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Was sind Saubers Spitzenzeiten wert?

Sauber scheint nach der Krisensaison 2014 wieder auf dem Vormarsch. Auch ein namhafter Experte glaubt an das Schweizer Formel-1-Team.

Blau ist die Hoffnung: Kann Sauber 2015 die finsteren Wolken des Vorjahres vertreiben?
Blau ist die Hoffnung: Kann Sauber 2015 die finsteren Wolken des Vorjahres vertreiben?
Reuters

Das Jahr 2014 war das schlechteste in der Formel-1-Geschichte des Sauber-Rennstalls. An den ersten vier Testtagen in Andalusien hinterliess der neue C34 aber einen guten Eindruck, auch wenn die Testzeiten wie immer mit Vorsicht zu geniessen sind. Der frühere Formel-1-Designer Gary Anderson jedenfalls sieht die Hinwiler auf dem aufsteigenden Ast, auch dank der Fortschritte beim Motorenlieferanten Ferrari, der ebenfalls eine unbefriedigende Saison hinter sich hat.

«Sauber scheint von der verbesserten Ferrari-Antriebseinheit zu profitieren», schreibt Anderson in seiner Analyse für das Fachportal Motorsport-total.com. Er vermutet zwar, dass die starken Rundenzeiten in Jerez auch mit einem spärlich gefüllten Tank und weniger Gewicht zu tun haben könnten, hält aber fest: «Das Auto sieht konstant und im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert aus. Und wenn Felipe Nasr und Marcus Ericsson mit dem C34 starke Zeiten fahren, dann wird das jeden in Hinwil motivieren.»

Ericsson weist die Vermutung mit dem leeren Tank zurück und erklärt gegenüber dem Magazin «Autosport»: «Unser Auto ist generell stabiler und gibt dem Fahrer beim Anbremsen und in den Kurven mehr Selbstvertrauen. Auch Ferrari hat beim Motor seit Abu Dhabi einen guten Schritt gemacht.» An den vier Testtagen spulten Ericsson und Nasr insgesamt 382 Runden oder knapp 1700 km ab. «Dabei scheint der neue Bolide auch noch sehr schnell zu sein, wie die Plätze 3 und 5 im Wochenklassement beweisen», konstatiert Motorsport-total.com.

Die Frage, warum es mit den immer wieder kolportierten Finanzspritzen von russischen Investoren bislang nichts werden will, beantwortete Teamchefin Monisha Kaltenborn ausweichend: «Man kriegt immer sehr unterschiedliche Meldungen. Da kann es von irgendwo ein positives Signal geben, dann von woanders wieder ein Stopp. Das Wirtschaftsleben ist sehr eng mit dem politischen Leben verknüpft.» Die finanziellen Engpässe sollen die Zukunft des Sauber-Rennstalls in der Königsklasse des Motorsports aber nicht gefährden. «Ausstieg ist für uns keine Option. Formel 1, das ist unser Kerngeschäft hier in Hinwil», so Kaltenborn.

Motivation verschaffen Sauber nicht nur die guten Auftritte an den Tests, sondern auch eine Aussage seines Ex-Piloten Felipe Massa, der inzwischen bei Williams unter Vertrag steht. «Auch harte Arbeit ist wichtig, Geld ist nicht alles», so der Brasilianer über die ungleichen Verhältnisse zwischen den Grossen Mercedes, Red Bull oder Ferrari und den Privatteams, zu denen Williams ebenso gehört wie Sauber.

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