«Ich bin verletzt und ausgelaugt»

Roger Federers physische Verfassung lässt viele Fragen über die Verteidigung der Nummer 1 offen. Gut möglich, dass er erst in vier Wochen an den Swiss Indoors in Basel den nächsten Ernstkampf bestreitet.

Wohin des Weges? Roger Federer weiss noch nicht, wie er den Herbst in Angriff nehmen soll.

Wohin des Weges? Roger Federer weiss noch nicht, wie er den Herbst in Angriff nehmen soll.

(Bild: Keystone)

Roger Federer ist in einem Dilemma. Soll er seinen malträtierten Körper schonen oder um jeden Preis seinen Thron im Tenniszirkus bis Ende Jahr verteidigen? Auch eine Woche nach dem Sieg im Davis-Cup gegen Holland weiss Federer nicht, wann er wieder auf der ATP-Tour einsteigt. «Ich muss jetzt zuerst herausfinden, was wichtig ist und was nicht, dann entscheide ich», sagte Federer gegenüber der französischen Sportzeitung «L'Equipe». Dem 17-fachen Grand-Slam-Sieger fehlt nach dem Olympiasommer offenbar die Energie, um die Saison nahtlos fortzusetzen.

«Ich bin verletzt und ausgelaugt, deshalb muss ich jetzt entscheiden, wie es mit meiner Saison weitergeht. Es ist noch alles offen», sagt Federer und betont, dass er unbedingt Ferien brauche. Noch hat er Zeit, um die Batterien wieder aufzuladen. Frühesten nächste Woche muss sich Federer entscheiden, ob er ans Masters-1000-Turnier von Shanghai reist. Im vergangenen Jahr liess er den Termin aus, dieses Jahre könnte er die Punkte aber gut gebrauchen. Zumal Novak Djokovic angekündigt hat, bei Federer kräftig am Thron zu rütteln.

Momentan liegt Federer in der Weltrangliste mit 11'805 Punkten noch deutlich vor Djokovic, der auf 10'470 Zähler kommt. Lässt der Schweizer im Gegensatz zum Serben Shanghai sausen, kann er nur noch Punkte verlieren. Insgesamt muss er im Herbst drei Titel und die entsprechenden Punkte verteidigen: Basel (500), Paris-Bercy (1000) und die World Tour Finals in London (1500). Djokovic steht vor Shanghai, wo auch er die vollen 1000 Punkte dazugewinnen kann, noch in Peking im Einsatz, wo ihm ein Bonus von 500 Zählern winkt. Er fehlt dafür in Basel, was ihn die 180 Punkte für die Halbfinalteilnahme 2011 kosten wird. In Paris (180) und London (200) hat die Nummer 2 im Vergleich zu Federer kaum etwas zu ersetzen.

Federer führt Teilnehmerfeld in Basel an

Nebst der Absage von Novak Djokovic am Swiss Indoors konnte Turnierdirektor Roger Brennwald aber auch attraktive Anmeldungen präsentieren. So haben der Schotte Andy Murray (ATP 3) und der Argentinier Juan Martin Del Potro (8) ihre Teilnahme versprochen. Die Setzliste komplettieren derzeit Richard Gasquet (Fr/14), Kei Nishikori (Jap/16), Stanislas Wawrinka (Sz/17), Mardy Fish (USA/22) und Florian Mayer (De/25).

Der Cut fürs Haupttableau liegt beim Weltranglistenplatz 54. Spieler wie Aufsteiger David Goffin (Be/ATP 56) oder Junioren-Weltmeister Grigor Dimitrov (Bul/ATP 60) müssten in die Qualifikation.

Wie immer präsentieren die Basler Organisatoren auch wieder neue Gesichter. Der Südafrikaner Kevin Anderson (ATP 37) startet erstmals in der Schweiz. Der 26-Jährige gewann diese Saison den Titel in Delray Beach, Florida. Thomaz Bellucci, der sich schon zweimal am Swiss Open in Gstaad durchgesetzt hat (2009 und 2012), startet erstmals in der St. Jakobshalle, ebenso Go Soeda, die Nummer 2 Japans.

sr/ak/si

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