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Neues Fundament, altes Selbstbewusstsein

Olympianachwehen zum Trotz wollen die Schweizer Skicrosser ihre Position der Stärke behaupten. Fanny Smith geht mit gutem Beispiel voran.

Die erste Überraschung boten die Skicrosser in Sotschi, als sie medaillenlos heimreisen mussten. Ende Saison folgte Überraschung Nummer 2: Von Swiss-Ski erhielt die bislang als Erfolgsgarant bekannte Sportart weitere finanzielle Unterstützung zugesprochen – in der Form von zwei zusätzlichen Trainerstellen.

Ein Performancecoach und ein Techniktrainer für das Weltcupteam wurden damit engagiert, was einer deutlichen Verbesserung der Verhältnisse gleichkommt. Zuvor hatte Nationaltrainer Ralph Pfäffli das alles mehr oder weniger in Personalunion geleistet. «Die Übergänge waren so oft fliessend, dabei ging das eine oder andere unter», sagt Pfäffli, dessen Rang nun offiziell der des Cheftrainers ist. Pfäffli, der seit zehn Jahren die Skicrosser führt, erhofft sich von der neuen Unterstützung, selber wieder mehr Zeit für langfristige Projekte zu finden, auf dass die Schmach von Sotschi bei den nächsten Winterspielen in Südkorea 2018 getilgt werden kann.

Zugleich wollen die Schweizer die Gegenwart nicht ausser Acht lassen. Selbst wenn die Nachwehen von Sotschi noch nicht alle überwunden sind. Bei den Frauen fehlen mit Katrin Müller (Saisonende wegen Knorpelschaden im Knie) und Jorinde Müller (Diskushernie) zwei Olympionikinnen, derweil Sanna Lüdi nach einer Schulteroperation noch etwas die Routine fehlt. Nur Fanny Smith, die weiter mit ihrem Privattrainer unterwegs ist, scheint schon voll auf der Höhe – sie wurde beim Weltcupauftakt im Dezember in Nakiska (Ka) Dritte.

Bei den Männern kämpft Alex Fiva, den bei Olympia der Rücken plagte, noch mit einem Trainingsrückstand aus ebendiesem Grund. Dafür fuhr Armin Niederer in Kanada als Dritter stark, dahinter überraschte der Newcomer Peter Stähli, der den Final nur durch einen Fotofinish verpasste.

Sie alle wollen dieses Wochenende ihre aufsteigenden Formkurven beweisen. In Val Thorens findet am Freitag und Samstag ein Doppelweltcup statt. Es ist zugleich der letzte Test vor der WM in zwei Wochen. Eines hat sich nicht geändert: Im österreichischen Kreischberg wollen die Schweizer Medaillen gewinnen. Was sich jedoch geändert hat, ist ihr Auftreten. Dieses ist leiser, nicht mehr mit ganz so breiter Brust. «Medaillenzahlen herauszugeben, war zuletzt nicht die beste Idee», sagt Freestyle-Disziplinenchef Christoph Perreten und verzichtet deshalb auf eine Vorgabe.

Die Hoffnungen werden neben Smith und Niederer trotz des langsamen Formaufbaus auch auf Alex Fiva gesetzt. Denn wie sagt Trainer Pfäffli: «Kreischberg ist sein Rennen.» Die WM- und Olympiahauptprobe gewann Fiva vor einem Jahr. Mike Schmid wurde damals Dritter. Danach riss der in Sotschi zum fünften Mal sein Kreuzband, seither ist der erste Skicross-Olympiasieger wieder in der Reha. Einen Moment lang dachte und hoffte das Team, der (einstige) Leader könne es zur WM schaffen, er stand auch bereits wieder auf den Ski. Doch mittlerweile haben sie sich einen defensiveren Plan zurechtgelegt, sein Comeback dürfte Schmid erst nächsten Winter geben.

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