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Schweizer Olympia-Aus – «Das geht auf meine Kappe»

Den Schweizer Eishockeyanern fiel es nach dem 1:2 gegen Deutschland schwer, die Niederlage in Worte zu fassen. Der Nationaltrainer nahm die Schuld auf sich.

Aus und vorbei: Die Schweizer Nationalmannschaft scheitert im Olympia-Achtelfinal an Deutschland. Video: Tamedia/SRF

Olympia ist für das Schweizer Eishockeyteam vorbei, der ehemalige NHL-Spieler Yannic Seidenberg schoss Deutschland im Achtelfinal nach 26 Sekunden der Verlängerung per Rebound ins Glück.

Zum Fehlstart kam damit auch ein «passender» Schluss: Nach 9 Sekunden hatte der Schweizer Cody Almond einen Restausschluss wegen Checks gegen den Kopf Christian Ehrhoffs kassiert, 70 Sekunden später hatte Leonhard Pföderl im folgenden Powerplay Deutschland in Führung geschossen. Simon Moser nach schöner Vorarbeit Andres Ambühls hatte im Mitteldrittel das einzige Schweizer Tor erzielt.

Für die Schweizer Protagonisten war es schwierig, unmittelbar nach der Partie die richtigen Worte zu finden. «Ich kann noch keine klaren Gedanken fassen», sagte Verteidiger Eric Blum. «Diese Leistung reichte nicht, eigentlich reichte sie für das ganze Turnier nicht.»

Stürmer Tristan Scherwey, einer der zumindest kämpferischen Aktivposten im Schweizer Team, sprach von einer «Scheiss-Niederlage». Es sei ein harter Krampf gewesen, «aber ohne glückliches Ende».

Fischers Selbstkritik

Nationaltrainer Patrick Fischer fand deutliche Worte – auch gegen sich selbst gerichtet: «Wir konnten einmal mehr an diesem Turnier das volle Potenzial nicht abrufen. Das geht auf meine Kappe.» Traurig sei er, extrem enttäuscht, leer fühle er sich, sagte Fischer.

Einer der Hauptgründe für die Niederlage war für den Nationaltrainer einmal mehr das mangelhafte Powerplay. Im ganzen Turnier erzielten die Schweizer nur einen Treffer in Überzahl, gegen Deutschland liessen sie fünf Powerplays ungenutzt. «Nicht ein einziges Mal konnten wir reüssieren», sagte Fischer. «Wir sind draussen, es tönt hart, aber es ist verdient.»

Zum Thema «Medaille als Ziel vor dem Turnier» wurde Fischer noch angesprochen. Ein zu hohes Ziel, zu viel Druck für die Spieler? «Vielleicht. Ich aber glaube an das, ich habe grosse Ziele, wir wollen vorwärtskommen. Wir hatten nach der sehr guten WM grosse Hoffnungen.»

Nur wenig Verständnis zeigte der Nationaltrainer für die Voten einzelner Spieler, nicht richtig bereit gewesen zu sein: «Wenn ein Spieler nicht bereit ist bei Olympia, wann dann?» (kk)

Schweiz - Deutschland 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:1) n.V.

3300 Zuschauer. - SR Hribik/Öhlund (CZE/SWE), McIntyre/Sormunen (USA/FIN).Tore: 2. Pföderl (Hördler, Hager/Ausschluss Almond) 0:1. 24. Moser (Ambühl, Suter) 1:1. 61. (60:26) Seidenberg (Kahun, Mauer) 1:2.Strafen: 2-mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Almond) plus Spieldauer (Almond) gegen die Schweiz, 6-mal 2 Minuten gegen Deutschland.Schweiz: Hiller; Diaz, Furrer; Blum, Untersander; Geering, Schlumpf; Loeffel; Almond, Schäppi, Ruefenacht; Ambühl, Suter, Moser; Praplan, Haas, Hollenstein; Bodenmann, Corvi, Scherwey; Herzog.Deutschland: Aus den Birken; Boyle, Ehrhoff; Moritz Müller, Seidenberg; Jonas Müller, Hördler; Krupp; Mauer, Ehliz, Fauser; Goc, Wolf, Noebels; Hager, Schütz, Pföderl; Macek, Kink, Plachta; Kahun.Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni (Ersatztorhüter), Du Bois, Hofmann und Stephan (alle überzählig). - Schüsse: Schweiz 21 (8-7-6-0); Deutschland 25 (5-6-12-2). - Powerplay: Schweiz 0/5; Deutschland 1/3.

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