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Ana Carrasco: Mit Karacho zum Premieren-Sieg

Als erste Frau gewinnt die 20-Jährige ein Motorrad-WM-Rennen. Vor einem Jahr war sie noch ganz unten.

Ein Bild aus alten Moto3-Zeiten: Ana Carrasco. Bild: Keystone
Ein Bild aus alten Moto3-Zeiten: Ana Carrasco. Bild: Keystone

Als hätte es ein Drehbuch für dieses Rennen gegeben, geschrieben für Ana Carrasco. So ging es in der Schlussphase dieses Rennens in der Supersport-300-WM zu. Die junge Spanierin kam als Zweite aus der letzten Kurve geschossen, pirschte sich im Windschatten an und überquerte die Ziellinie als Erste. Der Vorsprung: 53 Tausendstel. Noch nie zuvor war die 20-Jährige in die Top 5 gefahren, und dann dieser Triumph am letzten Wochenende in der portugiesischen Algarve.

Carrasco ist damit die erste Frau, die einen WM-Lauf in einer Soloklasse gewinnen konnte. Lange führte ihr Weg nur nach oben, nun endete er zwischenzeitlich auf dem Gipfel. Ihre Begeisterung für den Motorradsport hat sie vom Vater geerbt, der selbst Motorradmechaniker ist. Als Dreijährige stieg sie zum ersten Mal auf eine zweirädrige Maschine, mit sechs fuhr sie die ersten Rennen. Bis heute eifert sie ihren Vorbildern nach – männlichen, natürlich. Allen voran Valentino Rossi.

Im Alter von 16 Jahren fuhr sie als erste Frau überhaupt in der Moto3-WM. In ihrer Debütsaison gelang ihr in Valencia gleich ein achter Rang. Alles schien perfekt, Carrasco konnte nebenbei sogar ein Jurastudium beginnen.

Verletzungen und Sponsorenprobleme

In den Rennen blieb sie aber nicht verschont, sie zog sich einen Schlüsselbeinbruch und einen Bruch im linken Oberarmknochen zu. Carrasco fand nicht mehr genügend Sponsoren und musste einen neuen Weg finden; 2016 und nach drei Saisons konnte sie nicht mehr in der GP-Klasse starten. Sie beklagte sich aber nie, als Frau benachteiligt zu werden. «Es ist für alle Fahrer genau gleich schwierig, Sponsoren zu finden», sagte die junge Frau aus Murcia damals dem Motorsportportal «Speedweek».

Carrasco rappelte sich auf, unterbrach für die Supersport-300-Klasse das Studium und wurde nun für ihren Aufwand belohnt. Auf der Kawasaki Ninja 300 erfüllte sich ihr grosser Traum eines Sieges. Carrasco setzte sich gegen mehr als 30 Mitstreiter durch –allesamt männlich – und wurde danach in der spanischen Sportzeitung «As» schon fast poetisch: «Mit Mühe und Opfer müssen auch die Resultate kommen. Ich bin wirklich glücklich, das ist ein unglaublicher Sieg.» (te)

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