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«Nun macht es Spass»

Samuel Guerra hat die Chance, die ZSC Lions nach zwei schwierigen Jahren nun doch erfolgreich zu verlassen.

Die Zeit beim ZSC geht zu Ende: Samuel Guerra.
Die Zeit beim ZSC geht zu Ende: Samuel Guerra.
Melanie Duchene, Keystone

Noch ein Sieg bis zum Pokal. Nein, ein beteiligter Spieler würde das so nie formulieren. Auch Samuel Guerra nicht. Er sowieso nicht, der Verteidiger kennt dieses Gefühl, so kurz vor dem Meistertitel zu stehen.

Der Tessiner ist zwar erst 24, hat aber dennoch schon 403 Spiele in der National League im Palmares. Damit ist er auf Kurs, einst einer der routiniertesten Spieler der Schweizer Meisterschaft aller Zeiten zu werden.

Dies, weil Guerra in Davos von Arno Del Curto so früh wie kein anderer ins kalte Wasser der Profis geworfen wurde: Sein Debüt in NLA und Spengler Cup gab er mit bereits 16.

Keine neue Situation

Mit Davos wurde Guerra zwei Mal Champion. Das helfe ihm: «Mich erlebt man im Playoff weder äusserst zufrieden noch tief in einem Loch.» Und so geht er auch Finalspiel 5 am Samstag in Lugano an: «Ich versuche, in meiner Routine zu bleiben. Das ist zwar ein wichtiger, aber dennoch ein normaler Playoff-Match.»

Und nein, einfach sei es nicht, so zu denken, sagt Guerra: «Die Gedanken kommen automatisch. Zum Beispiel vor dem Einschlafen habe ich hin und wieder Szenen im Kopf, die ich zwar geniessen will, aber mich dennoch nicht zu lange mit ihnen beschäftigen sollte.»

Gewinnt der ZSC in Lugano, geht Guerras Zeit in Zürich nach zwei Jahren zu Ende. Er hat für nächste Saison bereits bei seinem Jugendclub Ambri-Piotta unterschrieben. Das vielleicht letzte Spiel im ZSC-Dress, daran habe er schon oft gedacht: «Vor allem nach dem letzten Jahr, als du die Enttäuschung im Hallenstadion spürtest.»

Nun sei alles anders und er sei froh, auch die andere, die schönere Seite zu erleben, sagt Guerra: «Die Atmosphäre in Zürich ist nun wirklich genial.»

«Ich spüre das Vertrauen»

Er habe derzeit viel Spass, das sei für ihn wichtig, um sein bestes Eishockey zu spielen, sagt Guerra. Es seien vielleicht seine besten Spiele überhaupt mit dem ZSC: «Ich spüre das Vertrauen von allen Seiten, ich muss nicht allzu viel nachdenken, ich kenne meine Rolle. Ich fühle mich einfach wohl. Vor allem nach zwei Jahren, die für mich ziemlich schwierig waren.»

Guerra war 2016 nach sieben Jahren in Davos gekommen, weil er sich weiterentwickeln wollte. In Davos setzte Del Curto am Ende stark auf Guerra, er war hinter Routinier Félicien Du Bois jener Spieler mit der zweitmeisten Eiszeit beim HCD gewesen. Doch der erhoffte Schritt nach vorne blieb aus, Guerra fand beim ZSC nicht annähernd jene Rolle wieder – er blieb ein Mitläufer. «Es gab Entscheide, die ich akzeptieren musste, auch wenn sie hart waren», sagt Guerra.

Ausgerechnet in Lugano

Nun kann sich Guerra aber mit einem Meistertitel verabschieden. Ausgerechnet in Lugano. «Die Spiele in der Resega werden für mich nie zur Routine», sagt der ehemalige Ambri-Junior. «Zum Beispiel, weil ich alles verstehe, was von den Fans aufs Feld geschrien wird.»

Die hitzige Atmosphäre, sie ist für die Gegner nicht immer einfach, ab nächster Saison wird er sie noch extremer erleben – als Teil des Tessiner Derbys. «Daran denke ich noch nicht», sagt Guerra. «Ich habe aber so oder so bereits gelernt, Spiele in der Resega zu geniessen. Sie werden für einen Tessiner immer speziell bleiben.»

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