Federer ist bereit für seine wichtigste Woche

Noch vier Siege fehlen zum 8. Wimbledon-Titel. Gegen den Bulgaren Grigor Dimitrov ist er heute klar favorisiert.

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René Stauffer@staffsky

Die Ovationen waren gross, als Roger ­Federer am Samstag den Centre Court in Wimbledon verliess, nach einem 7:6, 6:4, 6:4 über Mischa Zverev. Ebenso sehr genoss er die Stille, die ihn am spielfreien Sonntag am späten Nachmittag zum Training empfing. Geht es nach dem vierfachen Turniersieger der Saison, soll es die Ruhe vor dem Sturm ­gewesen sein.

Mit dem Achtelfinal gegen Grigor Dimitrov beginnt für ihn heute die wichtigste Woche des Jahres. Doch sein Pfad zum ersten Wimbledon-Titel seit 2012 präsentiert sich steil und ­kompliziert: Nach Dimitrov würde im Viertelfinal Milos Raonic oder Alexander Zverev warten, im Halbfinal wohl Novak Djokovic und im Final am ehesten Andy Murray oder Rafael Nadal.

4:02 Stunden und – weil Dolgopolov aufgab – siebeneinhalb Sätze reichten Federer, um zum 15. Mal die Achtelfinals zu erreichen. «Ich hatte fast mehr Probleme mit meiner Erkältung als mit meinen Gegnern», sagte er. «Ich bin zufrieden, auch mit meiner Einstellung – und diese ist entscheidend.» Gegen den starken Linkshänder Zverev, gegen den er nun mit 5:0 Siegen und 12:0 Sätzen führt, hatte er allerdings zwei, drei heikle Momente zu bewältigen. Nach einer raschen 4:1-Führung wurde er zum zweiten Mal an diesem Turnier gebreakt und stand danach bei 5:5 einem weiteren Breakball gegenüber. Er wehrte ihn mit einem Ass ab, ehe er das Tiebreak 7:3 gewann und die Partie fortan immer klarer kontrollierte.

Er denke, dass er am Montag noch besser spielen werde, sagte Federer, der in Wimbledon noch nie einen Achtel­final verloren hat und dessen Erkältung abklingt. «Der Unterschied in der zweiten Woche liegt darin, dass das Gras abgenutzt ist und es einfacher wird, sich zu bewegen.» Dimitrov unterlag er noch nie, in bisher fünf Duellen gab er gegen die Nummer 11 erst zwei Sätze ab.

Bacsinszkys Oberschenkel

Nicht in die zweite Woche schaffte es ­Timea Bacsinszky, obwohl sie gegen ­Agnieszka Radwanska bei ihrem Debüt auf dem Centre Court stark begann. «Bei 3:2 im zweiten Satz spürte ich einen scharfen Schmerz im linken Oberschenkel», sagte die Waadtländerin nach dem 6:3, 4:6, 1:6 gegen die Weltranglistenzehnte aus Polen. Danach war sie läuferisch sichtlich eingeschränkt, was Radwanska mit ihren flachen, tief geschlagenen Bällen geschickt ausnützte.

Trotz der grossen Enttäuschung und der Verletzung, deren Ausmass vorerst unklar war, nimmt Bacsinszky aus Wimbledon viel Gutes mit. «Ich komme auf das gewünschte Niveau zurück. Und ich genoss es auch mehr als früher, auf ­Rasen zu spielen.» In ihrem Alter – im Juni wurde sie 28 – werde es aber auch immer wichtiger, dass ihre Turniervorbereitung ideal sei. «Ich bin am ­Suchen und offen für alles, wie Osteo­pathie oder eventuell Yoga.»

Tatsächlich wurde sie dieses Jahr schon oft von Verletzungen gestoppt. Im Frühling war es das Handgelenk (Indian Wells), in ­Paris im Halbfinal der rechte Oberschenkel, nun der linke. Sie hofft, bis zum Frauen­turnier in Gstaad von nächster Woche wieder voll einsatzfähig zu sein.

baz.ch/Newsnet

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