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Die Ratlosigkeit der zerzausten Österreicher

Die stolze Skination Österreich ist nach der historischen Niederlage in der WM-Abfahrt schwer getroffen. Und ihr heissestes Eisen für die heutige Superkombination gibt sich skeptisch.

Sinnbildlich für die Lage der Skination: Der Österreicher Max Franz sinkt nach der enttäuschenden Abfahrt in sich zusammen.
Sinnbildlich für die Lage der Skination: Der Österreicher Max Franz sinkt nach der enttäuschenden Abfahrt in sich zusammen.
Keystone

So schlecht wie am Samstag auf der Birds-of-Prey-Piste waren die Österreicher in einer WM-Abfahrt noch nie. Olympiasieger Matthias Mayer als Zwölfter und Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt als Dreizehnter waren beim Triumph des Glarners Patrick Küng noch die besten Athleten aus dem erfolgsverwöhnten ÖSV-Team. Dieses schaffte es zum ersten Mal überhaupt nicht einmal mit einem Fahrer in die Top 10. Bislang war das Jahr 1937 der Tiefpunkt der Austria-Abfahrtshistorie. Damals wurde Rudolph Matt in Chamonix als bester Österreicher Neunter.

Die «Kleine Zeitung» gesteht Max Franz (19.) und Georg Streitberger (29.) zu, dass sie mit äusserst schlechten Sichtverhältnissen und viel Wind zu kämpfen hatten. Die Schlappen von Mayer und Reichelt seien aber hausgemacht: «In der Topgruppe rund um Mayer und Reichelt schien zumindest für alle die Sonne, die ÖSV-Asse agierten aber fehlerhaft.»

«Es ist nicht so gelaufen. Ich bin zu gerade zu der Welle hin, es hat mir den Ski verschnitten. Nach dem Fehler geht da gar nichts mehr, auf dieser Piste darf man sich nichts leisten», erklärte Mayer. «Ich dachte mir, die Sprünge sind weit gegangen, es dürfte nicht so schlecht sein, auch wenn ich ein paar Schnitzer hatte. Aber so ist es, man fühlt sich gut und ist auch langsam», konstatierte Reichelt.

Dass schon heute in der Superkombination die Rehabilitation der österreichischen Männer folgen könnte, glaubt die «Kleine Zeitung» nicht. «Österreichs Herren-Team ist heute nach der historischen Abfahrtsniederlage in der Kombination auf Rehabilitierung aus. Aber die Chancen sind gering. Als Medaillenkandidaten gelten Ligety, Pinturault, Janka, Bank», schreibt sie.

Und was ist mit Marcel Hirscher? Der Supertechniker, der in Kitzbühel die Kombination auf Rang 2 beendet hatte, gibt sich keine realistischen Medaillenchancen. Er hält die Abfahrtsstrecke für zu schwierig, um im Slalom noch kontern zu können. Im letzten Training verlor Hirscher zum Beispiel auf Ondrej Bank 3,67 Sekunden, auf Alexis Pinturault und Ted Ligety ebenfalls rund drei Sekunden.

«Im letzten Training wollte ich eine Sekunde schneller sein, das ist mir leider nicht gelungen. Das muss ich aber, um gegen Pinturault oder Ligety ­eine Chance zu haben. Aber es sind unglaub­liche Erfahrungswerte, die ich hier sammeln kann. Es ist eine Sensation, dass ich bei solchen Bedingungen auf so einer schwierigen Abfahrt fahren kann», liess Hirscher verlauten.

«Alles nur Tiefstapelei vor der heutigen Kombi?», fragt die Boulevardzeitung «Österreich» auf ihrer Website und antwortet gleich selbst: «Wer Hirscher kennt, weiss: Sobald ihn das Rennfieber packt, kann er über sich hinauswachsen. Und genau das hat er heute vor.»

Die Abfahrt beginnt um 18.00 Uhr Schweizer Zeit, der Slalom-Durchgang folgt um 22.15 Uhr. Wir berichten live.

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