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«Wir wurden aufs Übelste betrogen»

Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic, kritisiert das IOK nach dem milden Entscheid für Russland scharf.

«Ich bin erstaunt, traurig und verärgert»: Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild.
«Ich bin erstaunt, traurig und verärgert»: Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild.
Keystone

Es ist nachgewiesen, dass in Russland systematisch gedopt wurde. Dennoch verzichtet das IOK darauf, alle russische Athleten für die Olympischen Sommerspiele in Rio auszuschliessen. Man wolle keine Kollektivstrafe, überlasse stattdessen den endgültigen Entscheid den einzelnen Sportverbänden, liess Präsident Thomas Bach verlauten.

In der Sendung «Sportpanorama» wurde auch Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic, zu diesem Entscheid gefragt – dabei redete er sich in Rage: «Ich bin erstaunt, traurig und verärgert.» Erstaunt, weil Schild bisher davon ausgeangen sei, dass die Olympischen Spiele vom IOK und nicht den einzelnen Sportverbänden durchgeführt würden. «Vor allem bin ich aber verärgert, weil das IOK keine Verantwortung übernimmt», legte der 70-Jährige nach.

Russland habe organisiert gedopt, staatlich gefördert, und sogar der Geheimdienst sei involviert gewesen, so der Basler weiter. Und einmal richtig in Fahrt, liess er seinem Frust freien Lauf: «Es wird immer von diesem olympischen Geist geredet. Wir anderen Verbände und die Athletinnen und Athleten wurden jedoch von einem Mitglied dieser Familie aufs Übelste betrogen. Da frage ich mich, was das noch mit den olympischen Werten zu tun hat.»

Das Argument, man wolle keine Kollektivstrafen aussprechen, ist für Schild «aus politischer Sicht geheuchelt». Schliesslich habe die ehemalige UdSSR auch schon die Olympischen Spiele boykottiert, damals habe auch keiner gefragt, ob damit Athleten bestraft würden.

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