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Cancellara erlitt eine empfindliche Niederlage

Der Berner erreichte in Salamanca über 47 km nur den 4. Rang. Als Zweiter hinter Tony Martin übernahm Christopher Froome überraschend das Leadertrikot.

Gibt sich trotz enttäuschender Platzierung optimistisch: Fabian Cancellara
Gibt sich trotz enttäuschender Platzierung optimistisch: Fabian Cancellara
Keystone

Drei Wochen vor der Zeitfahren-WM in Kopenhagen, bei der er der Titelverteidiger ist, büsste Cancellara auf der vorwiegend flachen Strecke 1:27 Minuten auf Tony Martin ein. Lediglich auf den letzten 12 km vermochte der Berner einigermassen mit dem Sieger mitzuhalten. Bis zur Kilometermarke 30 wuchs Cancellaras Rückstand kontinuierlich an.

Sowohl der Olympiasieger wie auch Tony Martin hatten als im Gesamtklassement deutlich zurückliegende Fahrer die Prüfung gegen die Uhr zu einem früheren Zeitpunkt in Angriff genommen. Das Zeitfahren werde hart, hatte Cancellara angekündigt, weil die Bergetappen schwer gewesen seien. Letztes Jahr hatte der Berner im Zeitfahren von Peñafiel über eine ähnliche Distanz Peter Velits und den Russen Denis Mentschow den Vortritt lassen müssen.

Nur eine Bestandesaufnahme?

«Ich werte mein Resultat als positiv. Jetzt weiss ich, wo ich stehe», sagte Cancellara während des 300 Kilometer langen Transfers am Montagabend. Er sei nach dem Zeitfahren nicht so kaputt gewesen, wie er sich das vorgestellt hatte. Ein Kompliment machte der Berner an die Adresse des Siegers: «Tony Martin ist super gefahren. Ich zeigte einen konstanten Einsatz, im Gegensatz zu Bradley Wiggins, der am Schluss stark abbaute.» Am Ruhetag wird Cancellara seine Daten aus dem Zeitfahren analysieren und die nächsten Etappen zum weiteren Formaufbau im Hinblick auf die WM nutzen. Im Moment ist die Teilnahme am Strassenrennen in Kopenhagen geplant, der Start im Zeitfahren ist noch offen.

Tony Martin gelang der zweite Tageserfolg seiner Karriere in einer grossen Landesrundfahrt. Er war schon am zweitletzten Tag der Tour de France in Grenoble nicht zu schlagen gewesen, ebenso wenige Wochen vorher auf der gleichen Strecke im Rahmen des Dauphiné Libéré. Mit seinem neuesten Triumph – seinem achten Saisonsieg – hisste sich Martin für den Titelkampf von Kopenhagen in die Favoritenposition.

Froome statt Mollema

Auch Bradley Wiggins und Christopher Froome legten die Strecke in Salamanca schneller zurück als Cancellara. Wiggins, ein Spezialist für solche Prüfungen, ging die Strecke schnell an und wies nach 13,3 km die um eine Sekunde bessere Zwischenzeit als Tony Martin auf. Danach baute der Brite aber ab und erreichte das Ziel am Ende seiner Kräfte. Christopher Froome packte es genau umgekehrt an. Nach einem verhaltenen Start kam er immer besser in Fahrt und kam nicht nur auf den 2. Etappenrang, sondern eher überraschend auch zum Leadertrikot.

Froome hatte am Sonntag bei der Bergankunft auf La Covatilla Wiggins beeindruckende Helferarbeit geleistet. Dieser Effort hinterliess offenbar keine Spuren. «Das Leadertrikot hätte ich zuletzt erwartet. Ich wollte einfach auf der Höhe meines Captains Wiggins bleiben. Ich erlebte einen fantastischen Tag, der irgendwie mit der Übernahme des Leadertrikots endete. Für mich ist damit ein Traum wahr geworden», sagte der Brite, der in Kenia geboren wurde und der als Jugendlicher mit seinen Eltern nach Südafrika wechselte. Nach ersten Versuchen auf dem Mountainbike wechselte Froome zum Strassenrennsport. Bis er letztes Jahr beim neugegründeten Team Sky Unterschlupf fand, war Froome seit 2005 in kleineren Sportgruppen beschäftigt.

Britische Dominanz in Spanien?

Im Gesamtklassement sind die Abstände an der Spitze aber weiterhin gering. Ohne Jakob Fuglsangs - der Däne ist ein Teamkollege von Fabian Cancellara - starke Leistung, die ihn auf den 2. Gesamtrang brachte, gäbe es durch Froome und Wiggins sogar eine Doppelführung. An den beiden Briten werden sich die Gegner wohl noch die Zähne ausbeissen. Der letztjährige Vuelta-Erste Vincenzo Nibali zog sich gegen die Uhr achtsam aus der Affäre. Als Vierter sind die Aussichten des Italieners auf den Gesamtsieg ebenso unbeeinträchtigt wie auch jene von Fredrik Kessiakoff. Der Giro-Zweite Michele Scarponi hingegen hat im Verlaufe von 48 Stunden beinahe alle Aussichten auf eine gute Schlussklassierung eingebüsst.

Bauke Mollema bestand den Test im Zeitfahren erwartungsgemäss nicht. Der Holländer musste das Leadertrikot nach lediglich 24 Stunden wieder abtreten. Der einzige, schwache Trost für Mollema bestand darin, dass er den zwei Minuten vor ihm gestarteten Spanier Joaquin Rodriguez nach 35 km ein- und überholte.

Ruhetag vor Bergetappe

Heute Dienstag geniessen die Fahrer in der Spanien-Rundfahrt ihren ersten Ruhetag. Morgen Mittwoch geht es in Orense mit einem schweren Teilstück und der Bergankunft in der Bergstation Manzaneda weiter, die sie nach einer 16,9 km langen und 1100 Höhenmeter überwindenden Steigung erreichen.

si/ot

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