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Mike Schmid, der "kolossale" Crosser?

In neuen Olympia-Disziplinen wie Skicross sind die Schweizer erfahrungsgemäss immer für einen Coup gut -- zumal heute ab 18.15 Uhr mit Mike Schmid (25) der Weltcup-Leader im Startgate steht.

Eine Rennprognose mochte Schmid dennoch nicht stellen. Ebenso wenig identifiziert er sich mit der ihm zugeteilten Favoritenrolle. Nur weil er derzeit die FIS-Rangliste anführe, sei er lange nicht der einzige Kandidat für eine Top-Klassierung: "Es kommen eher 15 als 10 Fahrer für den Sieg in Frage."

Auf den Skis steht Schmid seit seiner frühen Kindheit. Schneesport hat ihn schon immer fasziniert. Im Juniorenalter gehörte er im Alpinbereich zu den Talenten seines Jahrgangs. "Bis ich mit 15 die Freude verloren habe am Skirennsport, war ich bei den Leuten." Dann folgte der Bruch. Ohne Spass komme man nicht allzu weit, erklärt Schmid.

Der Zeit bei den Alpinen trauert er nicht nach. Im Cross hat er seinen Platz gefunden. Dort kann sich der Koloss (1,93 m/96 kg) austoben. Der schonungslose Kampf gegen drei andere Fahrer zieht Schmid der Fahrt gegen die Uhr vor. "Wir haben Spektakel pur." Die Wellen und Sprünge im Kurs mag er. Cross bedeute auch Abwechslung.

Vor sechs Jahren debütierte der Berner in der relativ jungen Disziplin. Eine Saison später stand er in Kreischberg (Ö) ein erstes Mal auf dem Podest. Wirklich konstant auf hohem Niveau fuhr er hingegen erst in diesem Winter. "Derzeit geht alles auf. Ich fühle mich praktisch auf jedem Kurs sofort wohl."

Leben kann er trotz seiner Spitzenresultate nicht vom Sport. Im Sommer baut Schmid Strassen. Nachteile befürchtet der Weltcup-Leader deswegen aber keine: "Das geht vielen hier im Feld so." Eine Ausnahme bildet diesbezüglich der frühere US-Alpine Daron Rahlves, der ehemalige Super-G-Weltmeister und Streif-Sieger in Kitzbühel.

Ums Geld geht es den meisten Fahrern nicht. Für einen Sieg im Weltcup kassieren sie "bescheidene" 3000 Euro. Die Adrenalinschübe sind ihr Lohn für den Aufwand und das Risiko, das sie eingehen. Gefahren wird mit Riesenslalom-Skis. Das Tempo ist meistens hoch, die Sprünge nicht selten über 20 m weit.

Das Wettkampfgewicht gilt als entscheidender Faktor. Die vier Schweizer Starter wiegen im Schnitt über 89 kg. "Als Fliegengewicht hat man in diesem Sport keine Chance", redet Conradign Netzer Klartext. Der stämmige Schreiner aus dem Bündnerland weist aber auch darauf hin, "dass die Taktik eine grosse Rolle spielt".

Netzer, übrigens ein Cousin von HCD-Captain Sandro Rizzi, rechnet sich ebenso wie die übrigen Schweizer Starter -- Richard Spalinger und Beni Hofer -- durchaus Chancen aus, in die Halbfinals der besten 8 vorzustossen. "Auf diesem Kurs liegt mit dem richtigen Timing viel drin."

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