während des ganzen Turniers nicht sehr frisch gewesen und trotzdem erstmals in Flushing Meadows in die Halbfinals gekommen, weshalb er sehr glücklich mit diesem US Open sei, sagte der achtfache Turniersieger der Saison. «Ich war langsamer als üblich, vor allem am Samstag. Und es ist auch schwierig, immer konzentriert zu bleiben. Mit dem Halbfinalvorstoss hat Nadal seinen Vorsprung als Nummer 1 ausgebaut und wird 2008 aller Voraussicht nach an der Spitze beenden. Er sprach im Rückblick auch von einer «fast perfekten Saison. Mir gelangen unglaubliche Dinge, dabei hatte das Jahr für mich eher durchzogen begonnen.» Nadal kommt nun aber zu keiner langen Pause: Bereits Ende der nächsten Woche steht der nächste Höhepunkt auf seinem Programm, wenn er mit Spanien im Davis-Cup-Halbfinal in Madrid vor 21'000 Zuschauern die USA empfängt.

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