Der grosse Traum vom Weiterkommen

Der FC Concordia, der FC Black Stars und der FC Allschwil stehen in der ersten Hauptrunde vor grossen Heimspielen gegen Gegner, die alle im Profifussball daheim sind.

Der FC Black Stars (in Schwarz) trifft zum dritten Mal im Schweizer Cup auf den FC Zürich – wie hier beim letzten Duell 2014.

Der FC Black Stars (in Schwarz) trifft zum dritten Mal im Schweizer Cup auf den FC Zürich – wie hier beim letzten Duell 2014.

(Bild: Keystone Georgios Kefalas)

Der FC Basel spielt morgen im Schweizer Cup beim unterklassigen Pully. Für die Romands ist dies ein ebenso grosses Los wie für den FC Concordia (2. Liga regional), den FC Black Stars (Promotion League) und den FC Allschwil (2. Liga interregional). Die drei regionalen Vertreter treffen mit Lugano, Zürich und Sion jeweils auf einen Super-Ligisten. Für die Sportchefs dieser drei Clubs bedeutet dies nebst viel Aufwand auch einen Fussballabend, der nicht alltäglich ist.

Willy Schmid. Sportchef des FC Concordia. Bild: congeli.ch

Was braucht es, damit der FC Concordia den Super-Ligisten FC Lugano bezwingt?
Willy Schmid: Da braucht es einen perfekten Tag. Von der Vorbereitung über das Spiel bis hin zum gesamten Drumherum: Alles muss passen. Aber im Cup ist alles möglich, dies haben wir gerade letztes Wochenende in Deutschland wieder einmal gesehen. Klar, es sind sechs Ligen Differenz, und wir sind ganz sicher nicht der Favorit, aber je nach Spielverlauf ist eine Überraschung möglich. Für unsere Mannschaft und den Staff ist der Vergleich unabhängig vom Ausgang der Partie eine tolle Sache. Ich gönne es jedem, einmal so im Rampenlicht zu stehen.

Was bedeutet ein solches Spiel für Concordia als Verein?
Um dies zu beantworten, muss ich etwas ausholen. Die Vorbereitung ist ein riesiger Berg an Arbeit. Es geht dabei schliesslich nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um den Platz, die Werbung und das Sponsoring. Unser Vorstand hat in mehreren Sitzungen Drehbücher geschrieben, damit am Freitag auch jeder weiss, was er zu tun hat. Aber ohne zahlreiche Helfer würde auch das beste Drehbuch nichts nützen. Der FC Concordia könnte ohne sie dieses Spiel niemals durchführen.

Die Spieler werden nach dem Spiel in der Regel das Trikot eines Gegners ergattern wollen. Was plant der Sportchef mit seinem Pendant aus der Super League?
Primär möchte ich mich austauschen. Dafür muss ich allerdings erst mein Italienisch etwas aktivieren (lacht). Aber ich werde mit ihm und den weiteren Verantwortlichen sicher über den dortigen regionalen Fussball sprechen und auch fragen, was der FC Lugano für die kommenden Spiele in der Europa League berücksichtigen muss und wie er diese genau plant. Auch deshalb ist Lugano für uns natürlich ein solch tolles Los. Wir spielen hier gegen einen Europa-League-Teilnehmer.

Peter Faé.Sportchef des FC Black Stars. Bild: Lucia Hunziker

Was braucht es, damit der FC Black Stars den Super-Ligisten FC Zürich bezwingt?
Peter Faé: An diesem Tag muss von der ersten bis zur letzten Minute alles stimmen. In der Regel sagt man zwar, dass ein Ligaunterschied von einer Spielklasse einer Differenz von zwei Toren entspricht. Aber mit einer guten Tagesform, dem nötigen Glück und wenn wir es schaffen, über uns hinauszuwachsen, kann alles passieren. Allerdings ist auch der Spielverlauf sehr wichtig. Falls den Zürchern ein früher Treffer gelingen sollte, dürfte es für uns sehr schwierig werden, das Spiel wieder auszugleichen. Wir dürfen uns jedenfalls gegen die gross gewachsenen Zürcher nicht verstecken und werden versuchen mitzuspielen. Der starke Saisonstart in die Promotion League dürfte uns genügend Selbstvertrauen liefern. Und wer weiss, vielleicht macht der FCZ den Fehler und unterschätzt uns.

Was bedeutet ein solches Spiel für den FC Black Stars?
Einen grossen Haufen Arbeit, viel Ärger, aber auch einiges an Freude. Viel Ärger über das Drumherum, die Baumassnahmen, die Sicherheitsbestimmungen und deren kostenintensive Finanzierung. Beispielsweise den Gästesektor mit Freiwilligen abzudecken, ist nicht erlaubt. Deshalb mussten wir auf professionelle Hilfe zurückgreifen, und diese ist nicht billig. Auch können wir das Spiel nicht auf dem Buschweilerhof durchführen, sondern müssen uns auf der Schützenmatte einmieten. Trotzdem hoffen wir auf 2500 Zuschauer, damit wir vielleicht doch noch in die schwarzen Zahlen kommen. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist die Vorfreude gross. Wir waren bei den letzten zwei Anläufen gegen den FCZ nahe daran. Vielleicht schaffen wir nun den Coup.

Die Spieler werden nach dem Spiel in der Regel das Trikot eines Gegners ergattern wollen. Was plant der Sportchef mit seinem Pendant aus der Super League?
Ich werde ihn (Ancillo Canepa: die Red.) wahrscheinlich kurz begrüssen und bei dieser Gelegenheit einige Worte mit ihm wechseln. Wir kennen uns ja schon von den Delegierten-Versammlungen. Zu mehr wird es mir aber kaum reichen. Ich habe noch einige andere Aufgaben bei diesem Event. Schliesslich trage ich die gesamte Verantwortung und muss schauen, dass Dinge wie der Einlass und das Catering problemlos ablaufen. Da bin ich schon froh, wenn ich dazu komme, dass ich mich hinsetzen und den Match etwas verfolgen kann.

Laurent Longhi.Sportchef des FC Allschwil. Bild: FC Allschwil

Was braucht es, damit der FC Allschwil den Super-Ligisten FC Sion bezwingt?
Laurent Longhi: Wir müssen einen super Tag haben, der FC Sion einen super schlechten, und wir benötigen Glück – viel Glück. Ich bin realistisch. Die Siegchancen des FC Allschwil belaufen sich auf zehn Prozent. Der grösste Unterschied dürfte im physischen Bereich ersichtlich sein. Bei uns wird der Erste nach 30 Minuten müde. Nach einer Stunden könnten wir neun von elf Spielern auswechseln, weil sie platt sind. Da bewegt sich der FC Sion natürlich auf einem ganz anderen Level.

Was bedeutet ein solches Spiel für den FC Allschwil?
Für den Verein ist es eine Genugtuung für die Aufwände in der Vergangenheit. Für den Club wie auch für Allschwil ist es ein riesiges Fussballereignis. Letztmals spielten wir 1980 im Schweizer Cup und verloren im Gartenhof gegen den A-Ligisten Bellinzona 0:3. Die damaligen 1500 Zuschauer sind Vereinsrekord. Ich hoffe, dass wir diese Marke am Samstag knacken. Dafür hat die erste Mannschaft am Mittwoch anstelle des Trainings extra eine Zusatztribüne aufgebaut.

Die Spieler werden nach dem Spiel in der Regel das Trikot eines Gegners ergattern wollen. Was plant der Sportchef mit seinem Pendant aus der Super League?
Ich möchte mit Christian und Barthélémy Constantin ein paar Worte wechseln. Von Letzterem habe ich kürzlich gelesen, dass er mit Sion kein Geld verdienen, sondern einzig Erfolg haben möchte. Das finde ich sympathisch. Es ist eine Parallele zu mir. Es geht mir als Funktionär nicht um mich, sondern um den FC Allschwil.

Der FC Basel spielt morgen im Schweizer Cup beim unterklassigen Pully. Für die Romands ist dies ein ebenso grosses Los wie für den FC Concordia (2. Liga regional), den FC Black Stars (Promotion League) und den FC Allschwil (2. Liga interregional). Die drei regionalen Vertreter treffen mit Lugano, Zürich und Sion jeweils auf einen Super-Ligisten. Für die Sportchefs dieser drei Clubs bedeutet dies nebst viel Aufwand auch einen Fussballabend, der nicht alltäglich ist.

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