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Welch ein verrückter Abend

Der EHC Kloten dreht ein scheinbar verlorenes Spiel zu einem 4:3 über die SCRJ Lakers.

Klotener Jubel. Sie gewinnen 4:3 nach Verlängerung und sind noch ein Sieg vom Klassenerhalt entfernt.
Klotener Jubel. Sie gewinnen 4:3 nach Verlängerung und sind noch ein Sieg vom Klassenerhalt entfernt.
Keystone

Am Donnerstag befanden zwei Lakers-Anhänger nach dem 0:4 gegen Kloten, dass es jetzt wohl nicht mehr reiche zum Aufstieg. Sie wurden gestern im ersten Drittel bestätigt: Kloten führte 2:0. Doch wenig später war das andere Fanlager der Meinung, dass es plötzlich nicht mehr reichen könnte, den Ligaerhalt zu schaffen. Denn die Lakers führten 3:2 und konnten nach 57:45 erst noch mit einem Powerplay den Match nach Hause schaukeln. Aber sie rechneten nicht mit Denis Hollenstein. Der Captain, zuvor mehrmals hart angegangen, übernahm die Scheibe im eigenen Drittel, Goalie Luca Boltshauser machte einem fünften Feldspieler Platz, Hollenstein schoss von der Seite – und via Schlittschuh von Steve Mason rutschte der Puck ganz langsam zum 3:3 ins Tor.

Die zweite Verlängerung zwischen diesen Teams war Tatsache – alles begann wieder von vorne. Der Vorteil schien wieder auf Klotener Seite zu sein in diesem Abnützungskampf. Doch zuerst verhinderte Boltshauser eine Riesenchance von Dion Knelsen mit einer Glanzparade.

Hollenstein (wer sonst?) hatte eine nächste Möglichkeit. Doch dann fiel dieses so wichtige Tor in einer Szene, die überhaupt nicht gefährlich schien. Thierry Bader schoss von der Seite, Melvin Nyffeler liess sich überraschen. Nach 67:24 konsultierten die Schiedsrichter zwar noch einmal das Video. Aber sie konnten nicht anders entscheiden. Der Puck war klar hinter der Linie. Der 21-jährige Stürmer, dessen Vater Nationaltrainer Österreichs ist, war in den Partien zuvor überzählig gewesen. Er rutschte in die Mannschaft, weil Tim Bozon verletzt war. In der Qualifikation hatte Bader seine ersten zwei Treffer in der höchsten Liga erzielt, gestern schoss er ein Tor, das eminent wichtig sein kann für seinen Verein.

Das entscheidende Tor in der Overtime. Quelle: Twitter.

Rapperswil war mit der wenig erbaulichen Bilanz nach Kloten gekommen, während fast zwei Stunden Spielzeit (115:04) kein Tor mehr erzielt zu haben. Und lag nach einem Drittel 0:2 zurück. Doch dann ging es ganz schnell, dank gütiger Mithilfe des Gegners. Nach 138:33 beendete Fabian Maier die torlose Zeit, 6:24 später hiess es schon 3:2 für die Lakers. Es war eine Wende, an die nur die Lakers geglaubt hatten.

Die Klotener waren sich ihrer Sache viel zu sicher gewesen nach dem 2:0. Kurz nach Wiederbeginn des zweiten Drittels verpasste René Back das 3:0 - und dann war es vorbei mit der Herrlichkeit. Entschlossenheit und Konsequenz kamen abhanden.

Zwei Geschenke brachten die Herausforderer wieder ins Spiel. Zuerst stolperte Lukas Stoop hinter dem Tor völlig unbderängt – Maier erbte. Dann erlaubte sich Goalie Luca Boltshauser, in den zwei Siegen zuvor ohne Fehl und Tadel, einen unmotivierten Ausflug hinters Tor – er leitete so den Ausgleich von Ness ein. Die Mannschaft, die noch mit 17:6 Schüssen und einem 2:0 in die erste Pause gegangen war, verfiel in eine regelrechte Schockstarre. Mosimanns 2:3 war eigentlich eine logische Folge. Casutt hatte sogar das vierte Lakers-Tor auf dem Stock. 7:16 lautete das Schussverhältnis aus Klotener Sicht im zweiten Abschnitt.

Die Klotener gaben das vielzitierte Momentun ab – nicht freiwillig zwar, aber so, wie sie halt so oft in dieser Saison immer wieder Vorteile aus der Hand gegeben hatten. Am Ende aber hatten sie zum ersten Mal seit Februar 2017 drei Partien in Folge gewonnen.

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