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Mord statt Selbsttötung im Fall Pantani?

Neue Beweise sorgen zehn Jahre nach dem Tod von Marco Pantani für Aufruhr. Die italienische Staatsanwaltschaft hat die Akte des Radstars wieder geöffnet.

Immer am Limit: Marco Pantani, Sieger der Tour de France und des Giro Italian, starb 2004 an einer Überdosis Kokain.
Immer am Limit: Marco Pantani, Sieger der Tour de France und des Giro Italian, starb 2004 an einer Überdosis Kokain.
Keystone

Zehn Jahre nach dem Tod des italienischen Radprofis Marco Pantani hat die Justiz den Fall wieder aufgerollt. Nach dem Eingang neuer Dokumente der Angehörigen Pantanis seien erneut Ermittlungen eingeleitet worden, erklärte der Staatsanwalt von Rimini, Paolo Giovagnoli.

Nach einer Prüfung der Unterlagen werde entschieden, ob der Fall an einen Ermittlungsrichter weitergeleitet werde. Der Tour de France-Gewinner von 1998 war 2004 im Alter von 34 Jahren tot in einem Hotelzimmer in Rimini aufgefunden worden. Offiziell starb er an einer Überdosis Kokain. Wie die Sportzeitung «Gazetta dello Sport» berichtete, wird nun wegen Totschlags ermittelt. Pantani sei ermordet worden, indem er gezwungen worden sei, mit Wasser verdünntes Kokain zu trinken, hiess es weiter.

Das Sechsfache einer tödlichen Dosis.

Pantanis Familie hatte einen neuen Bericht zum Tod des Radrennfahrers in Auftrag gegeben, den der Rechtsmediziner Francesco Mario Avato erstellte. Demzufolge kann der Profisportler die grosse Menge Kokain, die in seinem Körper gefunden wurde, nur unter Zwang in Wasser aufgelöst zu sich genommen haben. Bei der Obduktion waren mehrere dutzend Gramm der Droge festgestellt worden, das Sechsfache einer tödlichen Dosis.

Medienberichten zufolge gab es viele Ungereimtheiten rund um den Tod Pantanis. So soll seine Leiche Spuren eines Kampfes aufgewiesen haben, zudem sei der Sportler nach seinem Tod an einen anderen Ort geschafft worden. Bei den Ermittlungen soll es Schlampereien gegeben haben, so soll etwa eine verdächtige Wasserflasche nie untersucht worden sein.

Pantani war 1999 wegen verdächtiger Blutwerte vom Giro d'Italia ausgeschlossen worden, den er ein Jahr zuvor noch gewonnen hatte. Davon erholte sich der Radfahrer nie wieder. Neben dem Dopingverdacht machten ihm Verletzungen zu schaffen. Er soll unter Depressionen gelitten und regelmässig Kokain genommen haben.

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