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Niederreiter und Minnesota: Endstation Schiedsgericht?

Die Vertragsverhandlung zwischen Nino Niederreiter und Minnesota könnte ein beidseits ungewolltes Ende nehmen. Sein Agent André Rufener betont: «Wir kennen unsere Grenze. Diese werden wir nicht unterschreiten.»

Jubel im Minnesota-Dress: Der Schweizer Stürmer Nino Niederreiter.
Jubel im Minnesota-Dress: Der Schweizer Stürmer Nino Niederreiter.
Getty Images

«Arbitration» nennt sich die Prozedur in der NHL, die bei Vertragsverhandlungen, die ins Stocken geraten sind, aktiv werden kann. Ein unabhängiges Schiedsgericht wird dabei entweder vom Spieler (meistens) oder vom Club (selten) als neutrale Instanz angerufen. Beide Seiten präsentieren dabei ihre Wunschsumme und die Argumente dafür, das Schiedsgericht fällt danach einen endgültigen, nicht anfechtbaren Entscheid.

Nino Niederreiter und seine Situation (Alter, Saisons in der NHL, Zeitpunkt des auslaufenden Vertrags) erfüllen alle Bedingungen, um diesen Weg gehen zu können. Und der Bündner Stürmer, der seit 2013 für die Minnesota Wild spielt, hat sich für die Arbitration entschieden. Dies bestätigt sein Agent André Rufener gegenüber Redaktion Tamedia.

Das Erstangebot war bloss formell

Dass die Verhandlungen zwischen Niederreiter und den Wild kompliziert werden könnten, hat sich aus verschiedenen Gründen abgezeichnet. Als vor zehn Tagen die Minnesota Wild ihr Erstangebot an Niederreiter abgaben, wurde dies vielerorts bereits als Zeichen für die bevorstehende Vertragsverlängerung interpretiert. Dieses Angebot war indes nichts mehr als eine Standardprozedur des Clubs, die vor dem 1. Juli erfolgen musste, um die Verhandlungsrechte am Spieler zu behalten. Das Erstangebot musste im Falle Niederreiters bloss fünf Prozent höher sein als sein letzter Lohn, der 3,5 Millionen Dollar betrug.

Dass dies viel zu wenig für eine weitere Zusammenarbeit sein würde, war klar. Niederreiter hat mit 25 Toren und 58 Skorerpunkten die produktivste Saison der Karriere hinter sich, sein Wert dürfte auf mindestens 4,5 Millionen pro Jahr gestiegen sein.

Die Minnesota Wild befinden sich allerdings nicht in einer Situation, um bei Vertragsverlängerungen mit den Dollarnoten um sich werfen zu können. Einerseits ist das Kader bereits teuer, die Gesamtlohnsumme gefährlich nahe an den maximal erlaubten 75 Millionen US-Dollar.

Zudem weiss Minnesota mit dem Finnen Mikael Granlund einen weiteren jungen Top-Stürmer in seinen Reihen, der in der exakt gleichen Situation steckt wie Niederreiter – zuletzt beste Saison der Karriere inklusive. Granlunds Weiterbeschäftigung dürfte noch teurer werden als jene Niederreiters, offenbar plant zudem auch der Finne den Gang zur Arbitration. Den Wild und ihren General Manager Chuck Fletcher stehen keine einfachen Tage bevor.

Falls Schiedsgericht, dann kurzer Vertrag

Eines ist klar: Wird Niederreiters neuer Vertrag durch das Schiedsgericht bestimmt, beträgt seine Dauer gemäss Regeln höchstens zwei Jahre. Der von beiden Seiten ursprünglich angestrebte Mehrjahresvertrag wäre also nicht mehr möglich, wahrscheinliche Variante wäre ein Einjahresvertrag.

Selbst die längerfristige Zusammenarbeit ist beim Gang vors Schiedsgericht in Gefahr, es droht theoretisch sogar die Trennung noch vor der nächsten Saison. Wenn sich Minnesota den vom Arbitrator bestimmten Lohn Niederreiters nicht leisten kann oder will, kann er den Spieler danach sofort zu einem anderen Klub wegtransferieren.

Keine der beiden Parteien strebt aber die Trennung an. Auch darum wird vor allem vonseiten der Minnesota Wild alles unternommen werden, um doch noch eine reguläre Einigung mit Niederreiter und seinem Agenten Rufener zu finden. Bis zum Urteil des Schiedsgerichts ist dies möglich, erwartet wird der Entscheid Ende Juli. Der Gang zum Arbitrator hätte auch einen Vorteil: Ein Entscheid wäre gefallen, es würden keine nicht enden wollenden Verhandlungen bis September oder gar Oktober erfolgen. «Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden», sagt Rufener.

Keinen Mehrjahresvertrag zu erhalten, nimmt Niederreiter offenbar in Kauf. Der Spieler selbst weilt in Alaska in den Ferien und war für Redaktion Tamedia nicht erreichbar. Rufener hingegen sagt klar: «Nino wird irgendwann einen langen Vertrag erhalten. Wenn nicht jetzt, dann beim nächsten Mal. Wir haben eine Untergrenze, die wir nicht unterschreiten werden. Es ist nicht unser Ziel, aber wenn es sein muss, gehen wir vors Schiedsgericht.»

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