Zum Hauptinhalt springen

Wehe, sie öffnen die Trickkiste!

Das Duo Nico Hischier/Taylor Hall wird den SC Bern heute Abend im Schaukampf gegen New Jersey auf die Probe stellen.

Eingespieltes Team: Der Walliser Nico Hischier (l.) und Taylor Hall (r.) – der wertvollste Spieler der vergangenen NHL-Saison – bejubeln mit Drew Staffort einen Treffer für die New Jersey Devils.
Eingespieltes Team: Der Walliser Nico Hischier (l.) und Taylor Hall (r.) – der wertvollste Spieler der vergangenen NHL-Saison – bejubeln mit Drew Staffort einen Treffer für die New Jersey Devils.
Sean Kilpatrick, Keystone
Der Schweizer bereitet sich mit dem NHL-Team auf den Schaukampf gegen den SC Bern vor.
Der Schweizer bereitet sich mit dem NHL-Team auf den Schaukampf gegen den SC Bern vor.
Marcel Bieri, Keystone
Hischier fokussiert sich neben Goalie Eddie Lack auf sein «Heimspiel» in der Postfinance Arena.
Hischier fokussiert sich neben Goalie Eddie Lack auf sein «Heimspiel» in der Postfinance Arena.
Marcel Bieri, Keystone
1 / 6

Als der SCB vor ziemlich genau zehn Jahren letztmals ein NHL-Team empfing, wurde daraus eine Lehrstunde. 1:8 verloren die Berner gegen die New York Rangers, Beat Gerber und Alain Berger ­waren schon dabei, der jetzige Sportchef Alex Chatelain figurierte noch im Team. Die beste Liga war da noch weit weg und der Respekt enorm.

Wenn der SCB heute vor ausverkauftem Haus die New Jersey Devils fordert (Spielbeginn 19.30 Uhr, bei uns im Liveticker), ist mit Nico Hischier einer mittendrin, der vor nicht allzu langer Zeit noch das SCB-Dress trug. 2015/16 bestritt der Walliser 15 Spiele für die erste Mannschaft, ehe er nach Halifax auszog. Er trage den SCB immer noch im Herzen, sagt der 19-Jährige. Natürlich sei es für ihn ein spezielles Spiel.

Eine Kanterniederlage wollen die Berner diesmal tunlichst vermeiden. Andrew Ebbett betont zwar, er und seine Kollegen könnten ohne Druck aufspielen. Aber er sagt: «Es geht auch um Stolz, wir spielen vor 17000 Zuschauern. Wir werden versuchen, alle Schüsse zu blocken und auch Tore zu schiessen. Hoffentlich gelingt es uns, für ein spannendes Spiel zu sorgen.»

Keine Sache der Ehre

Die Devils würden das Spiel ernst nehmen, sagt Hischier. «Schliesslich sind wir alle Sportsmänner, die stets gewinnen wollen.» Dass es darum gehe, mit einem klaren Sieg die Ehre der NHL zu verteidigen, verneint er aber. «So weit denke ich nicht. Ich freue mich einfach aufs Spiel. Es wird ein cooles Erlebnis für alle, das sollte im Vordergrund stehen und nicht das Resultat.»

Natürlich werden alle Augen auf Hischier gerichtet sein, objektiv betrachtet ist allerdings Taylor Hall die Hauptattraktion. Der Kanadier erzielte letzte Saison für die Devils in 81 Spielen (inklusive Playoff) 99 Skorerpunkte und wurde zum MVP gewählt, zum wertvollsten NHL-Spieler. Bei der Ehrung sagte Hall: «Die wichtigsten Gründe, wieso ich hier bin, sind die Nummer 13 in meinem Team und das Vertrauen, das Ray Shero (der General Manager) und John Hynes (der Coach) in mich gesetzt haben.» Die Nummer 13 trägt Nico Hischier.

Corey Masisak, der als Reporter für die Sport-Website «The Athletic» die Devils eng begleitet, sagt über das Zusammenspiel der beiden: «Nico kann so schnell spielen wie Hall, und vor allem kann er genauso schnell denken. Das zeichnet die Besten aus.»

Hischier schwärmt über seinen kongenialen Partner: «Die Zuschauer können sich auf Taylor freuen, er ist sehr schnell, sehr kräftig und hat eine grosse Trickkiste dabei, aus der er immer ein paar Sachen auspackt.» Reporter Masisak, der in der Schweiz die Eltern Hischiers besuchte, sagt über Hall: «Er zählt wie Crosby und McDavid zu den ganz wenigen, die auch bei höchstem Tempo nichts von ihren Qualitäten einbüssen.»

Gewinnen oder überleben?

Aufgrund des gestrigen Trainings kann man schliessen, dass Hischier die Toplinie mit Hall und Kyle Palmieri anführen und der zweite Schweizer Mirco Müller in der ersten Verteidigung mit dem Finnen Sami Vatanen spielen wird.

Angesichts der grossen Herausforderung fragte ein vorwitziger Journalist SCB-Trainer Kari Jalonen, ob seine Vorbereitung aufs Gewinnen oder Überleben ausgerichtet sei. Er schmunzelte und antwortete: «Ich bereite die Spieler so vor, dass sie den Match geniessen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch