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Eine wunderbare Hommage an die Schweizer Tennis-Helden

Gegen 10'000 Fans haben dem siegreichen Schweizer Davis-Cup-Team in Lausanne-Ouchy einen triumphalen und würdigen Empfang bereitet.

Triumphaler Empfang: Grosse Feier in Lausanne nach dem Coup im Davis-Cup. (Video: La Télé)

Um 16.40 Uhr – rund eine halbe Stunde später als geplant – war es soweit. Sichtlich ermüdet trug Captain Severin Lüthi zu den Klängen von Tina Turners Ohrwurm «Simply The Best» den Pokal auf die kurzfristig errichtete Bühne am Ufer des Lac Léman. In schicken Anzügen gekleidet folgten ihm mit Roger Federer, Stan Wawrinka, Michael Lammer und Marco Chiudinelli die vier Protagonisten vom Wochenende. Am meisten Applaus erhielt wenig überraschend Lokalmatador Wawrinka.

«On est champion» («Wir sind Weltmeister») sangen die zu Tausenden erschienen Fans auf dem Place de la Navigation in Ouchy. Der als Showman offensichtlich talentierte Basler Chiudinelli stellte danach mit der Hilfe des Publikums jeden der Spieler vor, so wie er das bereits am Vortag an der Siegesfeier unmittelbar nach dem 3:1-Sieg gegen Frankreich getan hatte.

Video: Gilles Biéler 24heures.ch

Natürlich äusserten sich auch die beiden aktiven Sport-Helden der Nation zum grossen Coup von Lille. Wawrinka bekannte: «Wir haben den Pokal auch für Sev Lüthi gewonnen.» Und er fügte bei: «Es ist einfach fantastisch, den Davis-Cup mit Roger zu gewinnen – an der Seite des besten Spielers aller Zeiten.» Federer selbst gab zu, dass er nach London «die wohl verrücktesten Stunden meiner Karriere verbracht habe. Nach dem Masters hatte ich grosse Sorgen. Nach dem Sieg von Stan fühlte ich mich aber besser. Und nach dem Doppel-Sieg am Samstag ging es mir tags darauf ohnehin gut.»

Der Baselbieter betonte mehrmals, wie wichtig die Fans in Lille gewesen seien. Er bedankte sich auch beim Publikum in Lausanne, das so zahlreich an diesem Montagnachmittag erschienen war. Federer erinnerte sich, dass er zwei Jahre lang in Ecublens gewohnt und dort eine wunderbare Zeit verbracht hatte. «Lausanne ist die Heimat von Stan. Und dieser Empfang ist einer der Highlights meiner Karriere.» Der Applaus war dem grossen Champion sicher. Der Ort der Party war von Swiss Tennis nicht zufällig gewählt worden. Federer hatte ja explizit gewünscht, dass die Mannschaft in der Heimatstadt Wawrinkas gefeiert werde.

Video auf Französisch, Gilles Biéler 24heures.ch

Ob alle gegen Belgien im nächsten Jahr dabei sein werden, wurden die beiden Stars der Schweizer Equipe vom Moderator auf der Bühne gefragt. Sowohl Wawrinka als auch Federer wichen aus. «Es war ein langes Jahr. Jetzt haben wir den Pokal, lasst uns diesen zuerst auch geniessen», betonte Wawrinka – Federer nickte. Der Baselbieter erklärte wie schon zuvor, dass er nicht ans Aufhören denke. «Dafür liebe ich das Tennis zu sehr.» Aber jetzt freue er sich auch auf die Ferien.

Das Team und die «hässlichste Salatschüssel der Welt» waren am Mittag in Genf gelandet und danach mit einem Bus nach Lausanne chauffiert worden. Nicht zum ersten Mal war der Place de la Navigation das Zentrum einer Schweizer Siegesfeier. 2003 liessen sich die siegreichen Segler von Alinghi dort feiern. Ernesto Bertarelli, der Patron von Alinghi, zollte seinen «Nachfolgern» mit seiner Anwesenheit Tribut.

Es war ein sympathischer, und erfreulich kurzweiliger Empfang in Ouchy. Etwas ähnliches hatte das Eishockey-Nationalteam im Frühling 2013 in Zürich erlebt, als es mit der WM-Silbermedaille aus Stockholm zurückgekehrt war.

Der lange, lange Weg zum helvetischen Tennis-Wunder: Lesen Sie im Multimedia-Special, was den Triumph beim Davis-Cup-Final erst möglich machte.

si/fal

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