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Evans macht Australien happy – und auch die Schweiz

Der Gesamtsieger der 98. Tour de France wird erstmals ein Australier sein: BMC-Captain Cadel Evans war im Einzelzeitfahren von Grenoble für die Schleck-Brüder zu stark.

Am Ziel: Cadel Evans liefert ein hervorragendes Zeitfahren iin Grenoble ab und macht auf einer Strecke von 42,5 km aus einem Rückstand von 57 Sekunden auf den Gesamtführenden letztlich einen Vorsprung von 1:34 Minuten. Er wird am Sonntag in Paris, wenn nichts passiert, als grosser Sieger der Tour gefeiert werden.
Am Ziel: Cadel Evans liefert ein hervorragendes Zeitfahren iin Grenoble ab und macht auf einer Strecke von 42,5 km aus einem Rückstand von 57 Sekunden auf den Gesamtführenden letztlich einen Vorsprung von 1:34 Minuten. Er wird am Sonntag in Paris, wenn nichts passiert, als grosser Sieger der Tour gefeiert werden.
Keystone
Zweifellos hat dem australischen Team-Captain von BMC die in Grenchen hergestellte rund 14'000 Franken teure Rennmaschine viel geholfen. Aber angetrieben wird das Super-Velo immer noch von einem Menschen.
Zweifellos hat dem australischen Team-Captain von BMC die in Grenchen hergestellte rund 14'000 Franken teure Rennmaschine viel geholfen. Aber angetrieben wird das Super-Velo immer noch von einem Menschen.
Keystone
Und der Spanier Samuel Sanchez ist Bergkönig dieser Tour. Im Gesamtklassement belegt er Rang 6.
Und der Spanier Samuel Sanchez ist Bergkönig dieser Tour. Im Gesamtklassement belegt er Rang 6.
Keystone
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Auf der Alpe d'Huez, nach der Bergetappe vom Freitag, hatte sich der Luxemburger Andy Schleck noch optimistisch geäussert, die Tour de France erstmals gewinnen zu können. Doch die Realität war eine andere. Nur 24 Stunden nachdem er das Maillot jaune übernommen hatte, war er sein Trikot wieder los. Die in den Steigungen so starken Brüder aus Luxemburg waren im 42,5 km langen Kampf gegen die Uhr und gegen Cadel Evans chancenlos.

Bereits bei der ersten Zwischenzeit nach 15 km war Andy Schlecks Reserve von 57 Sekunden auf 21 Sekunden geschrumpft, und noch bevor die zweite Zwischenzeit bei Kilomter 27,5 km passiert war, hatte sich die Situation gedreht. Im Ziel lagen die Schlecks über zweieinhalb Minuten hinter dem Australier, der nur sieben Sekunden hinter dem Deutschen Tony Martin Zweiter im Zeitfahren wurde. Damit hat sich auch die Prognose vom ehemaligen Radprofi Beat Breu erfüllt, der nach der Freitags-Etappe einen Tour-Sieg des BMC-Captains vorausgesagt hatte.

Und nun folgt die traditionelle Siegesfahrt

Evans wird am Sonntag als triumphaler Gesamtsieger in Paris einfahren, am Schlusstag muss er nur noch verhindern, durch Sturz auszuscheiden. 2007 und 2008 hatte der 34-jährige Australier die Rundfahrt in Frankreich als Zweiter beendet, nun wird er, der Strassen-Weltmeister von 2009 in Mendrisio, erstmals ganz oben stehen und den grössten Sieg seiner schon langen Karriere einfahren. Evans hat sich seinen Erfolg redlich verdient, und freuen durften sich auch einige Schweizer aus dem BMC-Team, das von Andy Rihs finanziert wird und in dem mit Steve Morabito und Michael Schär auch zwei Schweizer Helfer figurieren.

Fabian Cancellara hatte mehr als vier Stunden vor den Favoriten auf den Toursieg das Zeitfahren in Angriff genommen und eine erste Richtzeit vorgelegt. Allerdings hielt seine Bestmarke weniger lang als erhofft, am Ende musste er sich mit Rang 8 bescheiden. Offensichtlich hatte der Berner zu viel Kraft gelassen, um in den Kampf um den Tagessieg eingreifen zu können. Im Team Leopard war er mit den Helferdiensten für die Schleck-Brüder während der gesamten Rundfahrt hart gefordert, und an den beiden Vortagen hatte er zudem den Kampf gegen den Kontrollschluss bestehen müssen. Hinzu kam, dass er im Gegensatz zu vielen anderen auf regennasser Strasse hatte fahren müssen.

Organisatorische Pannen

Der Tag hatte für den Berner und seine Copains schon schlecht begonnen. Weil die Teams am Samstagmorgen rund vier Stunden brauchten, um von der L'Alpe-d'Huez an den Startort Grenoble zu gelangen, reichte es Cancellara nicht mehr für eine Streckenbesichtigung. Er sei sich wie bei einem Blindflug vorgekommen, meinte der Olympiasieger und vierfache Weltmeister, der in der ersten langen Abfahrt auf regennasse Strassen traf und keine Risiken eingehen wollte. Er kritisierte indirekt die Tourorganisatoren, blieb dabei aber ruhig und gelassen. «Das alles ist sehr bedauerlich. Aber ich habe im Zeitfahren mein Bestes gegeben.»

si/fal

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