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Eine Trainerdiskussion wäre fehl am Platz

Trotz des Olympia-Debakels ist der Weg, den Patrick Fischer mit dem Nationalteam eingeschlagen hat, der richtige.

Aus und vorbei: Die Schweizer Nationalmannschaft scheitert im Olympia-Achtelfinal an Deutschland. Video: Tamedia/SRF

Olympia und das Eishockey-Nationalteam, das passt nicht mehr. Die Sternstunden gegen die NHL-Stars aus Kanada (2:0) und Tschechien (3:2) in Turin 2006 sind nur noch ferne Erinnerung.

In Sotschi und nun auch in Pyeongchang scheiterten die Schweizer bereits im Achtelfinal an tiefer eingestuften Teams - an Lettland (1:3) und Deutschland (1:2). Nationalcoach Patrick Fischer hatte, weil in Südkorea die NHL-Cracks nicht mittun dürfen, von einer Medaille geträumt und prallte hart auf. Sein Team kam nie im Turnier an, und lange musste man sich fragen, wie wichtig diesen auserwählten Spielern Olympia überhaupt ist.

Wer nach dem Ausscheiden die Tränen in den Augen der Spieler sah, der wusste, dass es ihnen am Willen nicht gefehlt hatte. Doch sie brachten es nicht aufs Eis. Gegen Deutschland konnte man ihnen kämpferisch nichts vorwerfen, doch es offenbarte sich ihre alte Schwäche: Wenn der Gegner sein Tor konsequent abschirmt, schiessen sie kaum Tore. Von vier Gegnern nur Südkorea geschlagen, gegen Kanada und Tschechien chancenlos und vom Tempo überfordert – das Gesamtbild ist vernichtend.

Olympia ist ein Spiegel der Liga, die in diesem Winter noch wenig Erbauliches geboten hat. Zu viele Clubs, nicht zuletzt die ZSC Lions, kämpfen mit sich selbst. Und der SC Bern ist weit voraus, obschon auch er selten richtig zu überzeugen weiss.

Das war ein Teil des Problems: Die Berner, die das Gerüst des Nationalteams bilden, spielen seit Januar bedeutungslose Spiele. Und das Sturmduo Hollenstein/Praplan, das die Tore hätte schiessen sollen, ist mit dem Tabellenletzten Kloten seit Monaten im Krisenmodus.

Man kann die Kaderselektion Fischers hinterfragen. Etwa, wieso er einen wie Servettes Tanner Richard nicht mitnahm, der mit seinen Genieblitzen Spiele entscheiden kann. Aber eine Trainerdiskussion wäre jetzt fehl am Platz.

Das Nationalteam hat an der WM 2017 in Paris gezeigt, dass es unter Fischer und Tommy Albelin gutes Eishockey spielen kann. Und dass deren Ideen die richtigen sind: Nur mit spielerischen versierten Verteidigern und einer angriffigen Spielweise können die Schweizer ihre grösste Stärke ausspielen, die auch unsere Liga so unterhaltsam macht: das Tempo.

In Pyeongchang wirkten aber viele Spieler nach einem intensiven Januar stumpf. An der WM im Mai in Kopenhagen taugt die Erklärung eines gedrängten Spielplans nicht mehr. Fischer kann das Nationalteam über einen Monat auf die WM vorbereiten. Und da muss er zeigen, dass er aus der bitteren Olympia-Erfahrung die richtigen Lehren gezogen hat.

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