«Ich dachte: Warum lande ich schon wieder im Netz?»

Lindsey Vonn sorgt in Are für einen Schreckmoment. Danach zeigt sie sich erstaunlich gut gelaunt.

Schreckmoment: Lindsey Vonn stürzt beim WM-Super-G schwer. Video: SRF

Die US-Skifans waren noch im Freudentaumel. Soeben hatte Mikaela Shiffrin die Bestzeit von Sofia Goggia hauchdünn unterboten und als nächstes stand Lindsey Vonn oben bereit. Gibt es im Super-G, dem ersten WM-Rennen in Are, gar einen Doppelsieg?

Wenig später interessierte diese Frage keinen mehr. Viel mehr ging es darum: Wie geht es Lindsey Vonn? Nach einem Sprung stürzte sie und blieb mehrere Sekunden im Fangnetz liegen. Auch in der Zeitlupe sah der Aufprall heftig aus. Im Zielraum umarmten sich die zweitplatzierte Italienerin Sofia Goggia und Vonns führende Landsfrau Shiffrin – ehe sie die Bilder sahen und geschockt die Hände vors Gesicht schlugen.

Dann die Entwarnung: Vonn konnte nicht nur selber aufstehen, sondern fuhr auch noch ins Ziel. Dort wurde sie mit grossem Applaus in Empfang genommen – worauf sie in Tränen ausbrach.

«Warum liege ich schon wieder im Netz»

Die 34-Jährige hatte im Vorfeld der WM erklärt, nach dem Grossanlass zurücktreten. Am Sonntag wird sie bei der Abfahrt zum letzten Mal auf der Piste stehen. Dies bestätigte Vonn anschliessend beim SRF-Interview: «Abfahrt ist für mich wohl ein bisschen besser als Super-G.» Momentan schmerze zwar noch ihr Körper, kaputt sei aber nichts. Dennoch war sie enttäuscht: «Ich merke, wie mein Körper nicht mehr macht, was der Kopf will. Das ist für mich gefährlich. Deshalb jetzt noch ein Rennen, dann nehme ich kein Risiko mehr.»

Nach dem Rennen gab Vonn dann eine schon vorher geplante Pressekonferenz und war trotz Ausscheiden erstaunlich gut gelaunt. Sie habe genug geweint, sagte sie, nun wolle sie das Ganze geniessen. Gefragt, was sie sich bei ihrem Sturz gedacht habe, antwortete Vonn: «Ich dachte: ‹Warum liege ich schon wieder im Netz?› Ich bin zu alt für diese Scheisse» Und auch sonst bemühte sie sich, die Pressekonferenz so unterhaltsam wie möglich zu gestalten, was ihr nicht wirklich gelang.

Zudem äusserte sich Vonn sehr positiv über ihre Konkurrentin und vielleicht baldige Nachfolgerin, was Rekorde angeht, Mikaela Shiffrin. Sie und die 23-Jährige hätten einen komplett verschiedene Art Ski zu fahren, «sie ist das genaue Gegenteil», sagt Vonn, «ich wünsche ihr viel Glück und Gesundheit in ihrer Karriere. »

fas/mro

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt