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Usain Bolts Erfolgsgeheimnis

Ein Wissenschaftler und ein ehemaliger Sprinter erklären in einer BBC-Reportage, weshalb Usain Bolt so schnell rennt.

Der König der kurzen Distanzen: Usain Bolt profitiert von seinen Grundvoraussetzungen.
Der König der kurzen Distanzen: Usain Bolt profitiert von seinen Grundvoraussetzungen.
Keystone

Usain Bolt war mit WM-Gold über 100 m, 200 m und die 100-m-Staffel wieder einmal der Mann der kurzen Distanzen in Peking – obwohl hinter seiner Form zunächst ein Fragezeichen stand. Trotzdem sahen ihn sein grosser Konkurrent Justin Gatlin und die anderen Mitstreiter nur von hinten. Und nicht wenige fragten sich nach den Triumphen, wie denn ein Mann so konstant schneller sein kann als alle anderen. Bolt hat wohlgemerkt seit 2008 kein einziges WM- oder Olympiarennen nicht gewonnen – mit der Ausnahme der Disqualifikation beim Fehlstart 2011 in Daegu.

Was hebt den Jamaikaner von den anderen Sprintern ab? «Bolt ist ein genetischer Freak», sagt der ehemalige britische Sprinter Craig Pickering gegenüber der BBC. «Weil er 1,95 m gross ist und wenn man sich die Länge seiner Beine anschaut, sollte es eigentlich gar nicht möglich sein, so schnell zu beschleunigen.» Am Anfang des Rennens wolle man eigentlich kleine Schritte machen, um Tempo aufzunehmen. Aufgrund von Bolts Grösse sei ihm das aber nicht möglich. Trotzdem sieht Pickering genau darin auch den grössten Vorteil des Jamaikaners: «Wenn er einmal seine Höchstgeschwindigkeit erreicht hat, braucht er einfach weniger Schritte als alle anderen.» Bolt braucht für die 100 m normalerweise 41 Schritte, was drei oder vier weniger sind als bei seinen Konkurrenten. Pickering ist überzeugt: «Die Schrittlänge ist der Unterschied zwischen den Sprintern, die die 100 m unter 10 Sekunden zurücklegen und jenen, die das eben nicht schaffen.»

«Freizeitläufer können ihre Beine genau so schnell bewegen wie die Sprint-Elite»

Die besten Sprinter werden immer von solchen naturgegebenen Vorteilen profitieren, meint Dr. Sam Allen von der Universität Loughborough. Der Forscher räumt auch mit dem Mythos auf, dass der schnellste Sprinter auch immer jener sei, der seine Beine am schnellsten bewegt. «Freizeitläufer können ihre Beine genau so schnell bewegen wie die Sprint-Elite.» Der Hauptunterschied liege in der Kraft und Länge der Schritte. So brauchen Freizeitläufer zwischen 50 und 55 Schritte für 100 m, während der durchschnittliche Profi um die 45 braucht.

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