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Willkommen zur Seifenoper

Enttäuschte Hoffnungen, gebrochene Herzen und Trennungen – das Schweizer Eishockey bietet alles. Und die Saison hat schon beschwingt begonnen.

Illustration Kornel Stadler
Illustration Kornel Stadler

Sechs Tage ist die neue Eishockey-Saison alt, und schon sind wir mittendrin. Cyrill Pasche, der Ex-Spieler und Eishockey-Kenner des «Le Matin», fragt: «Und jetzt, was soll man mit Andrew Miller tun?» Der neue US-Stürmer Gottérons ist bisher eine einzige Enttäuschung. Doch das ist längst nicht das einzige Problem der Freiburger. Zum Glück müssen sich die Drachen nicht auch noch Sorgen machen, dass Mark French bald in die NHL abwandert. Der Vertrag des Trainers des Tabellenletzten wurde ja vor der Saison bis 2021 verlängert ...

Auch beim Meister läuft es nicht rund. Der neue ZSC-Coach Serge Aubin schimpft nach dem 1:4 gegen die SCL Tigers: «Das ist nicht akzeptabel. Unser Einsatz war nicht annähernd dort, wo er sein sollte.» Der Frankokanadier predigt harte Arbeit und den Grundsatz: Defensive zuerst. Doch lebt dieses Team nicht davon, seine Schnelligkeit auszuspielen, den Gegner mit seinen Angriffswellen zu überfordern? Disziplin ist gut, aber wo bleibt da die Spielfreude? Meistertrainer Hans Kossmann verfolgt den Lauf der Dinge aus dem fernen Victoria auf Vancouver Island.

Wer muss zuerst gehen?

Luganos Greg Ireland sagt nach dem 0:4 in Bern unumwunden: «Ich bin angepisst!» Natürlich auf Englisch. Dass eine Finalteilnahme im Sottoceneri nicht vor einer Entlassung schützt, sah man bei Doug Shedden, der in der Saison danach gehen musste. Der «Blick» verkündete schon vor Saisonstart: «Ireland spickt zuerst!» Mal abwarten. Er sitzt noch fest im Sattel. Aber die Philosophie des Disziplinfanatikers passt nicht allen. Der letztjährige Topskorer Luca Fazzini muss derzeit seine Sporen im vierten Sturm abverdienen. Da sind Konflikte programmiert.

Bei Rapperswil-Jona ist Captain Antonio Rizzello nicht zu beneiden. Nach jedem Match muss er erklären, wieso sein Team keine Tore schiesst. Der Honeymoon ist schon vorbei beim Aufsteiger. Bald kommt der Koller, wenn es so weitergeht. In Genf sind die beiden NHL-Raubeine Tommy Wingels und Lance Bouma, die Chris McSorley geholt hat, um die Liga aufzumischen, bereits verletzt. Richtig, erst drei Runden sind gespielt, und es rumort vielerorts schon.

Es ist eng geworden in der Liga

Das Schweizer Eishockey erinnert an eine Vorabend-Serie: Es gibt Enttäuschungen, verletzte Seelen, Trennungen, manchmal sogar Intrigen. Natürlich schauen wir gerne zu. Die Lage hat sich noch verschärft, seit sich der EHC Biel und Lausanne erdreisten, sich nach vorne zu drängeln. Es ist eng geworden in dieser Liga, es können bei weitem nicht alle Ambitionen befriedigt werden. Jeder Erfolgsgeschichte produziert auch Verlierer. Bleiben Sie also dran! Die nächste Wendung kommt bestimmt.

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