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«Die Formel 1 ist verweichlicht»

Der ehemalige Formel-1-Pilot Gerhard Berger übt scharfe Kritik an der Königsklasse. Der Österreicher verlangt weniger komplizierte Regeln, dafür mehr Freiraum für die Fahrer.

Älterer und jüngerer GP-Deutschland-Gewinner: Gerhard Berger unterhält sich mit WM-Leader Nico Rosberg in Hockenheim.
Älterer und jüngerer GP-Deutschland-Gewinner: Gerhard Berger unterhält sich mit WM-Leader Nico Rosberg in Hockenheim.
Keystone

Die Formel 1 ist keineswegs unspektakulär. Das hat auch der Grand Prix von Deutschland am Hockenheimring vom Sonntag gezeigt. Aber die Königsklasse des Automobilrennsports hat schon weitaus bessere Tage erlebt. Das findet auch Gerhard Berger, früherer Pilot und ehemaliger Teamchef in der Formel 1. Gegenüber der «Rheinischen Post» nahm der 54-jährige Tiroler kein Blatt vor den Mund. Auf die Frage, was der Formel 1 derzeit fehle, antwortet Berger: «Einen Bernie Ecclestone zu seinen besten Tagen.»

Der Vermarkter der Formel 1 ist jedoch in arge Bedrängnis geraten. Einerseits steht der 83-jährige Brite, der ein schwer durchschaubares Netz aufgebaut hat, wegen Bestechung vor Gericht, was ein schiefes Licht auf die gesamte Branche wirft. Andrerseits kämpft die Königsklasse in wirtschaftlich harten Zeiten gegen eine Vielzahl von Problemen, darunter auch gegen die zunehmende Interessenlosigkeit der Fans und der Sponsoren. Berger hält die Versuche, auf künstliche Weise sportliche Spannung zu erzeugen – etwa die doppelte Punktzahl im letzten Saisonrennen oder das Drag Reduction System (DRS) – für absoluten «Blödsinn. Alles, was nicht echt ist, nimmt der Fan nicht an. Die Formel 1 ist verweichlicht und überreglementiert».

Die wahren Helden fahren auf zwei Rädern

Der zehnfache Grand-Prix-Sieger in der Zeitspanne von 1984 bis 1997 verweist auf den Motorradsport. «Da bricht sich der Lorenzo die Schulter, fliegt nach Barcelona, lässt sich operieren und fährt am nächsten Tag schon wieder», sagt der ehemalige Pilot, der 210 Formel-1-Rennen bestritten hatte. «Bei uns dagegen kassierst du eine Durchfahrtsstrafe, wenn einer näher als zehn Zentimeter an ein anderes Auto fährt.»

Der in Monte Carlo lebende Berger verteilt aber auch Lob. Die Aufholjagd von Lewis Hamilton von Rang 20 auf Platz 3 beeindruckt den ehemaligen Piloten. «Das ist eine weltmeisterliche Leistung von Lewis gewesen, von so weit hinten zu starten und noch bis nach vorne zu kommen – ein höchst verdienter Podestplatz.»

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