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Sieg – oder Saisonende

Der EHC Basel spielt heute in den Playoffs gegen Dübendorf. Obschon die Serie bisher ausgeglichen war, steht das Team mit dem Rücken zur Wand.

Robin Rickenbacher
Temporeicher Match: EHC-Basel-Spieler Marc Sahli (r.) im Duell mit Dübendorfs Cian Zanzi in der Heimpartie vom vergangenen Donnerstag. Foto: Dominik Plüss
Temporeicher Match: EHC-Basel-Spieler Marc Sahli (r.) im Duell mit Dübendorfs Cian Zanzi in der Heimpartie vom vergangenen Donnerstag. Foto: Dominik Plüss

Der Rücken ist an der Wand angekommen. Ausser stehen bleiben gibt es nur noch die Möglichkeit des Ausbruchs nach vorne. Halbfinal-Partie 4 steht für den EHC bevor, und es ist bereits eine kapitale. Wenn das Team von Robert Othmann heute Dienstag (20.15 Uhr) Dübendorf in der heimischen Arena empfängt, dann tut es das mit der Gewissheit, nur in einem Fall noch in den Genuss der Belle am Donnerstag zu kommen. Dann nämlich, wenn der EHC gewinnt. Und soll der Traum vom Aufstieg in dieser Saison nicht begraben werden, muss es der erste Sieg von zweien in Folge sein.

Vom Aufstieg sprach in den vergangenen Wochen beim EHC Basel niemand. Schritt für Schritt nehmen, lautete die Vorgabe der Clubführung. Diese Devise dürfte nochmals betont worden sein, nachdem die Halbfinal-Paarung feststand. Denn mit Dübendorf ist es beim EHC in dieser Saison so eine Sache. Mit keinem anderen Gegner hatten die Basler derart Mühe wie mit den Zürchern. Die schlechte Bilanz aus der Qualifikation wurde nun auch in den Playoffs fortgeführt. Bis dato gewannen die Dübendorfer sechs, die Basler eine Direktbegegnung.

Und auch wenn diese Statistik eigentlich für klare Verhältnisse spricht, so zeigt ein genauerer Blick, dass sich die Teams beinahe immer auf Augenhöhe begegneten. Denn das deutlichste Resultat, das es in dieser Saison zwischen den beiden gab, war ein 3:1 Mitte Oktober letzten Jahres; Dübendorf sicherte sich damals mit zwei Treffern in den Schlussminuten den Sieg. Alle anderen Duelle endeten mit nur einem Tor Differenz. Dreimal fiel die Entscheidung in der Verlängerung, einmal im Penaltyschiessen. Und aller Ausgeglichenheit zum Trotz: Am Ende waren es immer die Dübendorfer, die den Sieg erringen konnten.

Das Problem mit den Strafen

So auch am Wochenende, als das entscheidende Tor zugunsten der Gastgeber aus Zürich in der letzten Minute der Overtime fiel. In einer Partie, die auf beide Seiten hätte kippen können. Und doch waren es die Dübendorfer, die erneut das entscheidende Quäntchen mehr hatten; ein Quäntchen Entschlossenheit, Ausdauer, Qualität oder vielleicht auch nur Glück. Der Verdacht, der sich im Qualifikationsprogramm einschlich, hat sich in dieser Serie erhärtet: Dübendorf scheint den Baslern immer einen Schritt voraus.

Die Zürcher sind zum Schreckgespenst für den EHC geworden. «Schwierig zu sagen», sagt Trainer Othmann auf die Frage, was es denn ist, das den Unterschied letztlich ausmacht. «Sie haben das Glück mehr auf ihre Seite gezwungen. Man könnte auch argumentieren, dass einige ihrer Spieler mehr Routine mitbringen, was ihnen zugutekommt.» Othmann attestiert dem Gegner zudem eine vorteilhafte Cleverness im Spiel, die es für seine Mannschaft zu übernehmen gelte. Grundsätzlich befindet er aber: «Beide Teams stehen sehr kompakt hinten, haben gute Goalies. Es ist für beide schwierig, sich durchzusetzen.»

Sportchef Olivier Schäublin hat derweil eine klare Vorstellung davon, was in der heutigen Partie besser laufen muss. «Wir müssen unbedingt weniger Strafen einfahren. Zum Teil haben wir doppelt so viele wie der Gegner. Das ist natürlich ein Nachteil.» Umgekehrt müssten die wenigen Chancen, die der EHC selbst im Powerplay hat, konsequenter genutzt werden. «Können wir das umsetzen, bin ich zuversichtlich», so Schäublin. Die Kulisse dürfte eine ähnliche sein wie in der Woche zuvor. Auch wenn es keine genauen Zahlen gibt, rechnet der Sportchef mit 2000 Zuschauern.

Die Regel, dass Dübendorf dem EHC voraus ist, hat bislang eine Ausnahme. Im ersten Halbfinal-Heimspiel setzten sich die Basler 3:2 durch. Ein gutes Omen für die heutige Partie in der St.-Jakob-Arena. Auch wenn der EHC auf seinen Captain Marco Vogt verzichten muss, der nach der letzten Partie die Nerven verlor und sich eine Spieldauerdisziplinarstrafe einhandelte. Zumindest die Verletztenliste bei den Baslern beginnt kürzer zu werden. Die Brüder Valenza konnten am Wochenende bereits wieder mittun, die Rückkehr von Center Eric Himelfarb wäre in Anbetracht der Abwesenheit Vogts noch drängender als ohnehin schon. Othmann wollte sich zur Personalsituation nicht äussern. Klar ist: Der EHC kann jede Verstärkung gebrauchen.

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