Zum Hauptinhalt springen

Federer macht Schweizer Halbfinal perfekt

Roger Federer schlägt Andy Roddick an den Swiss Indoors in zwei Sätzen und spielt am Samstag gegen Stanislas Wawrinka um einen Platz im Final.

21. Sieg im 23. Duell: Roger Federer zementierte seine Dominanz gegen Andy Roddick.
21. Sieg im 23. Duell: Roger Federer zementierte seine Dominanz gegen Andy Roddick.
Keystone
An seinem Heimturnier winkt «King Roger» wie im vergangenen Jahr ein Final gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic.
An seinem Heimturnier winkt «King Roger» wie im vergangenen Jahr ein Final gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic.
Keystone
...und die Rückhand ebenfalls.
...und die Rückhand ebenfalls.
Keystone
1 / 9

Nur gerade jeweils 64 Minuten benötigten die beiden Schweizer, um sich unter die letzten vier zu spielen. Wawrinka (ATP 19) setzte sich gegen Florian Mayer (ATP 22) 6:2, 6:2 durch, Federer gegen Andy Roddick (ATP 15) 6:3, 6:2.

Federer wurde nur in der Anfangsphase von Roddick gefordert. Spätestens nach dem Break zum 5:3, das der Baselbieter zu null realisierte, war er die klar dominierende Figur in der St. Jakobshalle. «Er hatte nicht seinen besten Tag. Selbst seine Aufschlagsspiele waren für einmal nicht überzeugend», beurteilte Federer die Leistung seines Gegners. Dem Weltranglisten-Dritten gelangen bei vier Möglichkeiten drei Breaks. Bei eigenem Service geriet er nur im Ansatz unter Druck.

Roddick verschwand nach der 21. Niederlage gegen Federer schnell aus der Halle. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Bereits im letzten Jahr hatte er in Basel im Halbfinal gegen den Einheimischen verloren, 2001 und 2002 scheiterte er an gleicher Stelle jeweils im Viertelfinal. Gestern war Roddick wie so oft seinem Erzrivalen aus der Schweiz selbst ins einem Kerngebiet, dem Service, unterlegen: Roddick brachte nur 36 Prozent der ersten Aufschläge ins Feld und produzierte drei Asse. Federer kam auf 5 Asse.

Freude ohne Trainer

Federer steht zum bereits neunten Mal im Halbfinal seines Heimturniers. Sicher ist auch, dass zum sechsten Mal in Folge ein Schweizer im Final stehen wird. Wawrinka hinterliess am Freitag einen sehr starken Eindruck. Er fertigte seinen Gegner sogar sechs Sekunden schneller ab als Federer, sagte die offizielle Zeitmessung.

Spannung kam während der Partie zwischen Wawrinka und Mayer nie auf, weil die Kräfteverhältnisse dafür zu klar verteilt waren. Mayer, der im letzten Monat in Shanghai Rafael Nadal geschlagen hatte, kam nie auf Touren. Wawrinka nahm dem Deutschen pro Satz zweimal den Service ab und stand selber nie einem Breakball gegenüber, obwohl seine Quote erster Aufschläge deutlich unter 50 Prozent lag.

«Es lief für mich. Ich bin extrem gut in die Partie gekommen, während er sich rasch entmutigen liess. Es war leichter als erwartet», resümierte der sehr entspannt wirkende Wawrinka, der in der St. Jakobshalle unter anderem von seiner 21 Monate alten Tochter Alexia angefeuert wurde. «Was will ich mehr. Ich stehe hier im Halbfinal, bin ohne Trainer, mit meiner Familie.»

Seit dem US Open und der Trennung von Peter Lundgren ist Wawrinka ohne Coach unterwegs, was ihm sichtlich gefällt. «Ich bin 26 Jahre alt und damit erwachsen. Ich treffe die Entscheidungen. Die Stärken und Schwächen der meisten Spieler kenne ich sowieso und wenn ich mal Rat benötige, kann ich mich etwa an Severin Lüthi wenden.» Erst im kommenden Jahr werde er sich wieder mit der Trainerfrage beschäftigen.

«Er ist der bessere Spieler»

Der nächste Gegner ist eine taktische Knacknuss. Von zehn Duellen gegen Federer konnte er nur eines gewinnen: 2009 auf dem Sand von Monte Carlo. Seither hat er siebenmal in Folge verloren, darunter in diesem Jahr dreimal (Australian Open, Indian Wells und French Open) ohne Satzgewinn.

«Es ist schön gegen Roger zu spielen, vor allem hier bei ihm in Basel, aber auch sehr schwierig. Ich tue mich schwer, gegen ihn jeweils eine taktische Lösung zu finden. Er ist der bessere Spieler, das ist die Realität, die aus dem Ranking und den Resultaten der letzten Jahre hervorgeht. Aber in einem Match ist alles möglich», so Wawrinka, der zugab, unter einem Federer-Komplex zu leiden.

Langsamer Start von Djokovic

In der oberen Tableauhälfte stehen sich heute Samstag Djokovic und der Japaner Nishikori gegenüber. Der Weltranglisten-Erste setzte sich gegen Marcos Baghdatis (ATP 59) erst nach verlorenem Startsatz sicher mit 2:6, 6:2, 6:3 durch.

Eine gute halbe Stunde lang schaffte es Baghdatis, den Favoriten aus Serbien unter Druck zu setzen. Der Zypriote, der 2006 im Final des Australian Opens gestanden und in die Top 10 vorgestossen war, servierte exzellent und spielte von der Grundlinie sicherer als sein Gegenüber - zumindest etwas mehr als einen Satz lang. «Ich kam nicht ins Spiel, brachte kein Druck hinter meine Schläge» befand Djokovic.

Erst bei 3:2 im zweiten Umgang erspielte sich Djokovic die erste Breakchance. Er nutzte sie auch dank zweier Doppelfehler von Baghdatis und leitete damit die Wende ein: «Ich denke, dass war der wichtigste Moment in diesem Match.» Wesentlich aggressiver als zuvor suchte er in den Ballwechseln danach die Entscheidung. Sieben Games in Folge waren das Resultat. Baghdatis, der in den ersten beiden Runde 5 Stunden und 23 Minuten auf dem Platz gestanden hatte, konnte nicht mehr reagieren.

«Schnell und talentiert»

Djokovic steht nach seinem 67. Matchgewinn in dieser Saison (bei 3 Niederlagen) zum dritten Mal bei ebensovielen Teilnahmen im Halbfinal von Basel. «Ich fühle mich längst nicht bei 100 Prozent meiner Leistungsfähigkeit, doch ich gewinne und das ist das Wichtigste», sagte der 4-fache Grand-Slam-Sieger.

Seinen nächsten Gegner bezeichnet Djokovic als «sehr schnell und talentiert». Der 21-jährige Nishikori befindet sich seit Wochen im Aufwind, wäre aber gestern beinahe von einem Aussenseiter gestoppt werden. Erst nach 2 Stunden und 39 Minuten stand der 6:4, 5:7, 6:2-Erfolg gegen den Kasachen Michail Kukuschkin (ATP 113) fest.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch