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«Federer ist der Grösste aller Zeiten»

Andre Agassi über Roger Federer, die Liebe zu Steffi Graf und seinen Hass auf Boris Becker. Der ehemalige US-Tennisstar verrät im Interview mit der «Bild am Sonntag», warum er sich mit 43 Jahren wie ein Greis fühlt.

Der ehemalige Tennisprofi Andre Agassi (r.) hält den Schweizer Roger Federer für den grössten Tennisspieler aller Zeiten.
Der ehemalige Tennisprofi Andre Agassi (r.) hält den Schweizer Roger Federer für den grössten Tennisspieler aller Zeiten.
Keystone
Im November 2005 schlug Federer Agassi am US Open mit 6:3, 2:6, 7:6 (1) und 6:1.
Im November 2005 schlug Federer Agassi am US Open mit 6:3, 2:6, 7:6 (1) und 6:1.
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Andre Agassi und Steffi Graf haben zwei Kinder. Tochter Jaz Elle (l.) und Sohn Jaden Gil sieht man auch schon mal im Stadion.
Andre Agassi und Steffi Graf haben zwei Kinder. Tochter Jaz Elle (l.) und Sohn Jaden Gil sieht man auch schon mal im Stadion.
Keystone
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Andre Agassi über Roger Federer: Federer ist der grösste Tennisspieler aller Zeiten, ohne Zweifel! Niemand hat sich auf dem Platz so sehr von seinen Gegnern abgehoben wie er. Auch wenn ich gleich alt wie Federer wäre, glaube ich nicht, dass ich eine Chance hätte. Im US-Open-Final 2005 habe ich ja noch gegen ihn gespielt. Ich konnte einen Satz gewinnen – mehr war nicht möglich.

...über Boris Becker: Als Spieler hatte ich eine grosse Wut auf ihn. Boris provozierte mich öfter, und dafür habe ich ihn gehasst. Becker warf meiner Ex-Frau Brooke Shields bei einem Match mal Handküsse zu – das war ein grosser Antrieb für mich. 1995 wurde für mich der Sommer der Rache. (Agassi bezwang Becker im Wimbledon-Halbfinal und besiegte anschliessend Goran Ivanisevic im Endspiel.) Wenn Boris und ich uns heute sehen, können wir bei einem Bier aber darüber lachen.

...über seine Frau Steffi Graf: Wir kümmern uns umeinander. Jeden Tag. Darin sind wir sehr diszipliniert. Die Harmonie in der Familie ist das Wichtigste für uns beide. Und dafür arbeiten wir. Wenn man sich umeinander kümmert, wenn man miteinander spricht und einander zuhört, bleibt die Beziehung gesund. Uns ist bewusst, dass gute Dinge irgendwann auch schlecht werden können, wenn man einander ignoriert – aber das lassen wir nicht zu. Wir sind sehr fokussiert auf die Balance in unserem Leben. Steffi hat mir beigebracht zu leben – und nicht nur davon zu sprechen. Steffi bewegt sich fast schon seit Jahrzehnten unter dem grösstmöglichen Druck auf einer weltweiten Bühne – mit einer Würde, die unglaublich ist.

...über das Alter und seinen Körper: Ich leide seit der Geburt an einem Wirbelgleiten. Heute kann ich wieder im Bett schlafen, früher war das undenkbar. Als Profi musste ich nachts immer auf den Boden, die weichen Hotelmatratzen waren die Hölle für mich. Heute kommt das zum Glück nur noch selten vor. In zwei Wochen werde ich 43 Jahre alt, ich fühle mich aber wie 110 Jahre! Ich bin drei Jahrzehnte gerannt, habe gestoppt, bin gesprungen. Als Profi fühlte es sich teilweise so an, als wenn mein Körper nicht mehr mir gehört. Meine Stärke war auch nie die Athletik. Meine Stärke war, den Ball perfekt zu schlagen.

...über seine Fitness heute: Ich mache drei-, viermal die Woche Fitness, gehe laufen und spiele ab und zu Tennis. Ich trainiere aber nur noch, um mich wohlzufühlen. Wenn es keinen Spass macht, höre ich sofort auf. Ich spiele ab und zu mit Steffi. Aber sie gewinnt immer. Sie hat diesen gesunden Ehrgeiz. Für Steffi ist es auch leichter, in Form zu bleiben als für mich. Sie steht morgens auf, macht Sport und muss gar nicht darüber nachdenken. Bei ihr sieht alles so leicht aus.

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