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Lauda fährt Sauber an den Karren

In einem Interview kritisiert Niki Lauda den Formel-1-Rennstall Sauber heftig. Auch Chefin Monisha Kaltenborn bekommt ihr Fett ab.

Pointierte Aussagen: Niki Lauda kritisiert mit scharfer Zunge das Sauber-Team. (7. Oktober 2015)
Pointierte Aussagen: Niki Lauda kritisiert mit scharfer Zunge das Sauber-Team. (7. Oktober 2015)
Georg Hochmuth, Keystone

Niki Lauda, der Aufsichtsratsvorsitzende im dominierenden Formel-1-Rennstall Mercedes, lässt im Interview mit der «Handelszeitung» kein gutes Haar am Hinwiler Formel-1-Team Sauber. Auf die Frage, warum Sauber in Nöten steckt, gibt der 66-jährige Österreicher zur Antwort: «Das Problem ist, dass Sauber seit Jahren nie mehr über die Hürde kommt, ein konkurrenzfähiges Auto zu bauen, das mit den Spitzenteams mithalten kann.»

Weitere Auszüge aus den Antworten des ehemaligen dreifachen Weltmeisters: «Chefin Monisha Kaltenborn hat ihre ganz eigene Art, das Team zu führen. Da gab es aus meiner Sicht schon einige Ungereimtheiten, die hart an der Grenze waren. Wenn Fahrer bezahlt haben und dann nicht fahren können oder Autos vor dem Grand Prix beschlagnahmt werden, das ist dann halt blöd.»

Unverständnis über Saubers Klage

Zum Fakt, dass der Sauber-Rennstall bei der Europäischen Kommission geklagt hat, dass kleinere Rennställe benachteiligt werden, sagt Lauda: «Ich finde das Vorgehen schon sehr speziell. Sauber ist ein Teil einer Renngemeinschaft, unterzeichnet das Concorde Agreement, wo alles bis aufs Letzte geregelt ist, und sagt dann plötzlich: Das gilt alles nix mehr. Ich verstehe diese Argumentation nicht. Seit es die Formel 1 gibt, gibt es Teams, die gewinnen, und Teams, die hinterherfahren. Wie in jedem anderen Sport auch. (...) Es kann doch nicht sein, dass ein Rennstall stetig Schulden anhäuft und dann als letzte Rettung das ganze System infrage stellt. Jeder ist für sich selber verantwortlich. Sauber sollte gegen seine eigene Unfähigkeit ankämpfen.»

Im Weiteren sprach Lauda darüber, dass die Formel 1 wegen der Überreglementierung des FIA-Weltverbandes ins Hintertreffen geraten sei. «Man muss aufpassen, dass die Formel 1 nicht zu einer Alibi-Veranstaltung verkommt, wo Fahrer nicht einmal mehr einen Führerschein besitzen müssen.» Er weiss auch schon, wie das zu verbessern ist. «In zwei Jahren wird ein Konzept kommen, mit dem die Autos fünf bis sechs Sekunden schneller sind und die Fahrer wieder im Mittelpunkt sind und mehr tun müssen. Die gesamte Kommunikation aus den Boxen, mit der das Team erklärt, wie das Auto zu bedienen sei, wird reduziert.»

si/fal

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