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Nationalteam will Fünftore-Rückstand gegen Dänemark wettmachen

Die Schweizer Handballer sind bei der 27:32-Niederlage im Hinspiel der WM-Barrage in Dänemark mit einem blauen Auge davongekommen. Die starke Schlussphase lässt für die Partie von heute Sonntag in St. Gallen (16.45 Uhr) hoffen.

Fünf Tore gegen eine Mannschaft aufzuholen, die praktisch auf allen Positionen über eine grössere individuelle Klasse verfügt, ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Dennoch herrscht im Schweizer Lager grosser Optimismus, sich erstmals seit dem 7. Rang 1995 wieder auf der WM-Bühne präsentieren zu können.

"Ich glaube sehr stark daran", sagte Nationaltrainer Goran Perkovac. Elio Bucher, der Spielmacher Nummer 2, dem in der 3-2-1-Verteidigung als vorderster Mann eine wichtige Rolle zukommt, sprach gar von einer "wirklich guten Ausgangslage". Aufbauer David Graubner erklärte, dass er auf Grund der Erfahrungen mit Kadetten Schaffhausen (die Kadetten schafften im EHF-Cup überraschend den Einzug in den Final, Red.) ziemlich zuversichtlich sei. Und Regisseur Andy Schmid ergänzte: "Wir haben sicher noch sehr viel Steigerungspotenzial. Zu Hause haben wir immer gute Leistungen gezeigt." Beispielsweise hätten sie Russland während 40 Minuten vorgeführt. Darum sehe er der Begegnung positiv entgegen. Fünf Tore seien im Handball nichts. Der Kopf werde entscheidend sein.

Es ist klar, dass solche mutmachenden Sätze gewählt werden. Der Optimismus ist allerdings alles andere als unbegründet. Das hat die Schlussphase des Hinspiels in Bröndby verdeutlicht, in der die Schweizer innert sieben Minuten von 19:29 (48.) auf 26:30 (55.) verkürzten. Mit etwas mehr Glück und Cleverness wäre gar ein noch besseres Resultat möglich gewesen. Die Dänen konnten in dieser Phase eine gewisse Nervosität nicht verbergen; sie agierten nicht mehr so stilsicher wie über weite Strecken der Partie zuvor.

Zudem stehen die Nordländer unter einem enormen Druck. In den dänischen Medien wurden die beiden Spiele gegen die Schweiz zu den wichtigsten Partien der letzten zehn Jahre deklariert. Dies hängt zum grossen Teil damit zusammen, dass die WM 2011 in Südschweden stattfindet und damit nicht weit entfernt von Dänemark. Gemäss dem dänischen Nationaltrainer Ulrik Wilbek wäre es deshalb in den Augen der dänischen Sport-Offentlichkeit eine Katastrophe, wenn sein Team scheitern würde.

Die SHV-Auswahl dagegen kann praktisch nur gewinnen. Selbst Perkovac sagte, dass eine Niederlage keine Schande wäre. Dem ist zwar so, allerdings bräuchte der Handball hierzulande dringend einen solchen Exploit, damit die Sportart nicht weiter in der Versenkung verschwindet. Dessen sind sich die Spieler bewusst.

Um im Athletik Zentrum in St. Gallen zu reüssieren, müssen die Schweizer nahe am Optimum spielen. Offensive und defensive Unzulänglichkeiten wie im Hinspiel dürfen sie sich nicht mehr erlauben. Eine Schlüsselrolle kommt den Torhütern Pascal Stauber und Roman Schelbert zu. Nur mit einer Top-Leistung auf der Goalie-Position ist die Qualifikation für die WM-Endrunde realistisch.

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