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Russland – der logische Weltmeister

Die starke Sbornaja setzt sich im Final der Eishockey-A-WM in Helsinki gegen das Überraschungsteam aus der Slowakei souverän mit 6:2 durch.

Der Jubel nach der Sirene: Die russischen Eishockeyaner feiern ihren WM-Titel. Im Final setzen sie sich gegen die Slowaken deutlich mit 6:2 durch.
Der Jubel nach der Sirene: Die russischen Eishockeyaner feiern ihren WM-Titel. Im Final setzen sie sich gegen die Slowaken deutlich mit 6:2 durch.
Keystone
Allerdings beginnt das Endspiel in Helsinki anders als vorgesehen. Nach 66 Sekunden bringt der riesige slowakische Verteidiger Zdeno Chara den Underdog nach einem harten Slapshot in Front.
Allerdings beginnt das Endspiel in Helsinki anders als vorgesehen. Nach 66 Sekunden bringt der riesige slowakische Verteidiger Zdeno Chara den Underdog nach einem harten Slapshot in Front.
Reuters
Die überraschenden Slowaken scheinen nicht allzu sehr enttäuscht zu sein. Zu stark sind auch die Russen im Final gewesen. Routinier Chara wird als bester Verteidiger ausgezeichnet. Und er gedenkt mit der Nummer 38 an Landsmann Pavol Demitra, der beim Flugzeugunglück bei Jaroslawl am 7. September 2011 verstarb. Damals kam das ganze Team von Lokomotive Jaroslawl um. In der grosen Eishockey-Familie hat man dieses Unglück nicht vergessen. Charas Aktion in Heslinki ist eine generöse Geste eines grossartigen Verteidigers und Sportlers.
Die überraschenden Slowaken scheinen nicht allzu sehr enttäuscht zu sein. Zu stark sind auch die Russen im Final gewesen. Routinier Chara wird als bester Verteidiger ausgezeichnet. Und er gedenkt mit der Nummer 38 an Landsmann Pavol Demitra, der beim Flugzeugunglück bei Jaroslawl am 7. September 2011 verstarb. Damals kam das ganze Team von Lokomotive Jaroslawl um. In der grosen Eishockey-Familie hat man dieses Unglück nicht vergessen. Charas Aktion in Heslinki ist eine generöse Geste eines grossartigen Verteidigers und Sportlers.
People-Press
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Ein Drittel lang hielt die slowakische Defensive um Torhüter Jan Laco den russischen Angriffswellen stand. Dann machten Alexander Pereschogin (27.), Alexej Tereschenko (34.) und Alexander Semin (36.) innerhalb von neun Minuten alles klar. Für die Russen ist es der dritte Titel in fünf Jahren, nachdem sie zuletzt in Québec (2008) und Bern (2009) triumphiert hatten.

Die Skorerkünste Jewgeni Malkins benötigten die Russen im Final nicht mehr. Der NHL-Topskorer der Pittsburgh Penguins setzte zwar den Schlusspunkt, zu diesem Zeitpunkt war die Partie jedoch längst entschieden. Noch im Halbfinal hatte er Finnland beim 6:2-Sieg mit drei Toren praktisch im Alleingang bezwungen. Gegen die Slowakei setzten andere NHL-Stars die Akzente: Semin (2 Tore), Pawel Dazjuk (1 Tor/2 Assists) oder Alexander Owetschkin (2 Assists).

Das beste Team des Turniers

Die Russen waren an dieser WM die klar beste und ausgeglichenste Mannschaft, die überdies auch tempomässig den anderen Mannschaften überlegen war. Das vom ehemaligen Lugano-Trainer Sinetula Biljaletdinow gecoachte Team wusste auch die besten Einzelspieler in ihren Reihen – angeführt von Turnier-MVP und -Topskorer Jewgeni Malkin (19 Punkte). Wie vor drei Jahren in Bern gewann der Rekord-Weltmeister alle zehn Partien ohne Punktverlust. Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Sotschi sandten sie ein erstes Signal der Stärke an ihre Konkurrenz aus Nordamerika und Skandinavien. 2010 in Vancouver war Russland bereits im Viertelfinal an Gastgeber Kanada ausgeschieden.

Die Slowaken verpassten das zweite Märchen nach 2002 deutlich. Vor zehn Jahren hatten sie die Russen in Göteborg (Sd) im Final 4:3 bezwungen und sich sensationell den ersten WM-Titel geholt. Die Hoffnungen in diesem Final hielten nicht lange – trotz einem perfekten Start. Zdeno Chara, der beste Verteidiger der WM, brachte die Slowaken in der 2. Minute in Führung. Doch bereits in der 10. Minute glich Semin mit seinem ersten Treffer an diesem Abend aus. Im zweiten Drittel brach der slowakische Defensivriegel schliesslich zusammen. Chara konnte im letzten Abschnitt mit seinem zweiten Tor nur noch auf 2:5 verkürzen.

Die Enttäuschung bei den Slowaken dürfte sich nach der ausgezeichneten WM jedoch in Grenzen halten. Für die Osteuropäer ist es die vierte WM-Medaille nach Silber (2000), Gold (2002) und Bronze (2003). Zuletzt hatten sie viermal in Serie die Viertelfinals verpasst und waren sie in der Weltrangliste hinter die Schweiz gefallen. Nun machen sie einen Sprung von Platz 9 auf 6. Die Schweiz findet sich nach einer enttäuschenden WM neu aur Rang 8 wieder.

Starke Gruppe für die Schweiz

Die Schweiz spielt an der WM 2013, die erneut in Schweden und Finnland stattfindet, in Stockholm. Gegner in der Vorrunde sind unter anderen Schweden (Weltnummer 4), Tschechien (3) und Kanada (5). Aus wirtschaftlichen Gründen wurden die Gruppen wie in diesem Jahr nicht strikt nach den Positionen der Weltrangliste eingeteilt. Die IIHF entschied sich am Sonntag auf Wunsch der Organisatoren, das im Ranking topklassierte Russland in diesem Jahr in Helsinki spielen zu lassen. Tschechien wurde deshalb über Nacht in die Schweizer Gruppe nach Stockholm transferiert. Die Wünsche der Organisatoren führten bereits vor einem Jahr zu einem Informationschaos. Ein etwas gar voreiliger Mitarbeiter der IIHF hatte am Samstag falsche Gruppen publiziert, offenbar in Unkenntnis der obigen Fakten.

Der Abtausch hat zur Folge, dass die Schweiz nächstes Jahr weder die Weltnummer 1 noch die Weltnummer 2 (Finnland), dafür mit den Kanadiern, Schweden und Tschechen nicht minder attraktive Gegner in ihrer Gruppe hat. Nebst den drei Topteams wartet in der schwedischen Hauptstadt Norwegen (8), Dänemark (12), Weissrussland (13) und Aufsteiger Slowenien (18) auf die Schweizer, die im Ranking nach der missglückten WM auf Platz 9 zurückgefallen sind.

Ebenfalls fest stehen die Vorrunden-Gruppen an den Olympischen Spielen 2014: Die Schweiz spielt in Sotschi (Russ) ebenfalls gegen Tschechien und Schweden sowie den in der Weltrangliste bestklassierten der drei Qualifikanten. Die drei noch zu vergebenen Olympia-Tickets werden an Qualifikationsturnieren im kommenden Februar ausgespielt.

si/fal

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