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Holland im ersten Halbfinal in der Favoritenrolle

Im Gegensatz zum zweifachen WM-Finalisten Holland hat Uruguay bereits zwei Titelgewinne vorzuweisen. Der Favorit im heutigen Halbfinal von Kapstadt trägt jedoch orange.

Vor zwei Jahren an der EM hatten die Holländer halb Europa entzückt, bis sie von den Russen im Viertelfinal entzaubert wurden. Die Lektion der Sbornaja zeigte Wirkung. Die "Elftal" tritt in Südafrika pragmatischer auf denn je. Ohne Verlustpunkt zwar, aber nicht mehr im Gala-Stil vergangener Jahre erkämpfte sich Holland einen Platz in den Top 4.

Das System ist auf dem Papier nach wie vor ein 4-3-3. Nur interpretieren es die Holländer unter Bert van Marwijk je nach Gegner mehr oder weniger defensiv. In Dortmund ist der Coach mit seiner Idee vor vier Jahren gescheitert, 2002 hingegen führte er Feyenoord Rotterdam zum Sieg im UEFA-Cup. Nun könnte er auf die Stufe von Rinus Michels aufsteigen, der "Oranje" 1974 in den WM-Final und 14 Jahre später zum EM-Titel coachte.

Seit dem 1:2 in einem Test gegen Australien haben die Holländer keines ihrer letzten 24 Spiele mehr verloren. Zuletzt reihten sie inklusive der WM-Vorbereitung gar neun Siege aneinander. Alles deutet auf eine dritte WM-Finalteilnahme hin.

Ortet die Team-Crew Tendenzen zur Überheblichkeit, schreitet sie ein. Van Marwijk platzierte in den Medien in diesem Zusammenhang bereits mehrfach unmissverständliche Botschaften: "Wir wissen selber am besten, was passiert, wenn schon das nächste Spiel das Thema ist. Denken wir doch einfach an die letzte EM zurück."

Keiner sei bislang am Ziel angelangt und nur Uruguay das Thema, so die Losung. Die Wortführer und Verantwortungsträger haben sich bis anhin vollumfänglich an die Vorgaben gehalten - allen voran Bayern-Captain Mark van Bommel. Aber auch der Münchner Künstler Arjen Robben oder Wesley Sneijder von Inter Mailand, notabene bereits vierfacher Torschütze, sind nicht in privater, sondern in oranger Sache unterwegs.

Der stolzen Fussball-Nation Holland steht eine Auswahl gegenüber, mit der im Vorfeld der WM kein Experte ernsthaft gerechnet hätte. Die Blütezeit der "Urus" liegt sechzig oder mehr Jahre zurück. Zweimal, 1930 und 1950, gewannen sie den Titel. Seit die Sportart global im Fokus steht, tauchte die "Celeste" nie mehr an vorderster Front auf.

Die Prognostiker irrten sich. Nicht der fünffache Weltmeister Brasilien oder Argentinien vertreten Südamerika im Halbfinal, sondern die Fussballer eines Staates mit knapp 3 Millionen Einwohnern. Auf dramatische Art und Weise vermied Uruguay im Penaltyschiessen gegen Ghana das Out der letzten CONMEBOL-Equipe.

Noch immer sind die Auswirkungen des Kraftakts zu spüren. Luis Suarez, seit seiner Abwehraktion auf der Linie der berühmteste Handballer der Erde ohne Lizenz, fehlt gesperrt. Zwei weitere aus der Stammformation (Fucile und Lodeiro) verpassen das wichtigste Spiel seit der erfolgreichen Finalrunde in Rio 1950.

Uruguay - Holland. - 20.30 Uhr. - Green Point Stadium, Kapstadt. - SR Irmatow (Usb).

Uruguay: 1 Muslera; 16 Maximiliano Pereira, 3 Godin, 6 Victorino, 11 Alvaro Pereira; 15 Perez, 20 Alvaro Fernandez, 17 Arevalo; 13 Abreu, 10 Forlan, 7 Cavani.

Holland: 1 Stekelenburg; 12 Boulahrouz, 3 Heitinga, 4 Mathijsen, 5 Van Bronckhorst; 6 Van Bommel, 14 De Zeeuw; 11 Robben, 10 Sneijder, 7 Kuyt; 9 Van Persie.

Bemerkungen: Uruguay ohne Lodeiro (verletzt), Fucile und Suarez (beide gesperrt), Holland ohne Van der Wiel und De Jong (beide gesperrt).

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