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«Wir dürfen Bob Hartley nicht böse sein»

Der kanadische Headcoach Bob Hartley verlässt Meister ZSC und trainiert ab der kommenden Saison das NHL-Team Calgary Flames. Die Lions zeigen Verständnis für den Abgang.

Marc Crawford, der Nachfolger von Bob Hartley, holte den Titel mit den ZSC Lions in der vergangenen Saison souverän, nachdem sich die Löwen schon in der Regular Season klar durchgesetzt hatten. Trotz Verlockungen von NHL-Teams im Sommer 2014 bestreitet der Kanadier heuer seine dritte Saison mit den Stadtzürchern. «Damit wird auch die Kontinuität gewahrt», erklärt Sportchef Edgar Salis.
Marc Crawford, der Nachfolger von Bob Hartley, holte den Titel mit den ZSC Lions in der vergangenen Saison souverän, nachdem sich die Löwen schon in der Regular Season klar durchgesetzt hatten. Trotz Verlockungen von NHL-Teams im Sommer 2014 bestreitet der Kanadier heuer seine dritte Saison mit den Stadtzürchern. «Damit wird auch die Kontinuität gewahrt», erklärt Sportchef Edgar Salis.
Keystone
Bob Hartley hat die ZSC Lions im Frühling 2012 sensationell zum Titel geführt. Nach diesem Erfolg ist man auch in Kanada wieder auf Hartley aufmerksam geworden. Danach hat der Frankokanadier...
Bob Hartley hat die ZSC Lions im Frühling 2012 sensationell zum Titel geführt. Nach diesem Erfolg ist man auch in Kanada wieder auf Hartley aufmerksam geworden. Danach hat der Frankokanadier...
Keystone
Der erste Trainer der neuen ZSC Lions war Hans Zach (l.), hier im vertrauten Gespräch mit Obmann Walter Frey. Der Alpenvulkan aus Bad Tölz blieb erfolglos und überlebte den Winter in Zürich-Nord nicht. Nachfolger Ruhnke bewahrte die noch jungen Lions vor dem Abstieg.
Der erste Trainer der neuen ZSC Lions war Hans Zach (l.), hier im vertrauten Gespräch mit Obmann Walter Frey. Der Alpenvulkan aus Bad Tölz blieb erfolglos und überlebte den Winter in Zürich-Nord nicht. Nachfolger Ruhnke bewahrte die noch jungen Lions vor dem Abstieg.
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Der Vertrag mit Bob Hartley wäre zwar noch eine Spielzeit gelaufen. Aber die ZSC Lions wollten ihrem erfolgreichen Trainer keine Steine in den Weg legen. Mit dem Headcoach verlässt auch dessen Assistent Jacques Cloutier die Zürcher in Richtung Calgary. Wie der Schweizer Meister mitteilt, wurde über die Modalitäten des Transfers Stillschweigen vereinbart. Man kann aber davon ausgehen, dass die kanadische NHL-Organisation dem NLA-Club aus Oerlikon einen sechsstelligen Betrag überweisen wird.

Der Wechsel von Hartley in seine Heimat und in die beste Liga der Welt überrascht auf Grund der letzten Trendmeldungen aus Übersee nicht mehr. Der Transfer hatte sich abgezeichnet (vgl. Kontext). Schon an der Meisterparty im Hallenstadion war kein Bekenntnis des Personalchefs zu hören, dass er den Vertrag beim ZSC erfüllen würde. Hartley war auch bei den Montreal Canadiens als Headcoach im Gespräch gewesen. «Es macht uns stolz, dass für Bob Hartley und Jacques Cloutier dank ihrer Leistung und dem Erfolg mit den ZSC Lions der Weg zurück in die NHL gelungen ist. Wir sind überzeugt, dass sie auch mit den Calgary Flames Erfolg haben werden», schreibt die technische Führung der Löwen mit Geschäftsführer Peter Zahner und Sportchef Edgar Salis in ihrer Medienmitteilung. Beide Männer wussten indessen schon seit geraumer Zeit, dass ihr erfolgreicher Personalchef kaum gehalten werden konnte. Und der Trainer selbst verspürte wieder grosse Lust, ein attraktives NHL-Team zu übernehmen.

Die Lions haben Verständnis

Gegenüber Redaktion Tamedia erklärte CEO Zahner deshalb: «Man muss die ganze Sache realistisch sehen. Wir sind Bob Hartley nicht böse, dass er diese Chance bekommt und sie auch nutzen will. Aber wir hätten ihn natürlich gerne behalten.»

Die Flames, welche die Playoffs 2012 knapp verpassten, sind fürwahr eine sehr gute Adresse in der NHL, vergleichbar vom Renommee her im europäischen Fussball mit Schalke 04 oder Tottenham Hotspur. Überdies ist Hartley mit Calgarys General Manager Jay Feaster eng befreundet. Die beiden Männer arbeiteten schon früher zusammen und gewannen 1997 mit dem AHL-Team Hershey Bears den Calder Cup. Feaster warf schon länger ein Auge auf seinen Copain, der beim ZSC ein erfolgreiches Comeback als Trainer gab.

Eine Personalakte mit Priorität I

Die Zürcher müssen wie schon 2000 und 2008 nach einem Meistertitel einen geeigneten Personalchef für den kommenden Winter suchen. Damals mussten Kent Ruhnke respektive Harold Kreis das Hallenstadion verlassen. Als interne Lösung würde sich nun Matti Alatalo anbieten, der als Assistent von Ruhnke vor zwölf Jahren den Titel mit dem ZSC holte. Der Finne trainiert mit Erfolg das Farmteam GCK Lions und bringt technisch und charakterlich das Rüstzeug für höhere Aufgaben mit.

Zahner will zum jetztigen Zeitpunkt keine Namen nennen oder sich mit Spekulationen befassen. «Wir wollen in der Trainerfrage nichts überstürzen. Aber wir müssen natürlich dieses Traktandum forcieren und versuchen, möglichst bald einen geeigneten Trainer zu finden.» Wer immer auch der Nachfolger von Hartley sein wird: Der Job in Oerlikon wird eine heikle Aufgabe sein.

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