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«Eine riesige Beleidigung»

Dafne Schippers läuft an der WM fast so schnell wie einst Florence Griffith-Joyner. Nun muss sie sich unangenehme Fragen gefallen lassen.

21,63 Sekunden: Schneller als Dafne Schippers liefen erst zwei Frauen.
21,63 Sekunden: Schneller als Dafne Schippers liefen erst zwei Frauen.
Reuters
Die Grösse ist einer ihrer Trümpfe: Schippers misst 1,79 Meter und hat eine entsprechend grosse Schrittlänge.
Die Grösse ist einer ihrer Trümpfe: Schippers misst 1,79 Meter und hat eine entsprechend grosse Schrittlänge.
Reuters
Am Ziel: Schippers lässt sich von ihren Eltern und Trainer Bart Bennema (r.) feiern.
Am Ziel: Schippers lässt sich von ihren Eltern und Trainer Bart Bennema (r.) feiern.
Keystone
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Die Geschichte der niederländischen Sprinterin Dafne Schippers sei eigentlich zu schön, um wahr zu sein, finden Skeptiker. Schippers, die an der WM in Peking über 100 Meter in 10,81 Sekunden Zweite geworden war, triumphierte über 200 Meter in der Fabelzeit von 21,63 Sekunden. «In unfeiner Gesellschaft» befinde sie sich damit, schreibt die «Süddeutsche Zeitung» – mit dem Verweis darauf, dass nur die immer wieder des Anabolikamissbrauchs verdächtigte, 1998 verstorbene Weltrekordlerin Florence Griffith-Joyner (21,34) und die vom Balco-Labor gedopte Marion Jones (21,62) noch schneller rannten als die ehemalige Siebenkämpferin.

So flink die 23-jährige Schippers auch ist, dem Generalverdacht, der wegen der langen Dopinggeschichte in der Leichtathletik auf allen herausragenden Athletinnen und Athleten liegt, entkommt sie nicht. Trotz negativer Dopingtests, trotz aller Beteuerungen, das alles mit rechten Dingen zugehe. Eine Zeitung in Schippers Heimat hatte vor der WM behauptet, einige Blutwerte in der brisanten ARD-Datenbank gehörten der neuen Überfliegerin. «Das ist eine riesige Beleidigung», sagt diese. «Ich bin sauber. Ich habe hart gearbeitet. Ich habe alle Dopingkontrollen bestanden.»

In Peking wollte Schippers eigentlich im Siebenkampf an der Start gehen. Nachdem sie im Mai am Meeting in Götzis aber wegen Kniebeschwerden zur Aufgabe gezwungen worden war, entschloss sie sich, auf die Karte Sprint zu setzen. Immerhin hatte sie im vergangenen Jahr über 100 und 200 Meter auf Anhieb EM-Gold geholt. Ihre 200-Meter-Bestzeit hat sie seit damals um vier Zehntelsekunden verbessert. Ein gewaltiger Sprung.

Die 1,79 Meter grosse und 68 Kilogramm schwere Athletin provoziert Vergleiche mit dem Dominator bei den Männern. «Im Prinzip hat sie im fliegenden Bereich ähnliche Vorteile wie Usain Bolt, was die Schrittlänge angeht», zitiert die «Welt» den deutschen Sprint-Bundestrainer Ronald Stein. Es gibt also noch andere Erklärungsansätze als nur Doping. Michael Johnson, der einst über 200 und 400 Meter die grosse Figur war und noch immer den Weltrekord über die Bahnrunde hält, ist sicher: «Dafne Schippers hat eine grosse Zukunft vor sich.»

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