«Ich bin gegen blauen Sand, weil Rafael Nadal dagegen ist»

Roger Federer spricht im Interview u?ber Verschleisserscheinungen, Nadals Seitenhiebe und seine Prioritäten im Olympia-Jahr.

Roger Federer gefällt es am Zürichsee: «Ich habe in Herrliberg Land gekauft. Aber ob und wann wir bauen, wissen wir noch nicht.»

Roger Federer gefällt es am Zürichsee: «Ich habe in Herrliberg Land gekauft. Aber ob und wann wir bauen, wissen wir noch nicht.»

(Bild: Andreas W. Schmid)

«Wie gehts?», fragt Roger Federer im Hotel Panorama in Feusisberg oberhalb des Zu?richsees. Dass es ihm selbst sehr gut geht, muss er gar nicht sagen. Nachdem der 30-ja?hrige Baselbieter sich vor vier Wochen in Key Biscayne nach dem Aus gegen Andy Roddick mu?de in eine selbst auferlegte Turnierpause verabschiedete, macht er nun wieder einen sehr erholten Eindruck. Federer spannte mit seiner Familie in U?bersee aus, seit zehn Tagen trainiert er in der Schweiz und bereitet sich so auf die kommenden Monate vor, die gespickt sind mit Ho?hepunkten: French Open, Wimbledon, die Olympischen Spiele und das US Open. «Deshalb war es die richtige Entscheidung zu pausieren.»

Roger Federer, Sie haben Schwielen an den Ha?nden...
... na und? Schwielen sehen nach Arbeit aus.

Und wir dachten, Ihnen fa?llt alles so locker zu.
Eben nicht. Das ist echte Hornhaut und die kommt nicht einfach von alleine, sondern vom vielen Trainieren.

Dann sind wir beruhigt. Es steht ja auch einiges an, sodass eine gute Vorbereitung entscheidend sein kann.
Ja, es warten grosse Momente auf uns Tennisspieler. Ich bin deshalb auch riesig motiviert im Training. Und freue mich auf die Spiele. Auch deshalb, weil ich sehr gute sechs Monate hinter mir habe.

Welches der vier grossen Events ist das wichtigste fu?r Sie?
Schwierig zu sagen. Wimbledon ist und bleibt das Nonplusultra, auch weil dort meine Idole – Sampras, Edberg und Becker – ein Dutzend Mal triumphierten. Ich habe in Wimbledon das Juniorenturnier gewonnen, Sampras besiegt. Das waren besondere Erfolge. Und ausgerechnet hier findet vier Wochen spa?ter der Olympia-Final statt. Das ist ein unglaubliches Glu?ck fu?r unsere Generation. Aber natu?rlich sind auch das French Open und US Open wichtig. Wenn ich das so u?berlege, muss ich sagen: Tennis ist ein privilegierter Sport. Bei anderen Sportarten mu?ssen die Athleten oft Monate oder gar Jahre warten, bis wieder ein Ho?hepunkt ansteht. Bei uns jagt ein Highlight das andere.

Wenn Sie wa?hlen ko?nnten – wu?rden Sie den Sieg am Grand-Slam-Turnier von Wimbledon oder den Olympiasieg in Wimbledon wa?hlen?
Fu?r mich gibt es keinen Unterschied. Klar ist aber, dass dich beim Olympiasieg noch mehr Leute sehen. Und du gewinnst nicht nur fu?r dich, sondern auch fu?r die Schweiz. Besonders ist natu?rlich, dass Olympische Spiele nur alle vier Jahre stattfinden. Wenn man nicht gewinnt, muss man ziemlich lange warten, bis sich einem die na?chste Chance bietet.

Falls Sie an Olympia im Einzel leer ausgehen, mu?ssten Sie bis 2016 warten. Werden Sie dann u?berhaupt noch dabei sein?
Ich habe noch nicht gross daru?ber nachgedacht. Ich schliesse aber nicht aus, dass ich 2016 in Rio de Janeiro nochmals dabei sein werde.

In zehn Tagen steigen Sie in Madrid wieder ins Turniergeschehen ein – auf blauem Sand. Was halten Sie davon?
Ich bin dagegen, weil Rafael Nadal dagegen ist. Ich unterstu?tze ihn, wenn er sagt, dass dies gegen die Tradition eines Sandplatz-Turnieres ist. Am Ende, so seine Befu?rchtung, spielen wir auf allen Farben, auf blauem Sand, auf gru?nem Sand, auf schwarzem Sand. Ein richtiges Sandplatzturnier wird jedoch auf rotem Untergrund gespielt. Andererseits verstehe ich natu?rlich, dass man hin und wieder eine Neuerung sucht, um auf sich aufmerksam zu machen. So wie dies nun Ion Tiriac in Madrid tut. Klar ist: Der Sand muss perfekt sein, sonst ist es ein Debakel.

Sie hatten zuletzt ja einige Meinungsverschiedenheiten mit Nadal. Zum Beispiel wegen des Turnierkalenders, den er u?berladen findet. Ist das nun ein Zugesta?ndnis an ihn, dass Sie ihn im Streit um die Sandfarbe unterstu?tzen?
Nein, das hat nichts damit zu tun. Der blaue Sand ist ja schon seit fast einem Jahr ein Thema, also noch vor den Differenzen, die wir wegen bestimmter Themen miteinander hatten. Manchmal sind wir gleicher Meinung, manchmal nicht.

Hat das keinen Einfluss auf eure Freundschaft?

Lesen Sie die Antwort auf diese Frage und Roger Federers Meinung zur ewigen Diskussion, ob er nun Basler oder Baselbieter ist, im kompletten Interview in der heutigen Ausgabe der Basler Zeitung.

Basler Zeitung

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