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Einigkeit über Absage – Kritik aus England

Die Absage des Formel-1-Auftakts in Bahrain löst unterschiedliche Reaktionen aus – wobei mehr das Verhalten von Bernie Ecclestone Kritik auslöste.

Verschobener WM-Start: Die Absage des Formel-1-Starts in Bahrain provoziert Reaktionen.
Verschobener WM-Start: Die Absage des Formel-1-Starts in Bahrain provoziert Reaktionen.
Keystone

Die Kritik nach der Absage des Grand Prix von Bahrain vom 13. März wurde vor allem in England und in der Zeitung «Daily Telegraph» laut, weil Bernie Ecclestone den Entscheid über die Absage allein dem Kronprinzen Salman ibn Hamad ibn Isa Al Chalifa überliess. «Dass die Verantwortlichen in Bahrain selbst ihren eigenen Grossen Preis absagen mussten, damit niemand sonst die Verantwortung übernehmen muss, zeigt, dass der Sport in einem moralischen Vakuum operiert», so «Daily Mail». So entfällt das Startgeld in der Höhe von rund 35 Millionen Dollar nicht.

Ecclestone wies solche Vorwürfe allerdings schon im Vorfeld von sich: «Mit Geld hat das nichts zu tun – in solchen Fällen reden wir nicht über Geld», erklärte der Formel-1-Zampano dem britischen Sender BBC. Gleichwohl kam die Absage auch logistisch noch rechtzeitig, um hohe Zusatzkosten zu vermeiden. Einzig 1200 Pirelli-Reifen waren laut «Bild»-Informationen schon per Schiff nach Bahrain unterwegs, wo Anfang März auch noch Testfahrten auf dem Programm gewesen wären.

Heikle Expandierung

Auch wenn dies nun die erste Absage aus politischen Gründen ist, so verdeutlicht dies doch, an welcher Grenze sich die Formel 1, aber auch der Sport insgesamt bewegt. Auch die Fifa stösst mit ihren Lieblingsprodukt WM in immer neue Märkte vor. Nach Südafrika sind durchaus auch Russland (2018) und Qatar (2022) gewisse Wagnisse. Im Vorjahr war auch der Grand Prix von Südkorea in Gefahr, weil die Strecke erst im allerletzten Moment fertiggestellt worden war.

Die Expandierung des Sports in alle Teile der Welt birgt offensichtlich grosse Probleme. Eine vielleicht wichtige Erkenntnis für den Sport, gerade vor dem Hintergrund, dass die Formel 1 durch ihre jährliche Austragung oft als unfreiwilliger Testballon für Jahre im voraus vergebene Olympische Spiele oder Fussball-Weltmeisterschaften fungiert. «Das ist die Formel 1 der heutigen Zeit», schrieb der «Corriere dello Sport». «Sie hängt vom Geld der asiatischen Wirtschaft ab und spürt die Winde und die Turbulenzen in Gebieten, in denen es junge oder gar keine Demokratien gibt.»

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