Sauber droht das totale Chaos

Gerichtstermin statt Vorfreude: Weil ein früherer Ersatzfahrer seinen Platz im Cockpit vor Gericht erstreiten will, hat der Schweizer Rennstall vor dem Saisonstart ein gröberes Problem.

Probleme zum Saisonstart: Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn muss vor Gericht.

Probleme zum Saisonstart: Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn muss vor Gericht.

In einer Woche beginnt in Melbourne die neue Formel-1-Saison, und gleich das erste Rennen sollte für den Schweizer Sauber-Rennstall die Gelegenheit bieten, das missratene vergangene Jahr vergessen zu machen. Doch nun droht Ungemach: Der letztjährige Ersatzfahrer Giedo van der Garde hat die Equipe aus Hinwil verklagt und will sein Recht auf ein Sauber-Stammcockpit vor einem australischen Eilgericht durchsetzen. Dies berichtet «Motorsport-Total».

Zusammen mit seinen Beratern ist der 29-jährige Holländer vor den obersten Gerichtshof des Bundesstaats Victoria gelangt. Van der Garde beruft sich auf eine Klausel in seinem Vertrag, die ihn zum Stammfahrer für das Jahr 2015 macht, falls Sauber sie aktiviert. Laut Unterlagen des Gerichts habe Sauber diese Option am 28. Juni 2014 gezogen, zitiert das Fachblatt. Dieser Schritt könnte Sauber in grosse Schwierigkeiten bringen.

Was tun Nasr und Ericsson?

Richter Clyde Croft hat für kommenden Montag eine erste Anhörung in diesem Eilprozess angesetzt, noch vor dem Qualifying am Freitag in einer Woche könnte ein Urteil gefällt sein. Und das Chaos perfekt: Schliesslich hat Sauber seine Stammfahrer für das neue Jahr längst benannt: den Brasilianer Felipe Nasr und den Schweden Marcus Ericsson. Als «Pay Driver» bezahlen beide jeweils rund 20 Millionen Franken für ihren Platz bei Sauber. Auch sie würden auf ihrem Vertrag beharren. Drei Piloten haben aber nicht in zwei Autos Platz.

Zudem droht auch der letztjährige Fahrer Adrian Sutil Sauber rechtliche Schritte an, sein Vertrag wäre ebenfalls noch für 2015 gültig gewesen. So weit wie Van der Garde geht er aber nicht. Bei Sauber gibt man sich, auf rechtliche Auseinandersetzungen mit ihren früheren Fahrern angesprochen, wortkarg. Teamchefin Monisha Kaltenborn hatte vor wenigen Tagen gegenüber baz.ch/Newsnet geantwortet: «Kein Kommentar.»

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