Drama um Djokovic – auch Murray out

Favoritensterben in Wimbledon: Nach Rafael Nadal sind auch Titelverteidiger Andy Murray und Novak Djokovic ausgeschieden.

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In Wimbledon scheitern die nächsten Topfavoriten. Champion Andy Murray verabschiedete sich nach einer Fünfsatz-Niederlage gegen den amerikanischen Aussenseiter Sam Querrey aus dem Rasen-Turnier. Und Novak Djokovic, die Nummer 2 der Setzliste, verpasste an der Church Road zum zweiten Mal in Folge die Halbfinals. Der Serbe gab gegen Tomas Berdych im zweiten Satz wegen Problemen an Schulter und Ellborgen auf. Djokovic lag zu diesem Zeitpunkt 6:7 (2:7), 0:2 zurück. Nur wenige Minuten vor seiner Aufgabe hatte der Belgrader nach dem ersten Satz des Viertelfinals ein so genanntes «Medical Timeout» genommen und sich behandeln lassen. «30 Minuten waren die Schmerzen ertragbar», sagte Djokovic, der die Verletzung bereits seit eineinhalb Jahren mit sich herumschleppt. Alle Behandlungen danach hätten leider nicht mehr geholfen.

Berdych, der in Wimbledon schon im letzten Jahr in den Halbfinals gestanden hatte, ist damit am Freitag Gegner von Roger Federer.

Murray bleibt die Nummer 1

Damit ist klar, dass Murray auch nach Wimbledon die Weltnummer 1 bleibt. Der Schotte hätte diese Position an Djokovic abtreten müssen, wenn dieser an der Church Road triumphiert hätte. Doch statt als Nummer 1 reist Djokovic geschlagen und verletzt aus London ab; er verpasste hier, wo er schon drei Mal gesiegt hatte, zum zweiten Mal in Folge die Halbfinals.

Berdych dagegen steht wie im Vorjahr in der Runde der letzten vier. Der Tscheche, mittlerweile auf Rang 15 des ATP-Rankings klassiert, ruft sich immer wieder in Erinnerung. So hatte er in Wimbledon zum Beispiel bereits vor sieben Jahren einmal den Final erreicht. Gegen Federer hat er die letzten sieben Duell allesamt verloren.

Ein Spiel zwischen den beiden bleibt aber unvergessen: der Sieg von Berdych an den Olympischen Spielen von Athen gegen die damalige Nummer 1 Roger Federer. Das war vor 13 Jahren und beide waren noch sehr jung. Am Freitag kommt es nun zum Halbfinal-Duell zwischen zwei «Senioren»: Der bald 32-jährige Berdych fordert den 36-jährigen Federer heraus.

Nadal-Bezwinger hat Nachsehen

Ebenfalls schied der Luxemburger Gilles Muller aus, der Marin Cilic 6:3, 6:7, 5:7, 7:5, 1:6 unterlag. Der Kroate trifft nun im Halbfinal auf Querrey. Muller hatte zuvor Rafael Nadal aus dem Turnier geworfen.

Mit einem Ass beendete der 29-jährige Kalifornier Querrey nach 2:42 Stunden die Partie auf dem Centre Court und sorgte damit für die nächste grosse Überraschung im Turnier der Männer. 3:6, 6:4, 6:7 (4:7), 6:1, 6:1 lautete das Ergebnis zugunsten Querreys, der bereits im vergangenen Jahr mit Novak Djokovic den Titelverteidiger ausgeschaltet hatte.

Angeschlagener Schotte

Eineinhalb Wochen hatte sich Murray durch das Turnier gekämpft. Seine Auftritte waren meist solid, aber wenig souverän gewesen, abseits des Platzes hinkte er jeweils über die Anlage, seine Hüftverletzung war eines der grossen Themen in diesen Tagen im Südwesten Londons gewesen.

Spätestens in der Schlussphase der Partie gegen Querrey wurde offensichtlich, dass Murray gesundheitlich angeschlagen und nicht mehr in Vollbesitz seiner Kräfte ist. Er habe während des ganzen Turniers leichte Schmerzen verspürt. «Ich habe alles probiert und mein Bestes gegeben.» Querrey nutzte die Chance beim Schopf, kam zum dritten Fünfsatzsieg in Folge kam und erreichte erstmals in seiner Karriere einen Grand-Slam-Halbfinal.

Wimbledon. Grand-Slam-Turnier (31,6 Mio Pfund/Rasen). Männer. Viertelfinals: Roger Federer (SUI/3) s. Milos Raonic (CAN/6) 6:4, 6:2, 7:6 (7:4). Tomas Berdych (CZE/11) s. Novak Djokovic (SRB/2) 7:6 (7:2), 2:0 w.o. Sam Querrey (USA/24) s. Andy Murray (GBR/1) 3:6, 6:4, 6:7 (4:7), 6:1, 6:1. Marin Cilic (CRO/7) s. Gilles Muller (LUX/16) 3:6, 7:6 (8:6), 7:5, 5:7, 6:1. – Halbfinals: Querrey (24) - Cilic (7), Federer (3) - Berdych (11).

Juniorinnen, 3. Runde: Simona Waltert (SUI) s. Wang Xin Yu (CHN) 6:2, 6:4.

fal/sda

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