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Souveräner Viktor Röthlin lief in Barcelona allen davon

Viktor Röthlin ist Europameister im Marathon! Der 35-jährige Obwaldner lief überraschend zu Gold und sorgte am letzten Wettkampftag in Barcelona für den lang ersehnten Schweizer Exploit.

Röthlin spielte auf den 42,195 km in der katalanischen Hauptstadt mit seinen Gegnern und lief in Anbetracht seiner Vorgeschichte zum persönlich bedeutendsten Erfolg. Nach zwei Lungenembolien mit Aufenthalt in der Intensivstation und einer Fersenoperation knüpfte er nahtlos an seine Erfolgsserie an, die an den EM 2006 in Göteborg mit Silber begonnen hatte. Danach folgte WM-Bronze in Osaka 2007, der hochkarätige Schweizer Rekord in Tokio (2:07:23) im März 2008 und das Olympiadiplom in Peking (6. Platz).

Letztlich gewann Röthlin, der bei Kilometer 27 attackiert hatte, in 2:15:31. In der Mittagshitze lief er einen Vorsprung von über zwei Minuten auf José Manuel Martinez hinaus. Der Spanier gewann somit seine dritte EM-Medaille in Folge. In München 2002 und Göteborg hatte er Gold und Silber über 10'000 m gewonnen. Diese Strecke leitete auch bei Viktor Röthlin eine Wende ein. 1998 an den EM in Budapest war er überrundet worden und beschloss danach, die Disziplin zu wechseln. Bronze in Barcelona ging an den Russen Dimitri Safranow.

Viktor Röthlin ist der insgesamt vierte Schweizer Leichtathletik-Europameister und gleichzeitig der erste seit Kugelstösser Werner Günthör, der 1986 in Stuttgart triumphiert hatte. Die anderen zwei heissen Philippe Clerc (1969 in Athen über 200 m) und Fritz Schwab (1950 in Brüssel im 10 km Gehen).

In Barcelona zeigte Röthlin in seinem 19. Marathon ein äusserst aktives Rennen. Er lief vom Start weg immer in den vordersten Positionen und schloss die Lücken im schnell kleiner werdenden Feld. Immer mehr Athleten zollten dem Steigerungslauf Tribut. Wurden die ersten Kilometer noch mit knapp 3:20 angegangen, lief die Spitze nach Rennhälfte auf dem Niveau von 3:08. Zwischen km 27 und 33 vermochte der Schweizer das Tempo noch einigermassen zu halten, während die letzten Verfolger stark nachgaben. Innert einer Viertelstunde wuchs der Vorsprung auf deutlich über eine Minute an. Bloss ein totaler Einbruch hätte Röthlin noch stoppen können.

Bereits 2006 in Göteborg hatte der über die Landesgrenzen hinaus populäre Sportler die Medaillen-Nullnummer an den EM verhindert. Letztmals war die Schweiz 1982 in Athen nicht auf dem Podest vertreten. Röthlin hatte sich erst vor zwei Wochen für einen Start in Barcelona entschieden. Trotz guten Werten im Training war ihm der Testwettkampf Ende Mai in Bern gründlich misslungen.

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