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Der rasende Schweizer im Playboy-Auto

Nico Müller fährt in der DTM – mit Erfolg und dem «schönsten Auto».

Weisser Hase auf schwarzem Hintergrund: Ein Männermagazin sponsert den Schweizer DTM-Fahrer Nico Müller. Sein Audi ist stark wie 460 Pferde und fährt bis zu 270 km/h schnell.
Weisser Hase auf schwarzem Hintergrund: Ein Männermagazin sponsert den Schweizer DTM-Fahrer Nico Müller. Sein Audi ist stark wie 460 Pferde und fährt bis zu 270 km/h schnell.
Keystone
Der jüngste Erfolg in der Karriere des 25-Jährigen: Müller (rechts) fuhr im österreichischen Spielberg auf dem Red-Bull-Ring an einem Wochenende gleich zweimal hintereinander auf den dritten Rang. Der erste Lohn: eine Champagnerdusche.
Der jüngste Erfolg in der Karriere des 25-Jährigen: Müller (rechts) fuhr im österreichischen Spielberg auf dem Red-Bull-Ring an einem Wochenende gleich zweimal hintereinander auf den dritten Rang. Der erste Lohn: eine Champagnerdusche.
Keystone
Müller weiss um die Wichtigkeit der Vermarktung, am liebsten aber gibt er Gas: «Ich möchte jedes Auto am Limit bewegen können.»
Müller weiss um die Wichtigkeit der Vermarktung, am liebsten aber gibt er Gas: «Ich möchte jedes Auto am Limit bewegen können.»
Keystone
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Wie fühlt es sich eigentlich an, mit teurem Champagner bespritzt zu werden? Es ist ein exklusives Gefühl, das auch im Motorsport nur die Besten erleben dürfen. Oder müssen? Als der Schweizer DTM-Fahrer Nico Müller am Sonntag seinen dritten Platz im Rennen von Spielberg bejubelte, machten auch seine Augen Bekanntschaft mit dem Schaumwein.

Der Erfolg im Deutschen Tourenwagen Masters ist für Müller eine Erleichterung. In seiner vierten DTM-Saison war er noch nie aufs Podest gefahren, nun klappte es am zweitletzten Rennwochenende auf dem Red-Bull-Ring in Österreich gleich zweimal hintereinander, am Samstag und am Sonntag. So arbeitete sich der 25-Jährige auf Rang 12 des Gesamtklassements vor und kommt mit zwei dritten Plätzen, wertvollen Punkten und zwei Pokalen nach Hause.

Die Trophäen übergab er gleich seinen Mechanikern: «Die Pokale sollen sie jeden Tag bei der Arbeit motivieren. Sie sind auch ihr Lohn.» Müller weiss, wie wichtig sie sind. Zu Beginn der Saison verletzte sich sein Chefmechaniker, es folgte ein durchzogener Saisonstart. «Es entscheiden Details. Stets kam etwas Kleines dazwischen, diesmal passte alles.» Mit 460 PS und bis zu 270 km/h sind die Fahrer im ausgeglichenen Feld unterwegs: «Jeder kann jeden schlagen.» Etwas länger als 80 Sekunden brauchten die DTM-Cracks für die 4,3 Kilometer lange Runde in Spielberg, alle 18 Fahrer waren im Qualifying innerhalb von 0,7 Sekunden klassiert.

«Er wächst in die Rolle des perfekten Fahrers»

Der Thuner sitzt in einem Cockpit des DTM-Dominators Audi im Team Abt Sportsline. Sein Teamkollege Mattias Ekström gehört zu den Besten seines Fachs. Müller befindet sich also ganz weit oben. Sein Teamchef Hans-Jürgen Abt sagte vor einem Jahr: «Nico wächst in die Rolle des perfekten Fahrers.» Das war kurz nach seinem endgültigen Durchbruch, seinem ersten und bisher einzigen Sieg, als er auf dem deutschen Norisring triumphierte.

Müller ist stets auf der «Suche nach der Perfektion, die es vielleicht gar nicht gibt». Auf ganzer Linie liebt er den Motorsport, startete auch schon in anderen Kategorien wie dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Er kommt aus der Kart-Szene, begann im Alter von 12 Jahren zu fahren und arbeitete sich kontinuierlich nach oben. Mit 18 war er bereits in der GP3-Serie, später in der Formel Renault 3.5.

Die Abmachung mit den Eltern

Erst vor kurzem zeigte er, dass er ein Allrounder ist, fuhr zwei Rallyecross-Rennen und qualifizierte sich beim zweiten Mal gar für den Final. «Es war eine super Erfahrung, ich kam als absoluter Nobody. Das ist mein Ziel: Ich möchte anpassungsfähig sein und jedes Auto am Limit bewegen können.» Dies macht er so gut, dass er von seinem Hobby leben kann, auch wenn er keine Millionen verdient.

Seinen Aufstieg verdankt er auch seiner Familie. Mit seinen Eltern hatte er nach der Matur eine Abmachung, zwei Jahre voll auf den Motorsport setzen zu dürfen. Der Plan ging auf. Heute sitzt Müller im Audi, auf den Flanken prangt das Sponsoren-Logo. Dieser bekannte weisse Hase auf schwarzem Hintergrund: Playboy. Eine Kooperation mit Audi brachte das Signet des Männermagazins auf Müllers Auto, der sofort damit einverstanden war. Sein Auto hält er für das schönste im Feld. Es ist auch eines, das Blicke auf sich zieht. Als Shootingstar sieht er sich dennoch nicht.

Die Freundin: Ein ehemaliges Playmate

Natürlich sind Sponsorentermine und Vermarktung an einem Rennwochenende ein wichtiger Teil, doch am liebsten fährt Müller einfach. Wenn er für einmal nicht vor dem Steuer sitzt, fährt er Velo oder ist im Winter auf den Langlaufski unterwegs. Hier kann er den Kopf lüften, wenn er denn Zeit hat. Er ist nur rund 140 Tage pro Jahr zu Hause. Seit ein paar Monaten wohnt er mit seiner Freundin Victoria Paschold (26) in Bern. Ohne dass es Müller beim Kennenlernen wusste, wurde die Deutsche bereits einmal im Magazin seines Sponsors abgelichtet.

Müller hat kein Problem damit, seine Liebe öffentlich zu zeigen. Er pflegt den Kontakt zu seinen rund 40'000 virtuellen Fans, auch mit privaten Bildern. Das neueste Beispiel nach seinem erfolgreichen Wochenende: ein Foto von Müller und Paschold auf Instagram. «Home» schrieb er dazu. Zuhause. Die beiden sitzen in einem Cabriolet. Einem Audi. Für einmal fährt sie. (te)

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