Und es regnet weiter Geld

Die Premier League hat einen neuen TV-Vertrag über drei Jahre abgeschlossen. Wie viel Geld der neue Deal bringt und wer der grösste Gewinner ist.

Im Zentrum des Interesses: Harry Kane und seine Tottenham Hotspurs profitieren auch künftig von lukrativen TV-Geldern.

Im Zentrum des Interesses: Harry Kane und seine Tottenham Hotspurs profitieren auch künftig von lukrativen TV-Geldern.

(Bild: Keystone)

Es war im Februar 2015, als ein einziger TV-Vertrag die Fussballwelt auf den Kopf stellte. In England hatten sie Konditionen ausgehandelt, die den Premier-League-Clubs ab 2016 einen wahren Geldregen bescheren sollten. 6,9 Milliarden Euro waren den nationalen Fernsehsender die Übertragungsrechte der Premier League wert. Ein Zuwachs von über 2,2 Milliarden.

Als die Liga kürzlich ankündigte, dass sie demnächst den neuen Fernsehvertrag für die Jahre 2019, 2020 und 2021 präsentieren werde, kam die Frage auf, ob die Zitrone noch mehr ausgepresst werden kann. Letzten Dienstag gab es die Antwort: Der neue Deal schien wie ein kleiner Rückschritt.

Doch noch ein neuer Rekord?

Sieben Pakete mit TV-Rechten hat die Premier League geschnürt. Darin enthalten ist jeweils eine bestimmte Anzahl Spiele. Verkauft wurden bisher fünf Pakete. Für die Spielzeiten 2019/20 bis 2021/2022 zahlen die Pay-TV-Sender Sky und BT 5,02 Milliarden Euro. Im Schnitt lassen sich die Fernsehanstalten ein Spiel 10,5 Millionen kosten. Verglichen mit dem aktuellen Vertrag bedeutet das, dass die Premier League pro Spiel eine Million weniger einnimmt. Der aktuelle Vertrag spült pro Partie nämlich 11,5 Millionen in die Kassen.

«Wir freuen uns ausserordentlich, dass BT und Sky die Premier League und unsere Clubs weiterhin als einen so wichtigen Teil ihres Angebots ansehen», kommentierte Liga-Chef Richard Scudamore den Deal. Der 58-Jährige ist überzeugt, dass er nach dem Verkauf der beiden übrigen Pakete von einem neuen Rekord-Deal sprechen kann. Er sei zuversichtlich, sagte Scudamore. «Weil es mehrere Bieter gibt.» Man werde nun den Verkaufsprozess weiter vorantreiben, um das bestmögliche Ergebnis für die verbliebenen Pakete der Rechte für Grossbritannien und für den Rest der Welt zu erzielen.

Zwei Pakete noch zum Verkauf

Der grosse Gewinner des neuen Deals ist der Pay-TV-Sender Sky. Er konnte sich den grössten Teil der Spiele sichern. Für jeden der 128 Matches zahlt er rund 10,5 Millionen. Das entspricht fast zwei Millionen weniger im Vergleich zum aktuellen Vertrag. Somit hat sich Sky nicht nur eine 16-prozentige Preisreduktion gesichert, sondern auch die eigene Marktdominanz sichergestellt. BT konnte insgesamt lediglich 32 Spiele einkaufen – und zahlt im Vergleich zum aktuellen Deal sogar noch mehr.

Zwei Pakete stehen noch zum Verkauf. Zweimal 20 Partien, also zwei komplette Spieltage. Die Engländer würden mindestens eines gerne einem Konzern aus dem Silicon Valley verkaufen. Es heisst, Amazon sei interessiert. Die Liga hofft insgeheim, dass ein Amazon-Engagement dazu führen würde, dass weitere Konzerne wie Facebook oder Youtube nachziehen.

Sky hatte übrigens gar nicht die Möglichkeit, die gesamten TV-Rechte zu kaufen. Es sind höchstens fünf Pakete pro Fernsehstation erlaubt. Der Premier League wird es jedenfalls auch in den kommenden Jahren nicht schlecht gehen. Die Clubs werden weiter viel Geld haben und für Durchschnittsspieler Unsummen bieten. Im Winter überwies Liverpool für Virgil van Dijk 85 Millionen an Southampton. Für einen Innenverteidiger. Solche Transfers wird es wieder geben.

cst

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