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Nilsson schreibt ZSC-Geschichte

Beim 3:1 über Fribourg schiesst der Schwede das 10 000. Tor für die Zürcher – gut 86 Jahre nach dem ersten.

Gefeierter Goalgetter: Robert Nilsson schoss die Tore 9999 und 10 000 in der ZSC-Geschichte.
Gefeierter Goalgetter: Robert Nilsson schoss die Tore 9999 und 10 000 in der ZSC-Geschichte.
Keystone

Es war ein wunderbares Tor, das 3:0, das Thoresen und Nilsson herauskombinierten. Der Norweger passte quer, sein ­Kollege schoss direkt und präzise. So richtig laut wurde es im Hallenstadion aber erst, als der Speaker die historische Dimension dieses Treffers enthüllte: Es war das 10 000. in der Clubgeschichte. Das Publikum erhob sich zu spontanen Ovationen, und einige ZSC-Cracks klopften mit ihren Stöcken aufs Eis. Pestoni schien besonders angetan von diesem grossen Moment, strahlte übers ganze Gesicht und blickte in die Ränge.

Die Spieler wussten nichts davon

Die Spieler hatten nichts davon gewusst, dass dieser Meilenstein greifbar war, die Coaches schon. Doch sie hielten es vor der Mannschaft geheim, weil der Fokus im Spiel anderen Dingen gegolten habe, wie Hans Wallson sagte. Der Schwede, der nicht bekannt ist für heftige Gefühlsausbrüche, zeigte sich hocherfreut, dass er diesen Moment ZSC-Geschichte erleben durfte. «Und die ­Reaktion der Zuschauer war fantastisch. Nicht auszudenken, wenn 11 000 im Stadion gewesen wären.»

Passend war, dass das Tor im Hallenstadion fiel und nicht in der Fremde. Doch wie kommen die ZSC Lions auf 10 000 Tore? Wer hat nachgezählt? Der Mann heisst André Bernhardsgrütter, ist eingefleischter ZSC-Fan und früherer Fanbeauftragter. Er hat es sich zum Ziel gemacht, die Geschichte des Traditionsclubs aufzuarbeiten, verbrachte schon unzählige Stunden in Archiven – auch in jenem des «Tages-Anzeigers».

Ein 14:1 im Derby als Auftakt

Seit sechs Jahren ist Bernhardsgrütter daran, jeden Matchbericht auszugraben, der auf Papier, Mikrofilm oder elektronisch greifbar ist. Es handle sich bei den 10 000 Toren nur um Treffer in der Meisterschaft, stellt er klar. Vorbereitungs- oder Cupspiele wurden also nicht berücksichtigt. Wer das erste ZSC-Tor erzielt hat, war nicht mehr zu ermitteln. Bekannt ist nur, dass es am 13. Dezember 1930 bei strömendem Regen auf dem Dolder fiel und der Auftakt zu einem 14:1-Kantersieg des ZSC gegen GC war. Die Kunsteisbahn war eben erst ­eröffnet worden.

Der TA schrieb damals über das Zürcher Derby: «Das zweite, unter Regenwasser gesetzte Spiel, das ausserdem bei elektrischer Beleuchtung stattfand – die übrigens sehr intensiv und für abendlichen Besuch der Eisbahn höchst reizvoll ist –, wurde von den sechs Mannen des jungen Zürcher Schlittschuhklubs und der Eishockey-Sektion des Grasshopperklubs Zürich ausgetragen. Hier war die Diskrepanz in der körperlichen Kondition, Stockbehandlung, Spieltechnik zwischen den zwei Teams noch viel grösser. Es genügt zu wissen, dass Grasshoppers mit 14:1 vom Schlittschuhklub aufs Haupt geschlagen wurde.» Tags darauf, an einem Sonntag, wurde der ZSC dann vom HC Davos 11:1 deklassiert.

Servette, Lugano oder Biel im Viertelfinal

Um in die Gegenwart zurückzukehren: Genau dieser HCD kommt für die ZSC Lions nach der vorletzten Runde nicht mehr in Frage als Viertelfinalgegner. Es wird Servette, Lugano oder Biel werden, wobei ein gewisser Reiz darin besteht, dass die Zürcher heute in der Resega gastieren. Rang 1 ist für die Lions nicht mehr greifbar, den sicherte sich der SCB mit einem 2:1 über Servette im Penaltyschiessen. Noch steht keine Playoff-­Paarung fest, die 50. Runde bringt heute also noch einiges an Spannung. Die Zürcher reisen mit dem bestmöglichen Team ins Tessin, auch der gegen Gottéron geschonte Seger ist wieder dabei.

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